Schnäppchen oder überholt?

Fitbit Charge 3 jetzt günstiger – lohnt sich der Kauf noch?

Nachdem Fitbit den neuen Tracker Charge 4 vorgestellt hat, ist der Vorgänger deutlich im Preis gefallen. Auf was Käufer verzichten müssen – und für wen der Charge 3 ein guter Deal ist.

© Fitbit

Oldie but Goldie? Der Fitbit Charge 3 ist jetzt günstiger zu haben.

Seit Mitte April 2020 verkauft Fitbit sein neues Fitnessarmband Charge 4. Das geht mit derselben Preisempfehlung wie der Vorgänger an den Start: knapp 150 Euro. Der Preis des Charge 3 ist infolge dessen kräftig gefallen: Er ist jetzt schon für 89 Euro zu haben. Wo liegen die Unterschiede? Und lohnt es sich, beim alten Modell zuzuschlagen?

GPS und Spotify Control nur beim Charge 4

Käufer des älteren Geräts müssen auf einige Features verzichten. So bietet nur der Charge 4 mit Spotify Control die Möglichkeit, die Streaming-App vom Handgelenk aus zu steuern. Auf dem Tracker selbst lässt sich aber weiterhin keine Musik speichern, das Smartphone muss also ohnehin mit zum Training. 

Der größte Pluspunkt des Charge 4 ist der integrierte GPS-Sensor, der beim Charge 3 fehlt: Er kann ohne Smartphone die Wegstrecke und das Tempo beim Laufen, Gehen und Radfahren aufzeichnen. Auch Ski- oder Kajaktouren lassen sich tracken. 

Das Ergebnis stellt die Fitbit-App anschließend in einer Karte dar, in der auch die Herzfrequenzzonen und das Tempo auf den einzelnen Abschnitten ablesbar sind. Top für alle, die auf Leistung trainieren – sie können genau nachvollziehen, wo sie mit welchem Level unterwegs waren und entsprechend optimieren.

Aktivzonenminuten beim Charge 4

Auch die neue Tagesauswertung nach Aktivzonenminuten bleibt bislang dem Charge 4 vorbehalten. Damit geht Fitbit weg vom reinen Schrittezählen und setzt stattdessen auf die Empfehlung der WHO, pro Woche mindestens 150 Minuten mit mindestens mäßiger Aktivität zu absolvieren. Umgerechnet macht das 22 Minuten pro Tag mit erhöhter Herzfrequenz – wenn’s mehr werden, umso besser. Kommt man in den relevanten Bereich, vibriert der Charge 4 kurz, auch das hilft beim gezielten Training.

Die Aktivzonen teilt Fitbit wie bisher individuell anhand der Herz-Kreislauf-Werte und des Alters in drei Stufen ein: Fettverbrennung, Kardio und Höchstleistung. Jede Aktivität in der Fettverbrennungszone wird als einfache Aktivzonenminute gezählt, Aktivitäten in der Kardio- und Höchstleistungszone zählen doppelt. Unterwegs zeigt der Charge 4 die Aktivzonenminuten in Echtzeit an.

Auch die neue grafische Auswertung, die auf einen Blick detailliert informiert und die relevanten Grafiken bündelt, gibt’s bis dato nur beim Charge 4. Aktive Minuten weist zwar auch der Charge 3 aus, es braucht aber mehr Klicks unter Training oder Herzfrequenz, um die Intensität einzusehen.

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Auf einen Blick: Die Tagesauswertung der Aktivzonenminuten beim Charge 4.

Schlafindex und Sauerstoffsättigung bieten beide

Den Schlafindex, der den Ruhepuls während der Nacht auswertet und den SpO2-Sensor, der die Sauerstoffabweichung erfasst, bieten dagegen beide Tracker. Daraus lassen sich wichtige Informationen über die Qualität des Schlafs und eventuelle Anzeichen für gefährliche Atemaussetzer ableiten.

Den Charge 4 kann man aber anders als den Vorgänger direkt am Gerät in den Ruhe- oder Schlafmodus stellen. Dann stören keine Benachrichtigungen vom Smartphone (die beide Tracker unterstützen). Im Schlafmodus wird zusätzlich das Display gedimmt und aktiviert sich nur auf seitlichen Druck, nicht durch Bewegung.

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Ob Wegstrecke und Herzfrequenzzonen (nur Charge 4) oder die Schlafqualität (beide Tracker): Die Fitbit-App bereitet die gesammelten Daten sehr schön auf.

Fazit

Wer in erster Linie seine Schritte, die Herzfrequenz und den Puls erfassen möchte, ist mit dem älteren Charge 3 nach wie vor gut bedient. Wichtige Gesundheitsinformationen wie den Schlafindex und die Sauerstoffsättigung bei Nacht liefert auch er. 

Wer dagegen ambitioniert trainiert und viel Outdoor-Sport betreibt, findet im Charge 4 den ausgereifteren Tracker: Die GPS-gestützte Streckenanalyse nach Herzfrequenzzonen und Tempo hilft beim zielgerichteten Workout. Die neu aufbereiteten Aktivzonenminuten geben den schnellen Überblick über das geleistete Pensum, auch in Echtzeit unterwegs. 

Hier geht’s zu den ausführlichen Testberichten:

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