Smarte Gadgets für Vergessliche
Die einen haben alles im Kopf, merken sich Namen, Geburtstage, Termine und Co. Die anderen haben Bluetooth, GPS oder eine clevere App auf dem Smartphone, die dabei hilft, nichts zu vergessen.
Jeder vergisst doch hin und wieder mal etwas. Wieso der Autoschlüssel im Kühlschrank liegt, dass man das Smartphone aus wichtigen Gründen in der Sofaritze deponiert hat oder dass das Passwort für den Online-Shop der Geburtstag der Mutter, nur rückwärts und mit Sonderzeichen war. In unseren Kö...
Jeder vergisst doch hin und wieder mal etwas. Wieso der Autoschlüssel im Kühlschrank liegt, dass man das Smartphone aus wichtigen Gründen in der Sofaritze deponiert hat oder dass das Passwort für den Online-Shop der Geburtstag der Mutter, nur rückwärts und mit Sonderzeichen war.
In unseren Köpfen sammeln sich oft mehr Informationen als uns lieb sein dürfte. Zum Glück gibt es smarte Gadgets, mit denen wir einige Dinge, die wir uns merken sollten, ganz bequem auslagern können. Sie tracken, piepen, erinnern und managen, um uns immer genau dann die passenden Informationen zu liefern, wenn sie uns gerade fehlen.
Wer trackt, der findet
Smarte Tracker sind unauffällige Begleiter für Dinge, die täglich gebraucht und genauso täglich verlegt werden – vom Schlüssel über das Portemonnaie bis zur Handtasche. Technisch arbeiten sie in kurzer Distanz per Bluetooth mit dem Smartphone zusammen. Ist etwas in der Nähe, lässt sich ein Signalton abspielen oder die Richtung auf dem Display anzeigen.
Je nach System greifen diese Tracker zusätzlich auf weitere Netzwerke zu, um den Radius entsprechend zu vergrößern: Bei Apple funken AirTags beispielsweise über das weltweite „Wo ist?“-Netz mit vielen Millionen anderen Apple-Geräten, die beim Wiederfinden helfen wollen.
Auch Samsung bindet zur Ortung seiner SmartTags andere Galaxy-Geräte ein, um so auch Dinge zu lokalisieren, die per Bluetooth nicht mehr erreichbar sind. Bei Tile unterstützt ebenfalls die Community-Funktion dabei, den Standort zu ermitteln, wenn dieser außerhalb der Bluetooth-Reichweite liegt.
Der Vorteil hier ist, dass sich das System plattformübergreifend nutzen lässt – dafür haben Apple und Samsung mehr User, die funken. Doch die Reichweite ist nicht das einzige, was einen zuverlässigen Tracker ausmacht. Auch die Präzision der Ortung, die Lautstärke des Signals, eine mögliche Wasserresistenz sowie die Akkulaufzeit spielen eine Rolle.
Nützlich sind außerdem Trenn-Erinnerungen: Laufen wir mit dem Smartphone in der Hand aus der Tür, haben aber die Schlüssel liegen gelassen, bekommen wir eine Benachrichtigung. Beim Kauf zu beachten: Es gibt Modelle, die ein Abo voraussetzen und so laufende Kosten verursachen.
Hier wird der Findende zum Gefundenen
Natürlich lässt sich der Spieß auch umdrehen. Denn es könnte ja genauso passieren, dass wir unser Smartphone irgendwo liegen lassen. Schließlich haben wir das Phone im Grunde immer und überall dabei – wir laufen also auch ständig Gefahr, es irgendwo zu vergessen. Um dieses dann wiederzufinden, brauchen wir im Zweifel nicht einmal zusätzliche Hardware.
Auf iPhones steht auch dafür die App „Wo ist?“ zur Verfügung, die unsere Apple-Geräte auf der Karte anzeigt oder sie klingeln lässt. Zudem gibt es einen Modus, über den sich Geräte, wenn es ernst wird, aus der Ferne sperren oder löschen lassen.
Auf Android-Geräten nennt sich diese Funktion recht unmissverständlich „Mein Gerät finden“. Sie bietet dieselben Grundaufgaben: orten, klingeln, sperren, löschen. Wichtig ist in beiden Welten, die Funktionen einmal sauber zu aktivieren und das Konto zu verknüpfen, damit im Fall der Fälle alles mit wenigen Fingertipps bereitsteht.
Wer besonders vergesslich ist, richtet zusätzlich Familien- oder Kontofreigaben ein. Dann kann auch eine Vertrauensperson helfen, den Standort nachzusehen. Gleichzeitig lässt sich die „Mein Gerät finden“-Funktion so natürlich auch nutzen, um beispielsweise den eigenen Standort für Familie oder Freunde freizugeben und auf einer Karte orten zu können. Doch es gibt natürlich noch andere Möglichkeiten, um Dinge wiederzufinden.
