Testbericht

Audionet Art G2

12.8.2010 von Redaktion connect und Bernhard Rietschel

Der ART ist Ergebnis eines Ingenieurs-Triathlons aus Mechanik, Elektronik und Mathematik.

ca. 2:10 Min
Testbericht
  1. Audionet Art G2
  2. Datenblatt
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© Archiv

Getreu dem Grundsatz, dass digitale Laufwerke besser funktionieren, wenn sie nicht noch nebenher mit Vibrationen zu kämpfen haben, bildet eine mächtige, massive Granitplatte die Basis des ART G2 - sympathischerweise diskret verhüllt und nur von hinten sichtbar. Das eigentliche Laufwerk stammt von Philips, es ist in einen steifen Alu-Träger eingelassen, und der schwebt an einer sehr straffen Spanngurt-Konstruktion, die mechanische Störeinflüsse ähnlich wie ein Blattfeder-Subchassis in eine rein vertikale, vergleichsweise unschädliche Schwingung umwandeln soll.

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Das Toploader-Philips-Laufwerk ist in eine gefräste, entkoppelt aufgehängte Aluminium-Platte gebettet.
© Archiv

ART: Nomen est Omen

Seinen "Aligned Resonance Transport" trägt der ART stolz im Namen, dabei hätte die digital-analoge Signalverarbeitung derlei Respektbezeugung mindestens genauso verdient. Nach dem bewährten Motto "Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht?" hat Entwickler Bernd Sander keinen Digitalfilter von der Stange gekauft (normalerweise ist diese Funktion sogar im Wandler integriert), sondern einen programmierbaren Signalprozessor mit Audionet-spezifischen Formeln gefüttert, die klanglich einfach besser ins Gesamtkonzept passen sollen. Vorsicht - wir sprechen hier nicht von Soundtuning mit Effekten, sondern von einer Pflichtaufgabe für jeden Player, die hier nur besonders feinfühlig gelöst wurde - die Trennung des Nutzsignals von prinzipbedingt entstehenden Nebenprodukten. Messtechnisch unterscheidet sich die Audionet-Variante kaum von den traditionell verwendeten Filtern.

Nach dem Filter passiert das Signal einen Upsampler und gelangt mit nunmehr 192 Kilohertz Abtastrate in die D/A-Wandler - gute AD-1955 von Analog Devices, die hier im verzerrungsarmen Monobetrieb laufen. Der ART G2 ist in jedem Detail, von der Taktung und Spannungsversorgung der Wandler bis zum Aufbau der analogen Ausgangsstufen, mit verschwenderischer Gründlichkeit konzipiert. So überdimensioniert das Netzteil ist, kann es über eine Erweiterungs-Buchse dennoch durch das externe Kraftwerk EPS ergänzt werden.

Einmal tief durchatmen

Vielleicht steigert sich mit dem dicken Netzteil ja auch die Durchzeichnung in den Mitten um eine homöopathische Winzigkeit - das nämlich war der einzige Bereich, in dem der Audionet dem Accuphase DP-500 tatsächlich unterlegen war. Mit seiner verblüffenden Mühelosigkeit, dem ansatzlos feinen Ein- und Ausschwingen der Töne erinnerte der ART im Hörtest immer wieder an einen analogen Plattenspieler. Dieses Kunststück hat der Autor in vergleichbarer Eleganz bisher nur von ganz wenigen Spielern gehört, etwa vom Roksan ROK-DP 1 samt passendem Wandler oder dem günstigen Rega Planet - beide freilich mit den Einschränkungen ihrer technischen Ära und ihres Budgets. Das tiefe, entspannte Durchatmen der Musik, wie es der ART ermöglicht, ist bis heute und zu jedem Preis rar.

Im direkten Vergleich mit dem DP-500 waren die Tester hin- und hergerissen. Der Audionet hatte mehr Schwung und Autorität, eine weiträumigere Abbildung und den noch gewaltigeren Tiefbass, der Accuphase spielte disziplinierter und entdeckte in zigmal gehörten Aufnahmen noch mehr neue Klangfarben und mikrodynamische Schattierungen. Einig waren sich die beiden Spieler darin, dass sie am liebsten über ihre unsymmetrischen Ausgänge musizierten. Der Wechsel zu den symmetrischen XLR-Ausgängen ließ sie weder dynamischer noch genauer, sondern einfach nur etwas distanzierter klingen. Über Cinch hören - und zum Staunen mal an den serienmäßigen USB-Eingang einen PC anschließen!

Audionet ART G2

Audionet ART G2
Hersteller Audionet
Preis 4500.00 €
Wertung 125.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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