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Magnat Multi Monitor 220 im Test

Außer dem Preis-Leistungs-Verhältnis hat der Magnat Multi Monitor 220 laut Hersteller nichts mit seinem Vorgängermodell gemeinsam. Ob der Lautsprecher überzeugen kann, zeigt der Test.

Magnat Multi Monitor 220

© Magnat

Magnat Multi Monitor 220

Jetzt kaufen
EUR 399,00

Pro

  • sehr vielseitiges, cleveres Konzept
  • spielt im Nahfeld wie im Raum ausgewogen
  • detailliert und mit ausgeprägt tiefer Räumlichkeit
  • ideal auch zum leise hören

Contra

Fazit

Stereoplay-Testurteil: 67 Punkte; Klang: Spitzenklasse (48 Punkte); Preis/Leistung überragend
Gut

Der Modellname Monitor 220 besitzt unter nicht zu jungen HiFi-Einsteigern einen hervorragenden Klang, gab es doch von Magnat vor über zehn Jahren eine gleichnamige passive Kompaktbox mit unschlagbar viel Klang für extrem wenig Geld. Doch das Preis-Leistungs-Verhältnis soll laut der Beschreibung des Herstellers die einzige Parallele zum neuen Modell sein, das auf modernste hauseigene Entwicklungen zurückgeht und zusätzlich den Namen Multi Monitor trägt. 

Völlig zu Recht, wie ein Blick auf die Ausstattungstabelle zeigt: So beherbergt das rechte Exemplar eines Boxenpaares die Verstärker- und Anschlusseinheit und die linke hängt als passiver „Slave“ an einem normalen, entsprechend verlängerbaren Lautsprecherkabel. Nicht weniger als fünf verschiedene Eingänge lassen sich anwählen: Bluetooth, S/PDIF, optisch digital (die beide bis zu 192 kHz Sampling-Frequenz verarbeiten) und zwei Analogeingänge mit Klinken- und Cinchbuchse. Wobei sich letzterer per Schalter zum Phono-Eingang (nur MM) umwidmen lässt und dem mit 500 Euro preiswerten Set einen Platz in dieser Teststrecke gesichert hat. 

Die Lautstärkewahl und Quellenumschaltung erfolgen per Fernbedienung oder – im Notfall – per rückwärtigem Drehregler, eine direkte Anwahl bestimmter Quellen per Taste ist aber nicht möglich. So muss sich der Anwender mit der Links-/rechts-Taste durchklicken und genau den Leuchtdioden im kleinen Frontfenster der rechten Box folgen, die die eingestellte Quelle durch Farbwechsel signalisieren.

Stereoplay Highlight 03/2018

© stereoplay

Stereoplay Highlight 03/2018

Viel zum Einstellen

Auf dem Signalgeber befinden sich auch noch Tasten für Höhen- und Basskontrolle sowie eine „Linear“-Taste. Das ist besonders hilfreich, wenn die Box in schwierigen Umgebungen wie einem Regalbrett oder auf dem Schreibtisch eingesetzt wird. Denn in puncto Größe und technische Daten besetzt die Magnat eine Nische zwischen Nahfeld- und Midfield-Monitoren und soll laut Hersteller für verschiedenste Anwendungen geeignet sein. Damit ihr nicht die Puste ausgeht, arbeitet hinter dem Terminal eine Endstufe mit 40 Watt RMS pro Kanal. Die Trennung zwischen Tief-/ Mittel- und Hochtöner erfolgt durch eine klassische Weiche, die linke, passive Box wird dann über ein handelsübliches Lautsprecherkabel angehängt, was auch etwas flexible Längen erlaubt. Ein Kanaltausch ist technisch nicht möglich.

