Die Haustür gefahrlos im Blick

Eufy: Kabellose Video-Türklingel im Test

In Corona-Zeiten gilt es, Kontakte zu minimieren. Die akkubetriebene Video-Türklingel von Eufy zeigt unkompliziert auf dem Smartphone, wer vor der Tür steht.

© Anker

Die Videotürklingel von Eufy lässt sich dank Akku ohne Verkabelung nutzen. Die Steuerung läuft über die Homebase 2.

Eufy, eine Marke von Anker, bietet auch Sicherheitsausrüstung fürs Zuhause an. Neu im Sortiment ist die batteriebetriebene Video-Türklingel für knapp 200 Euro. Sie lässt sich einfach in eine Halterung einklinken, die mit zwei Schrauben befestigt wird – verkabeln muss man nichts.

Der Lieferumfang ist üppig: Neben der Steuerzentrale Homebase 2 und der Videoklingel liegt das komplette Montagematerial plus aller Kabel und einer Bohrschablone bei. Die Klingel arbeitet wie gesagt autark per Batterie – was die Installation sehr einfach macht. Der Akku hält je nach Gebrauch bis zu sechs Monate und wird per Micro-USB-Kabel geladen. Sie lässt sich aber auch mit einer bestehenden Klingelanlage verkabeln und bezieht dann über diese dauerhaft Strom. 

Das gedruckte Handbuch beschreibt die handwerkliche Installation der nach IP65 wetterfesten Kamera ausführlich in guter deutscher Übersetzung. Mit der Homebase 2, die alle Eufy-Sicherheitskameras verwaltet, wird die Doorbell dann einfach per WLAN über die App "Eufy Security" verbunden. Die App bietet ebenfalls ausführliche Erläuterungen samt Grafiken zur Inbetriebnahme – allerdings teils in englischer Sprache. Mag sein, dass der Hersteller hier sukzessive Übersetzungen nachliefert. Nach der unkomplizierten Kopplung ist die Videoklingel dann einsatzbereit.

Sehr gute Bildqualität

Klingelt jemand, meldet sich die Doorbell und/oder die Homebase 2 zweimal mit einem angenehmen Ton, die Lautstärke lässt sich einstellen. Zudem bekommt man eine Meldung aufs Smartphone (auf Wunsch auch auf ein Smart Display von Amazon oder Google, Alexa und Assistant werden unterstützt). Ein Tipper auf diese startet die Videoübertragung – man sieht den Besucher und kann per Zwei-Wege-Kommunikation mit ihm sprechen. Das klappt dank Internet natürlich auch, wenn man nicht zu Hause ist. 

Die mit einem Sony-2K-Sensor ausgestattete Kamera liefert eine sehr gute Bildqualität im Format 4:3 und mit 160-Grad-Weitwinkel; bei Dunkelheit schaltet sich eine Infrarot-LED zu. Nutzt man die Kamera in Bereichen mit Gegenlicht, hilft die WDR-Technologie (Wide Dynamic Range): Sie passt das Bild an sich ändernde Lichtverhältnisse an, sodass die Person im Vordergrund zu erkennen ist.

© Anker/Screens: WMP

Bietet jede Menge Optionen: die Eufy-Scurity-App.

Je nach Entfernung zur Homebase kam es im Test zu leichten Verzögerungen bei der Audiokommunikation, ab und an auch zu Rückkopplungen. Es empfiehlt sich, die Basis möglichst nah an der Haustür zu platzieren. Das weiße Kistchen muss nur zur Installation per Kabel mit dem Router verbunden sein, danach lässt es sich auch im WLAN-Modus betreiben.

Dient auch als Überwachungskamera

Die Videoklingel fungiert übrigens auch als Überwachungskamera: Ist in der App die Bewegungserkennung aktiviert, detektiert die Kamera, wenn sich jemand nähert – hier kann man einstellen, ob sich die Cam nur auf Menschen beschränken soll oder jegliche Bewegung erfasst. Der Klingelknopf wird dann von einem leuchtenden blauen Kreis eingefasst, der zeigt, wo man drücken muss. Gleichzeitig startet eine Videoaufnahme. Unter dem Punkt "Ereignisse" kann man so in der App nachvollziehen, wer wann vor der Tür gestanden hat – selbst wenn die Person gar nicht klingelt, sondern wieder wegläuft. 

Wie bei den Eufy-Sicherheitskameras stehen auch Zeitpläne und Geofencing zur Wahl – Letzteres läuft aber immer noch im Beta-Status und nicht immer zuverlässig.

Die Live-Aufnahme lässt sich auch manuell am Smartphone starten, so kann man jederzeit nachschauen, was sich vor der Haustür tut. Aber aufgepasst: Die Rechtslage in Deutschland schreibt vor, dass nur der private Bereich gefilmt werden darf, keine öffent­lichen Straßen und Gehwege. Die aktive Zone lässt sich am Smartphone festlegen. Ein Aufkleber mit dem Hinweis auf die Videoüberwachung liegt ebenfalls bei.

Daten bleiben im Haus

Gut: Die Aufnahmen landen im 16-GB-Speicher der Homebase 2, es gibt also keine Folgekosten, die manche Anbieter für eine Cloud-Lösung verlangen. Die Dateien bleiben so auch lokal auf dem Gerät und werden nicht auf einen Server hochgeladen. Anker verspricht eine sichere AES-256-Bit-Verschlüsselung. Eine zwei-Faktor-Authentifizierung wird aber nicht unterstützt.

© WMP

Fazit

Die Eufy Video-Türklingel mit Akku ist eine unkomplizierte Lösung, um den Bereich vor der Haustür im Blick zu behalten und kontaktlos zu kommunizieren – auch wenn man nicht zu Hause ist. Die App bietet jede Menge Einstellungen, dank der lokalen Speicherung der Aufzeichnungen behält man seine Daten in der Hand. Zudem lässt sich die Türklingel auch als Überwachungskamera nutzen. Mit den leichten Verzögerungen bei der Kommunikation kann man leben.

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