Qualcomm vs. Apple

Qualcomm klagt: Apple drosselt unsere Chips im iPhone 7

Der Rechtsstreit zwischen Qualcomm und Apple eskaliert. Nach der Klage durch Apple geht der Zulieferer in die Offensive - und erhebt schwere Vorwürfe in Bezug auf das iPhone 7.

iPhone 7 Wasser

© Apple

Schöpft Apple die Funk-Chips im iPhone 7​ bewusst nicht voll aus? Diesen Vorwurf erhebt Qualcomm im aktuellen Rechtststreit.

Es ist der Höhepunkt in einem laufenden Rechtsstreit zwischen Qualcomm und Apple. Nachdem Apple bereits Klage gegen Qualcomm eingereicht hatte, schlägt der Chip-Hersteller nun zurück und klagt ebenfalls. Der Vorwurf: Apple habe sich nicht an Verträge und Patent-Bestimmungen von Qualcomm gehalten. Außerdem habe Apple bewusst das Leistungspotential der im iPhone 7 verbauten Qualcomm-Chips nicht voll ausgenutzt und damit die Qualität von Qualcomms Produkten nicht repräsentiert.

Durch die unnötige Drosselung seien Leistungsunterschiede zwischen Qualcomm-Funkchips und Intel-LTE-Chips, die ebenfalls in iPhone-7-Modellen verbaut wurden, verschleiert worden. Außerdem habe Apple Qualcomm gedroht, um zu verhindern, dass Qualcomm in der Öffentlichkeit Vergleiche zwischen den eigenen und konkurrierenden Funk-Chips anstellt.​

Kein iPhone ohne Qualcomm?

​Don Rosenberg, Executive Vice President bei Qualcomm wird in einem offiziellen Statement​ zitiert. Apple habe demnach mit seinen Produkten in den letzten zehn Jahren eine bedeutende Rolle dabei gespielt, die Vorzüge moderner Technologien zu den Konsumenten zu bringen. Seiner Meinung nach hätte das iPhone-Franchise jedoch nicht entstehen können ohne die Funk-Technologie von Qualcomm. Nun weigere sich Apple, diese so lange etablierte Technologie von Qualcomm anzuerkennen. Man wollte sich vehement gegen die Anschuldigungen von Apple wehren und das eigene Geschäftsmodell verteidigen.

​Unfaire Patentgebühren bei Qualcomm?

​Apple hatte zu Beginn des Jahres Qualcomm verklagt mit der Begründung, das Unternehmen habe zu hohe Patentgebühren verlangt, angeblich in fünffacher Höhe der Gebühren die Qualcomm normalerweise in Zusammenarbeit mit anderen Firmen verlangt. Aus Sicht von Apple entstehen die hohen Kosten dadurch, dass Qualcomm auch Gebühren verlangt für Technologie, mit der der Chip-Hersteller nichts zu tun habe. So zum Beispiel mit der Touch-ID-Funktion oder fortschrittlicher Kamera- und Display-Technik. Im jahrelangen Streit um faire Patentkosten lasse Qualcomm Apple keine andere Wahl, als vor Gericht zu ziehen, heißt es im einem offiziellen Statement, das in seiner kompletten Fassung bei CNBC​ nachzulesen ist.

​Lesetipp: Reparatur durch Dritte: Home-Button beim iPhone 7 blockiert​​

Bei Qualcomm bezeichnete man die Vorwürfe als haltlos. Apple habe absichtlich Qualcomms Beitrag zur technologischen Weiterentwicklung falsch dargestellt. Man begrüße die Gelegenheit, die Anschuldigungen vor Gericht zu hören und dabei zu zeigen, wie streng Apple dabei vorgehe Leistung zu beurteilen.

Da Qualcomm nun seinerseits zum Gegenschlag ausgeholt hat, darf man wohl davon ausgehen, dass der Rechtsstreit noch einige Zeit andauern wird.

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