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Magnat Signature 909 im Test

Massig, rassig: Mit den Signature 909 zeigt Magnat wieder, dass man Vollblut-Lautsprecher zu erschaffen versteht. Hier unser Test.

© Magnat

Pro

  • wuchtig
  • großformatig
  • prachtvoll

Contra

  • benötigt etwas Zeit zum Einspielen

Fazit

AUDIO Klangurteil: 92 Punkte; Preis/Leistung: sehr gut

Wo kommt denn dieser Aufkleber her? Direkt auf der Front der zwei Hochtöner prangt ein Signet, das verheißt, dass diese Kombi für HiRes-Wiedergabe geschaffen ist. Sieht alles offiziell und wichtig aus. Das ließ uns keine Ruhe: Dieser Aufkleber stammt von der Japan Audio Society. Man residiert in Tokio und vergibt dass tolze Siegel, wenn ein paar Grundvoraussetzungen erfüllt sind. So muss die Grenzfrequenz von 40 000 Hertz sauber erreicht werden. 

Dafür muss sich die neue Superbox von Magnat kaum anstrengen. Die Signature 909 führt die Serie an und verkündet stolz einen Frequenzgang von 22 bis 55 000 Hertz. Da verneigt man sich automatisch. Gleich im nächstenSchritt auf der Webseite lassen die Asiaten verlauten, dass dieses Logo nicht umsonst ist.

© Magnat

DA IST ES: Das Doppel der beiden Hochtöner wird von einer gemeinsamen Aluminiumplatte verbunden. Und dem Signet „Hi-Res Audio“. Als ob wir das nicht gewusst hätten.

Das wirkt ein wenig seltsam. Warum hat sich Magnat auf dieses Spiel eingelassen? Die Company könnte auf so ein Logo durchaus verzichten, denn die Signature 909 ist ein großartiger Lautsprecher, für mehr als angemessenes Geld. 3400 Euro kostet das Paar – und man bekommt echte Kracher ins Wohnzimmer, schwer, hoch und mit gleich vier Wegen bestückt. Denn da gibt es ja diese eigenwillige, spannende Hochton-Kombi.

Aber fangen wir von unten an. Dort liegen zwei Basschassis mit einer Membran aus einem Aluminum-Keramik-Mix, 20 Zentimeter in der Diagonale. Nach gleicher Bauweise, nur eben 17 cm groß, entsteht auch der Mitteltöner. Die Trennfrequenz liegt bei 380 Hertz. Das ergibt alles Sinn und macht Freude. Dann die Superstars: Ab 2400 Hertz springt die erste Hochtonkalotte an (30 Millimeter), doch es soll noch höher hinaus gehen, bei 17 500 Hertz mischt sich eine weitere Kalotte ein (20mm). Das ist eindrucksvoll.

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Doch der erste Klangeindruck riss uns nicht aus dem Hörsofa. Das war zwar fein, aber auch etwas klebrig. Es flirrte das Klangbild nur widerwillig aus der Boxenebene. Die Lösung war schnell gefunden: Wir haben die Signature 909 über Nacht und Tag in unserem Hörraum eingespielt. Dieser Lautsprecher braucht etwas Zeit. Dann wurde es groß.

Gut, es ist nicht mehr die Zeit für Weihnachtshymnen, doch das aktuelle Album von Robbie Williams, „The Christmas Present“ ist wirklich gute Musik, massiv orchestriert und brillant aufgenommen. Da muss ein Lautsprecher Pracht ausstrahlen. Ein Langweiler hat hier keine Chance. 

Die Magnat verband die Werte, wirklich eine große Informationsdichte. Wenn der Brite „It‘s A Wonderful Life“ anstimmte, dann stand der Swing der Raum. Super die Abbildung der Blechbläserin den hintersten Winkeln des Stereopanoramas. Kraftvoll insbesondere der Bass. Um ehrlich zu sein, das war uns mitunter zu wuchtig in der Tiefe. Deshalb ein Tipp: Diesen Lautsprecher nicht zu nah zu einer Wand aufstellen, sonst übertreiben die tiefen Frequenzen.

© Magnat

FAST PFLICHT: In dieser Preisklasse muss ein Bi-Wiring-Terminal einfach sein. Magnat löst das mit verbindenden Kabelwegen sehr elegant.

Nehmen wir als Kontrastprogramm feinen Jazz. Die „Legendary Riverside Albums“ von Chet Baker sind frisch in 24 Bit und 192 Kilohertz erschienen. Da geht uns das Herz auf. Alles erscheint leicht, der „September Song“ schleicht sich über ein paar Akkorde der Gitarre hart rechts an, dann diese unfassbar elegante Trompete von der Gegenseite. Da braucht ein Lautsprecher Luft und so etwas wie die Ekstase im Kleinen. Das war über die Signature 909 Genuss in seiner pursten Form. High-End könnte nicht schöner sein.

Fazit

Magnat – das ist wie eine Bulldogge ohne Leine. Steht ein Kampf an, wirft sie sich in den Ring und gibt alles. So auch das Topmodell Signature 909. Dieser Biss, diese prächtige Gewalt. Hier steht ein SUV mit Maximal-Motorisierung auf der Straße, um es mit den leichtgewichtigen Sportwagen aufzunehmen. Feingeister werden vielleicht verschreckt. Dennoch: Hier gibt es wunderbar viel audiophiles Lebensgefühl.

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