Telekommunikation

5G: Apple kauft Intel-Sparte für 1 Milliarde Dollar

Intel verkauft die Sparte für 5G-Modems an Apple für eine Milliarde Dollar. Das bedeutet für Apple mehr Unabhängigkeit in der iPhone-Produktion.

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5G nimmt an Fahrt auf.

Apple bestätigt die Transaktion der 5G-Modem-Sparte von Intel. Für 1 Milliarde Dollar kaufen die Kalifornier neben der Produktion von 5G-Modems mehr als 17.000 Patente für drahtlose Technologien. Außerdem übernimmt der Konzern 2.200 Intel-Mitarbeiter und die Ausstattung der Räumlichkeiten.

Mit der Übernahme übernimmt Apple die Produktion dieser Hardware-Komponente, was das Unternehmen unabhängiger von Zulieferern macht. Von den USA zeitweilig erhobene Strafzölle gegen China schaffen für Unternehmer eine unsichere Wirtschaftslage, da ungewiss ist, wie sich die Haltung des Staats entwickelt. Die Produktion wichtiger Hardware in den eigenen Händen zu halten, ist für Apple auch aus diesem Grund sinnvoll.

Das Intel-Werk steht in Deutschland und produziert unter anderem 5G-Modems, die Smartphones 5G-fähig machen. Intel-CEO Bob Swan will 5G-Komponenten weiterhin so herstellen, dass sie den Bedürfnissen der "globalen Kundenbasis, Netzbetreiber, Cloud-Anbieter und Herstellern von Telekommunikations-Hardware" entsprechen. Unter anderem kann Intel weiterhin Modems für den Mobilfunk produzieren, solange sie nicht für Smartphones gedacht sind. Das Unternehmen hält sich zurück, was die Entwicklung von 5G-Komponenten betrifft und möchte in diesem Bereich künftig (noch) keine hohen Gelder investieren.

Originalmeldung vom 23. Juli 2019: 

Apple plant, die bayerische Intel-Sparte für 5G-Modem-Chips für 1 Milliarde US-Dollar zu übernehmen. Der Kaufabschluss könnte schon nächste Woche vonstattengehen. Ab dann würde Apple die Produktion übernehmen. Wahrscheinlich übernimmt Apple die ehemaligen Infineon-Beschäftigten. 

Seit rund einem Jahr versuchen Apple und Intel, einen gemeinsamen Nenner für die Übernahme der 5G-Modem-Produktion zu finden, wie das Wirtschafts-Magazin Wallstreet Journal berichtet. Intel selbst soll mit den 5G-Modems Verlust erwirtschaftet haben.

Aus dem Rechtsstreit um Lizenzgebühren für Qualcomm-Funktechnologien folgt eine Unsicherheit in der Versorgung. Deshalb ist es für Apple sinnvoll, die Herstellung der wichtigsten Komponenten ins eigene Portfolio aufzunehmen und den Deal mit Intel abzuschließen.

Lesetipp: 5G-Frequenzauktion und dann? - So steht es um das neue Netz

Apple setzt bislang auf unterschiedliche Hardware-Hersteller. So arbeiten zum Beispiel iPhone 4, 7, XS und XR mit Infineon-Modems. Für die iPhone-Generationen 4S bis 6S verpflichtete sich Apple, Qualcomm-Modems zu nutzen. Die für Herbst 2019 erwarteten iPhones laufen wieder mit Qualcomm-Modems. Eine Übereinkunft zwischen Apple und Qualcomm arrangiert, dass Qualcomm iPhones die nächsten sechs Jahre mit Qualcomm-Basebands versorgt.

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