Tracker mit Verbindung nach oben
Bluetooth eignet sich großartig für die eigenen vier Wände, das Büro oder vielleicht noch das Café um die Ecke. Sobald aber größere Distanzen ins Spiel kommen, wir beispielsweise unser Auto oder das Fahrrad tracken wollen, brauchen wir mehr Reichweite – und satteln um auf GPS.
GPS-Tracker bestimmen ihren Standort per Satellit und schicken ihn meist über Mobilfunk an die App auf unserem Smartphone. Ob unser Auto also in Harsewinkel auf einem Parkplatz steht oder durch die südfranzösische Provence tuckert, spielt dabei keine Rolle. Voraussetzung ist aber eben auch hier eine Funkverbindung – in Tiefgaragen oder Tunneln hat es sich demnach meist ausgetrackt. Doch anhand des letzten bekannten Standortes dürfte ein Auffinden dennoch kein Problem sein.
GPS hat also sehr viel mehr Reichweite, braucht aber meist ein Abo, um seinen Standort übertragen zu können. Außerdem ist der Energiebedarf hier höher – daher müssen die Akkus regelmäßig befüllt werden. Gute GPS-Tracker erstellen Protokolle, melden ungewöhnliche Bewegungen, erlauben Geofencing und bringen außerdem noch starke Akkus mit.
Passwort-Manager als externes Gehirn
Passwörter sind nur dann sicher, wenn sie lang, zufällig und einzigartig sind. Aber genau dann ist es auch besonders schwierig, sich die Zugangsdaten zu merken. Zumal wir natürlich nicht nur einen Account haben, sondern für jeden Online-Shop, jede App und jedes Portal ein anderes Passwort festlegen wollen.
Zu viel für ein durchschnittliches Gehirn. Smarte Passwort-Manager lösen diesen Engpass elegant: Ein verschlüsselter Tresor speichert alle Logins, füllt sie automatisch aus, schlägt neue starke Kennwörter vor und synchronisiert zwischen Geräten. Immer häufiger ersetzen Passkeys die klassischen Passwörter, um Anmeldungen deutlich sicherer und bequemer zu machen.
Neben den integrierten Lösungen von Apple, Google oder Microsoft gibt es auch plattformübergreifende Manager, wie beispielsweise von 1Password. Das Prinzip ist recht einfach: Nur der Nutzer hat Zugriff auf die Inhalte, Anbieter und Angreifer schauen in die verschlüsselte Röhre. 1Password speichert und nutzt Passkeys in Browsern und Apps.
Immer mehr Dienste lassen sich derweil ohne Passwort nutzen. Passkeys authentifizieren uns dazu beispielsweise über Face ID oder Fingerabdruck. Daher sind sie wirkungsvoll gegen Phishing und ersparen uns sogar das Eingeben und Merken eines einzigen Master-Passworts. Puh, wieder eine Info weniger im Oberstübchen.
Passwortspeicher
Passwörter merken: Die Königsdisziplin für das überladene Gedächtnis. Mit externen Passwortspeichern lassen sich die Codes auslagern.
Passwörter – wenn wir sie uns ausdenken, wollen wir möglichst undurchsichtig sein. Kein Hacker soll unsere Zugangsdaten erraten. So scheuen wir weder Sonderzeichen noch Zahlenkombinationen. Doch Wochen später sind die cleveren Kombinationen in einer gut verschlossenen Schublade in unserem Gedächtnis verstaut – und wir haben sie schlicht vergessen.
Diesem Problem wollen sich smarte Lösungen wie NFC-Karten, die Passwörter speichern, oder USB-Sticks mit integriertem Passwort-Manager widmen. Absolut (idioten-)sicher soll das passieren. Dazu werden die sensiblen Anmeldedaten zum Beispiel bei Renkforce nicht als Klartext auf dem PC abgelegt, sondern verschlüsselt auf dem USB-Stick gespeichert. Erst nach der entsprechenden Authentifizierung öffnet sich der praktische Datentresor und gibt die Zugänge wieder frei, damit der Nutzer sich damit einloggen kann.
Der Renkforce-USB-Passwort-Manager speichert Anmeldedaten, also Benutzernamen und Passwort, für bis zu 100 Webseiten und nutzt laut Hersteller dazu eine verschlüsselte Speicherung, um zu verhindern, dass Unbefugte die wirre Zeichensammlung, die wir Passwort nennen, in die Hände bekommen.
