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Smartphone-Tarif: Netzbetreiber oder Discounter?

Fürs neue Phone braucht man auch den passenden Tarif. Doch wohin soll man gehen – zum Netzbetreiber oder Mobilfunk-Discounter? connect klärt auf.

Inhalt
  1. Smartphone-Tarif: Netzbetreiber oder Discounter?
  2. Smartphone-Tarif: Leistung und Flexibilität
Netzbetreiber-Angebote im Check

© Valua Vitaly / Fotolia.com

Qual der Wahl: Netzbetreiber oder Mobilfunk-Discounter

Wer vor einer Entscheidung steht, der hat die Qual der Wahl: Das gilt vor unbekannten Straßenkreuzungen, in Wahlkabinen und bei der Suche nach dem passenden Smartphone-Tarif sowieso. Die Mobilfunker machen’s der Kundschaft mit ihrem überbordenden Angebot wahrlich nicht leicht: 

So fühlt man sich als Kunde ob der Tarifvielfalt erschlagen. Doch wer sich bei der Entscheidungsfindung vorab einige Dinge klarmacht, den zwingt das Chaos nicht so schnell in die Knie.

Netzwahl maßgeblich

Noch vor dem Preis ist die Netzqualität entscheidend: Hier geben selbstredend die Netzbetreiber den Ton an. Die Deutsche Telekom und Vodafone treiben den LTE-Ausbau voran und treten dabei aufs Gaspedal: So beträgt das Datentempo bei der Telekom bis zu 300 Mbit/s, bei Vodafone gar bis zu 500 Mbit/s. Vorteil: Die hohen Datenraten sind bei beiden nicht nur für die Vertrags-, sondern auch für die Prepaid-Klientel nutzbar.

Im aktuellen connect-Netztest​ machte die Telekom das Rennen vor Vodafone. Doch auch Telefónica O2 will den Anschluss nicht verlieren und konnte seine Netzqualität vor allem in den Ballungsgebieten ordentlich steigern. Mit bis zu 225 Mbit/s ist man bei den Münchnern auch nicht eben lahm unterwegs. 

Doch schnelle Downloads allein machen den ambitionierten Smartphone-Nutzer nicht glücklich: In Zeiten von Facebook, Instagramm und Youtube wird der Upstream immer wichtiger. Auch hier lässt das Netzbetreiber-Trio nichts anbrennen: Telekom und Telefónica laden Bilder und Videos mit bis zu 50 Mbit/s, Vodafone sogar mit bis zu 100 Mbit/s hoch. 

Wichtig: Wer auf der Suche nach dem richtigen Tarif ist, sollte zunächst einmal auf den Webseiten der Anbieter oder noch besser mit dem Handy eines Bekannten prüfen, wie gut der Empfang an den Orten ist, wo er sich maßgeblich aufhält.​

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Große Preisunterschiede

Die Netzbetreiber bauen nicht nur schnelle LTE-Netze, sie sind auch ständig dabei, ihre Tarife dem rasant steigenden Datenhunger anzupassen. Hier heben sich Vodafone und Telefónica O2 hervor. Vielnutzer mit einem Vodafone-Red-Tarif freuen sich für rund 45 Euro pro Monat über Sprach- und SMS-Pauschalen sowie 16 GB Datenvolumen. 

O2 toppt das Ganze und offeriert sogar 30 GB für fünf Euro weniger im Monat. Wem das nicht reicht, der kann für fünf Euro mehr in allen O2-Free- Paketen das Doppelte an Highspeed-Volumen ordern. Die Telekom bietet ihren Premium-Kunden mit 10 GB am wenigsten, verlangt dafür mit über 48 Euro pro Monat aber am meisten. 

Noch schlimmer trifft es die Wenignutzer: Die zahlen für überschaubare 2,5 GB im Magenta Mobil S fast 37 Euro und damit nahezu dreimal so viel wie bei den Discountern. Unterm Strich gilt: Wer sein Smartphone nicht regelmäßig nutzt, für den lohnt sich ein Vertragsabschluss bei den Netzbetreibern in der Regel nicht. 

Wer dagegen aus dem Vollen schöpfen will, der findet hier das passende Angebot: Alle drei haben ein Smartphone-Bundle mit unbegrenzter Datenflat für bis zu 80 Euro im Monat im Programm.

