Browser sammelt Nutzerdaten

Spionage auf Xiaomi-Handys? Hersteller reagiert auf Vorwürfe

Ein Forbes-Artikel warnt davor, dass Xiaomi-Smartphones Nutzerdaten sammeln und weitergeben. Nun reagiert Xiaomi auf die Vorwürfe.

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Welche Daten sammeln Xiaomi-Smartphones während der Nutzung?

In einem Bericht vom 30. April warnt Forbes, dass Xiaomi die Nutzungsdaten von Millionen Smartphone-Nutzern aufzeichnet. Was steckt hinter den Vorwürfen und wie reagiert Xiaomi darauf?

Laut Forbes zeigten die Beobachtungen von Sicherheitsforschern, dass sowohl der auf Xiaomi-Smartphones vorinstallierte Default-Browser als auch die im Google Play Store erhältlichen Mi Browser Pro und Mint Browser von Xiaomi Daten zu besuchten Webseiten und Suchanfragen sammeln. Und dies offenbar auch im Inkognito-Modus. 

Daneben zeichnen Xiaomi-Smartphones den Analysen zufolge auch auf, welche Ordner und Screens geöffnet wurden. Auch seien Geräteinformationen abgefragt worden, durch die die Daten möglicherweise einem Nutzer zugeordnet werden könnten. Die gesammelten Daten wurden an einen von Alibaba gehosteten Server geschickt, den Xiaomi gemietet hat.

Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Daten zwar verschlüsselt übertragen wurden, die Verschlüsselung aber leicht zu knacken war. So konnten die Forscher aus den übertragenen Daten Informationsblöcke auslesen und schnell nachvollziehen, welche Daten vom Smartphone versendet wurden.

Xiaomi reagiert auf Vorwürfe

Xiaomi hat inzwischen auf die im Forbes-Artikel erhobenen Vorwürfe reagiert. In einem Blog-Post betonte der Hersteller, dass Datenschutz und Sicherheit der Nutzer oberste Priorität habe. Die Firma halte sich strikt an die Gesetze und Vorgaben zum Schutz der Privatsphäre der Nutzer in den Ländern, in denen sie tätig sei.

Mit der Zustimmung der Nutzer erfasse Xiaomi anonymisierte Daten zur Verbesserung der Nutzererfahrung. Dazu zählen etwa Systeminformationen, Einstellungen, Reaktionsfähigkeit und Absturzberichte. Die Daten dienen der internen Analyse und werden laut Xiaomi in aggregierter Form erfasst, so dass sie nicht auf einzelne Nutzer zurückzuführen seien.

Die individuelle Browser-Historie werde nur synchronisiert, wenn der Nutzer in seinen Mi-Account eingeloggt sei und die Datensynchronisierung in den Einstellungen aktiviert sei. Dies geschehe beispielsweise, um die geöffneten Webseiten zwischen mehreren Geräten eines Nutzers zu synchronisieren. 

Im Inkognito-Modus werden die Browser-Daten laut Xiaomi nicht synchronisiert. Allerdings werden weiterhin aggregierte  Nutzungsdaten zu statistischen Zwecken gesammelt. Dazu zählen beispielsweise auch URLs, anhand derer Xiaomi auswertet, welche Webseiten langsam laden. Dadurch soll die allgemeine Browser-Performance verbessert werden.

In einem Update für seine Browser, das mittlerweile verfügbar ist, hat Xiaomi nun aber eine Option eingeführt, die es ermöglicht, auch die aggregierte Datensammlung im Inkognito-Modus zu deaktivieren. Dieser An/Aus-Schalter soll im Mi Browser/Mi Browser Pro in der Version 12.1.4 und im Mint Browser Version 3.4.3 enthalten sein.

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