Bis zu 120 Zeichen dürfen die Zugangscodes haben. Sicher ist sicher. Erst wenn der Stick im Slot steckt, sein Programm starten kann und wir uns mit unserem Master-Passwort (ja, ganz ohne Passwort geht es auch hier nicht) verifizieren, bekommen wir Zugriff auf die Daten. Neben den Zugängen finden dort auch Seriennummern, PINs oder andere Geheimnisse mit bis zu 150 Zeichen Platz.
Auf diese Weise lässt sich die Passwortsammlung unabhängig vom Gerät aufrufen – also auf dem heimischen PC, ebenso wie am Laptop unterwegs. Gerät der Stick doch einmal in die falschen Hände, können auch diese keinen großen Schaden anrichten – nach der sechsten Fehleingabe des Master-Passworts wird der Stick unbrauchbar. Praktisch.
Nummer sicher, oder? Die Sicherheit von Passwort-Managern hängt stark von der verwendeten Verschlüsselung, zusätzlichen Schutzmechanismen und der Möglichkeit zur Sperrung ab. Einige NFC-Chips bieten zudem oft hardwareseitige Schutzfunktionen, die die Manipulation erschweren. Zu bedenken ist auch die Abhängigkeit von der Hard- und Software – sowohl in Bezug auf Diebstahl oder Verlust als auch mit Blick auf die langfristige Kompatibilität.
Erinnern, bevor es gefährlich wird
Medikamente pünktlich und korrekt einzunehmen, ist leichter gesagt als getan. Auch hier müssen wir uns merken, welche Tabletten wir schon genommen haben, welche Döschen schon befüllt wurden – oder auch nicht. Die Lösung findet sich auch hier auf dem Smartphone. Denn smarte Pillendosen bringen ganz automatisch Ordnung in komplexe Pläne.
Sie erinnern mit Ton und Licht an die Einnahme oder benachrichtigen Angehörige auf Wunsch, wenn eine Tablette vergessen wurde. Die Systeme verbinden sich per WLAN, beispielsweise die DoseControl. Sie erkennt eingenommene oder vergessene Dosen und meldet unter anderem, wenn sich der Vorrat dem Ende neigt. Die Ausgabe der Tabletten passiert zeitgesteuert und mit Erinnerung.
Auch bei den smarten Tablettenboxen gibt es Abo-Modelle, die laufende Kosten für die Nutzung verursachen können. Alternativ zu den vernetzten Döschen gibt es auch reine Smartphone-Apps, die uns mit einer Push-Benachrichtigung an die Einnahme unserer Tabletten erinnern möchten – zum Beispiel die MyTherapy-Tabletten-Erinnerung. Hier können nicht nur Medikamente, sondern auch Werte und Symptome erfasst werden. Sogar Wechselwirkungen werden dann angezeigt.
Smarte Schlösser
Schlüssel vergessen? Kein Problem: Dank smarter Türschlösser öffnen wir per App, Fingerprint oder Zahlencode. Und das sind noch nicht alle Funktionen.
Die Tür fällt ins Schloss und der Schlüssel liegt auf dem Küchentisch. Kaum eine Vergesslichkeit ist so folgenschwer wie das Aussperren aus den eigenen vier Wänden. Ist niemand da, der uns wieder hineinlassen kann, muss der Schlüsseldienst kommen – das kostet Zeit, Geld und Nerven.
Nicht nur für Vergessliche öffnet ein smarter Antrieb für das Türschloss da ganz neue Möglichkeiten – denn die Pforte gehorcht damit schlüssellos, zum Beispiel per App. So öffnet sie sich nicht nur per Smartphone, sondern erlaubt es auch, zeitlich begrenzte Zutrittsrechte zu teilen. Außerdem können wir die Tür automatisch abschließen (Auto-Lock) und protokollieren auch noch, wer ein- und ausgegangen ist.
Außerdem praktisch für Vergessliche: In der App sehen wir auch von unterwegs, ob wir abgeschlossen haben oder nicht, und können es – je nach Modell – noch nachholen. Voraussetzung dafür ist die Einbindung ins WLAN.
Während smarte Schlösser wie beispielsweise das Nuki Smart Lock Pro dank integriertem WLAN-Modul auch einen Fernzugriff ermöglichen, müssen wir bei Schlössern, die via Bluetooth kommunizieren, in Reichweite sein oder eine Bridge nutzen, um sie anzusteuern.
Viele Schlösser erkennen herannahende Bewohner via Geofencing und öffnen die Tür ganz automatisch – wie aufmerksam. Praktisch ist auch eine zeitgesteuerte Nutzung des Schlosses. Mit der Integration ins Smarthome definieren Vergessliche beispielsweise, dass die Tür sich um 22 Uhr von ganz alleine abschließt. Auch Siri, Alexa und Co. können in diesem Fall absperren – und das ganz einfach auf Zuruf.
