Fiebermonitor des RKI

Datenspende-App: Mit Fitnesstrackern Corona auf der Spur

Von der Corona-Warn-App dürfte jeder gehört haben. Das Robert-Koch-Institut wertet aber auch „Datenspenden“ von Fitnessarmbändern aus, um die Ausbreitung des Virus zu verfolgen. Das steckt dahinter.

© RKI (Screen: WMP)

Die Datenspende-App des RKI wertet die Analysen von Fitnessarmbändern aus.

Das RKI veröffentlicht neben den Infektionszahlen auch täglich einen Fiebermonitor für Deutschland. Der basiert auf den Daten, die Nutzerinnen und Nutzer von Smartwatches und Fitnesstrackern dem RKI in Form einer „Datenspende“ übermitteln. Daraus will das RKI ablesen, ob in einer Region überdurchschnittliche viele Menschen eine erhöhte Temperatur oder einen erhöhten Ruhepuls aufweisen, was ein Anzeichen für eine Covid-19-Infektion sein kann.

Tendenz bis zu vier Tage früher als Meldezahlen

In einem Blog berichtet das Projektteam regelmäßig über seine Arbeit. Hier teilten die Macher am 17. Oktober mit: „Wir haben die vergangenen Wochen unter Hochdruck an unserem Algorithmus gearbeitet und ihn verbessert. Ein wichtiges Ziel der Optimierung war es, die Einflüsse von Klima und Wetter auf die Ruhepuls- und Aktivitätsprofile herauszurechnen.“ In einem Interview mit dem Deutschlandfunk äußerte der Leiter des Projekts, Professor Dirk Brockmann, nun die Hoffnung, dass die Fieberkurve die Virusausbreitung bis zu vier Tage früher anzeigen könnte als die täglichen Meldezahlen.

Vitaldaten direkt vom Handgelenk

Nachvollziehbar: Denn bis jemand mit Krankheitsanzeichen zum Arzt geht und ein Testergebnis erhält, dauert es seine Zeit. Aktivitäts- und Vitaldaten direkt vom Handgelenk lassen sich dagegen unmittelbar auswerten. So geben etwa der Ruhepuls, das Schlafverhalten, die Herzfrequenzvariabilität, die Hauttemperatur, die Gewichtsentwicklung, die tägliche Schrittzahl und Ähnliches Hinweise auf den Gesundheitszustand.

RKI unterstützen? So geht’s

Wer ein smartes Armband besitzt und die Datenspende-App unterstützen möchte, lädt sich das Programm aus Apples App Store oder dem Google Play Store auf sein Smartphone. Dann gibt man nach Zustimmung seine Daten für die Auswertung frei und tippt seine Postleitzahl ein. Diese ist für die Analyse der geografischen Ausbreitung wichtig. Stand heute machen bereits über 529.000 Bürger mit.

Folgende Smartwatches und Tracker werden unterstützt: Alle Geräte, die mit Apple Health, Samsung Health und Google Fit verbunden sind, zudem Modelle von Fitbit, Garmin, Amazfit, Oura, Polar und Withings.

Datenschutz und Privatsphäre

Die Corona-Warn-App scheint auf einem guten Weg zu sein. Doch hält sie auch dem kritischen App-Sicherheitstest stand?

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