Bei der Treibertechnik kommt – erstaunlich angesichts des Gesamtpreises – hochwertige HiFi-Technik zum Einsatz: Die beschichtete Gewebekalotte, bei Magnat wegen des erweiterten Frequenzumfangs intern als „fmax“ bezeichnet, im 25-mm-Format bekommt Unterstützung durch eine muldenförmige Schallführung. Die Kombi setzt erst bei 3200 Hz ein, darunter übernimmt ein 12,5-cm-Konus die Wiedergabe, dessen dünne Aluminiummembran außen zu einer hauchdünnen Schicht Keramik oxidiert wurde. Das sieht highendig aus und soll dem Partialschwingungsverhalten hörbar helfen, macht den Töner aber empfindlich gegenüber neugierigen Fingern - die Abdeckung sollte also immer drauf bleiben. 

Auf der Rückseite der kompakten Monitor 220 ist ein großzügig verrundetes Reflexrohr montiert, das dem Duo zu mehr Tiefgang und Bassdynamik aus der vorhandenen Verstärkerleistung verhelfen soll. Ein Subwoofer lässt sich alternativ andocken, spielt dann jedoch immer parallel mit, was angesichts des versprochenen Tiefgangs und fehlender Hochpassweiche im Normalfall nicht zur Anwendung kommt. Das Boxenpaar ist ausschließlich in Schwarz erhältlich und in matter Folienoptik ausgeführt, die mit ihrer gebürsteten Oberfläche einen guten Eindruck macht. Die Schallwand ist mattschwarz lackiert und verströmt mit den schlohweißen Konus-Membranen einen leichten Retro-Charme, erinnert sie doch optisch an einen bekannten Nahfeldmonitor der 1980er-Jahre.

Magnat Multi Monitor 220 Vorder- und Rückseite

© Magnat

Magnat Multi Monitor 220 Vorder- und Rückseite

Hörtest: Viel zum Genießen 

Dieser Gedanke verfliegt dem Tester beim ersten Takt von „Stop Those Bells“ (von Sara K. und Chris Jones live). Selbst im Nahfeld verströmt die Monitor 220 ein tief räumliches und sehr angenehmes Klangbild, das den Hörer mit feiner Nuancierung und guter Dynamik in seinen Bann zog und einen guten Eindruck der Live-Atmosphäre versprühte. Keine Spur von aufdringlichem Retro-Monitor, die Abstimmung mit einem rundsatten, federnden Bass und sanfter Durchhörbarkeit sind eher im besten Sinne hifidel. 

Ein wenig erinnerte bereits diese recht direkt impulsiv aufgenommene Live-CD des Labels Stockfisch an die stupende Räumlichkeit der „Professor Johnson“-Aufnahmen von Reference Recordings. Und eine ebensolche, der treibende Akustik- Blues „Raylene“ von Doug MacLeod (von der stereoplay-CD „References“, 11/2017) fand denn auch den Weg in den Player. Abermals verblüffte die Magnat mit einer Stimmigkeit, lässiger Spielfreude und einem noch weiter zu den Flanken hin ausgeleuchteten Raum. Der blieb erstaunlicherweise in Tiefe und Konsistenz erhalten, unabhängig davon, ob man die Multi Monitor 220 auf dem Schreibtisch oder im durchschnittlichen Raum auf dem Lowboard erklingen ließ. In letzterer Aufstellung hilft ein wenig ein Absenken des Basses, der sonst an Knackigkeit verliert. 

Ebenso lässt sich eine freie Aufstellung gut mit einer leichten Bass-Anhebung kompensieren, was allerdings den größenbezogen nur guten Tiefgang nicht zu kaschieren vermochte. Ein Vinyl-Durchgang mit Ravels „Bolero“ offenbart die standesgemäße Qualität des Phono-Eingangs. Der klang eine Spur homogener und weniger fein als die digitalen Inputs, gab sich aber bei Spielfreude, Räumlichkeit und Dynamik absolut keine Blöße. Mit einem satten Rockbrett, Deep Purples „Lazy“, endete eine rundum überzeugende Leistung dieses Allround-Wunders. Einfacher und preiswerter kann der Einstieg in die HiFi-Begeisterung nicht sein.

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