Außerdem lässt sich per Auto-Lock festlegen, dass sich die Tür beim Verlassen des Hauses automatisch abschließt, sobald wir sie ins Schloss gezogen haben.
Smarter Riegel
Um das Türschloss zu vernetzen, wird in den meisten Fällen einfach ein motorisierter Antrieb nachgerüstet, der im Grunde nichts anderes tut, als den Schlüssel im Schloss zu drehen, wenn die App es ihm befiehlt. Der Vorteil dieser Schlösser liegt darin, dass sie sich relativ einfach, ohne großen Aufwand und vor allem reversibel installieren lassen. Je nach Modell kann es sein, dass der Schlüssel jedoch dazu gekürzt werden muss. Alternativ zum vernetzten Antrieb gibt es smarte Schließzylinder, bei denen der Installationsaufwand entsprechend größer ist.
Den Durst vergessen
Erwachsene sollten laut Bundesministerium für Ernährung im Schnitt 1,5 Liter Wasser trinken. Eigentlich ja kein Problem, doch trotzdem passiert es, dass wir im Alltag zu wenig trinken. Nicht aus mangelndem Durstgefühl, sondern weil Termine, Arbeit und andere Ablenkungen dazwischenkommen und wir das Trinken einfach vergessen. Genau hier setzen smarte Wasserflaschen und Apps an.
Smarte Flaschen wie die HidrateSpark Pro verfolgen Schluck für Schluck, ob wir genug trinken, und erinnern uns per LED-Licht daran, die Flüssigkeitszufuhr nicht zu vernachlässigen. Natürlich wird eine Flasche erst zur intelligenten Flasche, wenn sie eine Bluetooth-Schnittstelle aufweist, die unsere getrunkenen Leistungen zuverlässig in die passende App überträgt.
Alternativ zu Hardware-Lösungen wie diesen gibt es Apps wie Wassererinnerung oder Plant Nanny, die dafür sorgen, dass wir nicht vergessen, zum Glas zu greifen. Auch viele Fitness-Tracker bieten Tools mit integrierter Trink-Erinnerung. Die Apps berechnen den individuellen Flüssigkeitsbedarf, motivieren spielerisch und führen natürlich auch Statistiken, die uns das eigene Trinkverhalten vor Augen führen.
So soll aus einer simplen Gewohnheit eine smarte Routine werden, die wir nicht mehr vergessen. Doch das sind längst nicht die einzigen Apps, die unserem Gedächtnis regelmäßig auf die Sprünge helfen.
App in den Kopf
Was hatten wir nicht alles zu erledigen? Bei der Arbeit, im Haushalt, mit der Familie. Die Aufgaben sammeln sich, und es wird immer schwerer, sich alles zu merken. Auch hier führt uns der Weg in den App-Store unseres Vertrauens. Dort laden wir To-do-Apps und Notizdienste auf das Smartphone.
Anwendungen wie beispielsweise „Todoist“ strukturieren unsere Aufgaben nach Projekten, Terminen und Labels und erinnern uns an Termine bzw. Fälligkeiten. So lässt sich die App nicht nur für den privaten, sondern auch für den beruflichen Einsatz nutzen. Ein weiterer Ort, an dem wir immer wieder innehalten und uns voller Selbstzweifel fragen: „Was wollte ich hier?“, ist der Supermarkt.
Einkaufslisten im Kopf behalten? Nicht mit schlauen Apps wie zum Beispiel Bring. Sie ermöglicht uns das gemeinsame Befüllen der Liste mit anderen Bewohnern unseres Haushaltes oder bietet die Option, den Einkaufszettel per Sprachassistent zu füllen.
Kann man das echt vergessen?
Ganz vergessen können wir unsere Vergesslichkeit noch nicht, aber es gibt sehr viel gute Unterstützung, die uns dabei hilft, alles Wichtige im Blick zu behalten. Bluetooth leitet uns in der Nähe zu verlorenen Gegenständen, GPS tut das in der Ferne. Intelligente Passwort-Manager sorgen dafür, dass wir im digitalen Alltag noch alle Zeichen beisammen haben, während uns das smarte Schloss die Haustür öffnet.
Damit wir auch die Gesundheit nicht vergessen, erinnern uns vernetzte Pillendosen an die Einnahme unserer Tabletten, während die Wasserflasche meldet, wir haben noch nicht genug getrunken. Mit der richtigen Mischung aus smarten Gadgets und passenden Apps entsteht so ein cleveres System, das uns dabei hilft, Dinge nicht zu vergessen.