Testbericht

CD-Player NAD C 565 BEE

12.1.2012 von Raphael Vogt

CD-Spieler haben bei NAD eine lange Tradition. Der C 565 BEE (900 Euro) nun bietet viele nützliche Features, die in eine digitale Zukunft weisen.

ca. 2:20 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
  1. CD-Player NAD C 565 BEE
  2. Datenblatt
NAD C 565 BEE
NAD C 565 BEE
© Shutterstock / Julian Bauer

Pro

  • elegantes Design
  • guter Sound

Contra

Fast scheint es, als weiche der Top-Spieler aus der Classic-Serie von der NAD-Firmenphilosophie ab. "Performance, Simplicity, Value" heißt es dort. Performance? Nun, die wird der Hörtest belegen.

Value, also Preis/Leistung, dürfte die Ausstattung locker rechtfertigen, auch wenn sich die Verarbeitung mechanisch nicht so ganz auf dem Niveau manch anderer 900-Euro-Player befindet. Und Simplicity, also Einfachheit? Das muss ebenfalls die Praxis zeigen, denn der Scheibendreher kann auch komprimierte Musik via USB wiedergeben, als D/A-Wandler dienen, und er bietet zum Aufpeppeln aller Signale einen zweistufigen Upsampler plus immerhin fünf verschiedene Digitalfilter.

NAD C 565 BEE
Mit dem Sample Rate Converter (SRC) lassen sich etwa CDs auf eine höhere Auflösung interpolieren.
© Julian Bauer

Björn Erik Edvardsen, dessen Initialen der Player im Namen trägt, versucht die Tradition eines 3020 und des Firmenmottos zu wahren. Wer das etwas schlichte Gehäuse öffnet, erblickt quasi auf voller Fläche ein Meer blauer Platinen, prall bestückt mit diskreten und integrierten SMD-Bauteilen. In der hinteren linken Ecke thront ein mehr als solides Netzteil mit großem Ringkerntrafo, durch eine verchromte Kappe elektromagnetisch geschirmt und mechanisch beruhigt. Hier also hat Herr Edvardsen sein Budget verbraucht.

Praxis: Bi- und Tri-Amping

Auch die Front schlägt aus der Reihe. Statt Wiedergabe, Pause und Vor-/Rücksprungtasten gibt es einen an edle Autoradios erinnernden Drück/Drehregler. Drücken startet und pausiert die Wiedergabe, drehen wählt die Titel aus. Das geht angenehm intuitiv.

NAD C 565 BEE
Die drei Quellen CD, TOSlink und USB lassen sich direkt anwählen. Der Cursor-Ring navigiert in USB-Speichermedien. SRC und Filter kontrollieren die Klangaufbereitung.
© Archiv

Außerdem machte Edvardsen Platz für zwei Tasten, die sich den Zusatzfunktionen widmen. Source wählt zwischen Laufwerk, USB und dem optischen Digitaleingang, SRC steht für den Sample Rate Converter. Der Upsampler interpoliert wahlweise gar nicht oder auf 96 oder 192 Kilohertz. Auf der Fernbedienung findet sich zusätzlich eine Taste zum Umschalten der fünf zur Verfügung stehenden Digitalfilter.

Der optische Digitaleingang verdaut PCM-Signale bis 192 kHz und 24 Bit. Am USB-Eingang anliegende Daten lassen sich verblüffend leicht mit den Tasten für Datei (File) und Verzeichnis (Folder) navigieren und dürfen aus MP3- oder WMA-Formaten bestehen.

Kaufberatung: Top-Speaker um 2.000 Euro

NAD C 565 BEE
Frequenzgänge: Via Digitaleingang sehr breitbandig mit umschaltbaren Filtertypen
© stereoplay

Im Hörraum fand sich nach einigen ersten Vergleichen mit dem Marantz SA 7001 (stereoplay 6/06) ein fairer Gegner im Referenz-Regal. Erstaunlicherweise ähnelten sich die Klangcharaktere sehr. Erst nach einer Reihe von Hördurchgängen schälte sich heraus, dass der einen Hauch nüchternere Japaner die Musik etwas fließender offerierte, während der NAD gefälliger aufspielte und noch mehr Feinzeichnung bot. Geschmackssache.

Der optische Digitaleingang zeigte die gleiche feine, dabei angenehme, aber nicht schönfärberische Charakteristik. Ganz hervorragend tönte MP3- und WMA-Material vom Speicherriegel via USB. Selten klang komprimierte Musik so authentisch.

Der Upscaler wirkte spätestens bei 192 kHz mit MP3 recht artifiziell; Komprimiertes eignet sich eben wenig für die Nachbehandlung. Ganz im Gegensatz zu CDs, die nochmals an Details, Konturenschärfe, Glanz ganz ohne Schärfe sowie Raumausleuchtung zulegten. Wer nun noch Lust zu einem Feintuning hat, der probiert die Digitalfilter durch.

NAD C 565 BEE

NAD C 565 BEE
Hersteller NAD
Preis 900.00 €
Wertung 57.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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