Viele Extras, die aber kosten

Wem neben der Netzleistung auch Innovation und Service wichtig sind, der sitzt bei den etablierten Dreien ohnehin in der ersten Reihe. Schon seit geraumer Zeit können Telekom- und Vodafone-Kunden dank der kostenfreien Optionen „Stream On“ und „Vodafone Pass“, abhängig vom Tarif, ausgewählte Musik-, Video- sowie Chatdienste nutzen, ohne dass dies auf ihr Datenvolumen angerechnet wird. 

Beide Betreiber weiten den Streaming-Spaß seit Kurzem auf Online-Spiele aus: So können Handy-Gamer teils gegen Aufpreis ausgewählte Spiele ohne Limit zocken. Die Anzahl der Dienste wächst bei beiden sukzessive. So zählt die Telekom mittlerweile über 300 Partner, während Vodafone 60 Anbieter für „Vodafone Pass“ nennt. 

Diese sogenannten Zero-Rating-Optionen gelten allerdings nicht im EU-Ausland. Das missfällt wiederum der Bundesnetzagentur, die die beiden deshalb auf dem Kieker hat. Kundenfreundlich zeigt sich auch der Münchner Netzbetreiber O2 mit seiner moderaten Datendrosselung: Wer sein Volumen verbraten hat, der surft bis Monatsende mit 1 Mbit/s. Bei den meisten Mobilfunkern ist nach dem Limit Schluss mit lustig: Da schleicht man dann mit 64 kbit/s durchs Netz. 

Weiteres Highlight: O2-Vertragskunden können ihren Tarif neuerdings ohne Aufpreis mit bis zu zehn SIM-Karten mit weiteren Geräten teilen. Familien sind wiederum bei Vodafone im Fokus: Mit den Red-Plus-Zusatzkarten können sich bis zu vier Familienmitglieder die im Tarif inkludierte Datenmenge teilen. 

Auch beim Service sind die Netzbetreiber mit ihren vielen Shops im Vorteil: Das überwiegend gut geschulte Personal hat den direkten Draht zum Kunden, kann ihm die neuesten Top-Smartphones in die Hand drücken und Neu- sowie Bestandskunden den Vertragsabschluss oder die Vertragsverlängerung mit kräftigen Rabatten versüßen.

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Discounter: nicht alle mit LTE

Doch auch die Alternativ-Anbieter schnüren attraktive Pakete mit Sprach- und SMS-Pauschalen sowie üppigem Inklusivvolumen – und das schon für unter zehn Euro pro Monat. Da die Discounter für ihre zahlreichen Mobilfunktarife die Infrastruktur der Netzbetreiber mieten, bleiben ihnen die hohen Kosten für den Netzausbau erspart und sie können so ihre Niedrigpreisstrategie fahren.

Doch auch hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Während die Aldi-Talk-Prepaid-SIMs im Telefónica-Netz mit bis zu 21,6 Mbit/s funken und auch für die LTE-Nutzung freigeschaltet sind, sind Lidl-Kunden im gut ausgebauten UMTS-Netz von Vodafone sogar mit bis zu 32 Gbit/s unterwegs. 

Auf den modernen LTE-Standard muss die Lidl-Community aber bislang verzichten: Der Düsseldorfer Netzbetreiber hat sein schnelles Highspeed-Netz bis dato nur für die eigene Billigmarke Otelo geöffnet. Weniger restriktiv zeigt sich neben Telefónica auch die Telekom: 

Die stellt ihr schnelles Datennetz nicht nur der eigenen Zweitmarke Congstar, sondern immerhin auch dem Service-Provider Mobilcom-Debitel und dessen Tochter Klarmobil zur Verfügung. 

Für den UMTS-Nachbrenner verlangen die beiden Netzbetreibermarken allerdings einen Aufpreis von bis zu fünf Euro im Monat. Doch die Investition lohnt sich allemal: Mit LTE sind Discount-Kunden deutlich besser dran. Schließlich sorgt der stetige 4G-Ausbau der Netzbetreiber nicht nur für höhere Datenraten, sondern auch für eine bessere Netzabdeckung insbesondere in der Fläche.​

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