Bildungsroboter für Kinder

Makeblock mTiny im Praxistest: Spielerisch programmieren lernen

Der mTiny soll Kindern erste Erfahrungen in Sachen Programmierung ermöglichen und logisches Denken fördern. Ob das gelingt, haben wir ausprobiert.

© Solectric GmbH

Der kleine Panda-Roboter mTiny eignet sich für Kinder ab 4 Jahren und führt sie sanft an Codierung und künstliche Intelligenz heran.

Neue Medien prägen immer mehr den Alltag von Kindern. Eltern stehen vor der Herausforderung, ihren Nachwuchs in die interaktive Welt zu begleiten und gleichzeitig eine Überforderung zu vermeiden. Um Kinder an Robotik und künstliche Intelligenz heranzuführen, haben sich mittlerweile Lernroboter etabliert. Es gibt sie in verschiedenen Altersklassen, vom Kindergarten- bis zum Schulkind. Unser getestetes Modell, der mTiny Discovery Kit, adressiert Kinder von 4 bis 8 Jahren und soll vor allem logisches Denken fördern sowie erste Programmiererfahrungen ermöglichen. Eltern sollten sich allerdings bewusst sein, dass es sich hierbei nicht um ein reines Selbst-Beschäftigungs-Spielzeug handelt, sondern es nur unter Anleitung so richtig Sinn macht.

Kindgerechtes Design

Im Paket finden sich neben dem Roboter ein Controller (Stift), verschiedene Programmier- und Aktivitätskarten, ein Spielfeld in Puzzleform, Zeichenmasken, Farbmarkierer, Kurzanleitung, Handbuch und USB-Kabel. Bevor es losgehen kann, müssen Roboter und Controller aufgeladen werden. Der Roboter kommt im süßen Panda-Look daher und besitzt selbst keinen Bildschirm. Das schont die Augen und ist daher gerade für jüngere Kinder empfehlenswert. Der Roboter hat zudem abgerundete Ecken; Lautstärke und Helligkeit lassen sich individuell regeln.

Gut fanden wir, dass zur Nutzung des mTiny keine App geladen werden muss und er sozusagen autark funktioniert. Das mitgelieferte Handbuch trübte etwas unsere Vorfreude, da es leider nur in Englisch verfasst war, hier sollte eine deutsche Anleitung eigentlich Standard sein.

Einfache Bedienung

Bedient wird der Roboter via Controller-Pen. Bevor man ihn nutzen kann, muss er mit dem mTiny via Bluetooth gekoppelt werden. Das funktionierte erfreulicherweise auf Anhieb. Jetzt kann es losgehen. Um nun den Roboter eine bestimmte Strecke auf der Bodenmatte abfahren oder eine andere Aktion ausführen zu lassen, legt man verschiedene Programmierkärtchen hintereinander (inkl. Anfangs- und Endkarte) und fährt anschließend mit dem Stift über diese. Ein kurzes Vibrieren des Stiftes zeigt an, ob die Karte erfolgreich eingelesen wurde. Sobald die Endkarte an der Reihe ist, startet der Roboter mit der gewünschten Aktion. Das klappte im Test ohne Probleme.

Der mTiny kann zudem Geräusche ausgeben und z.B. bei Zählanweisungen auch sprechen. Leider ist die Sprachausgabe lediglich in englisch verfügbar. Auf unsere Nachfrage beim Anbieter erhielten wir die Info, dass auch keine deutsche Version geplant ist. Unsere Erfahrung im Test zeigte, dass Kinder auch mit den englischen Anweisungen gut zurecht kamen.

Zahlreiche Möglichkeiten

Die Programmierkarten sind übrigens vielfältig: es gibt welche zur Bewegung (mTiny fährt nach links oder rechts sowie nach vorn/rückwärts) oder auch welche, mit denen eine Aktion bis zu fünfmal hintereinander ausgeführt wird. Zudem kann der mTiny verschiedene Augengesten ausführen. Auch eine Zeichenfunktion ist an Bord. Dazu steckt man die bunten Marker in den mTiny und kann dann vom Roboter Buchstaben, Formen oder Zahlen schreiben lassen. Lustig fanden wir zudem die beiliegenden Masken, denn damit lässt sich der Roboter in verschiedene Charaktere verwandeln.

Der mTiny kann übrigens auch ohne Programmierkarten genutzt und via Joystick-Taste des Controllers gesteuert werden. Der Anbieter gibt eine Reichweite von bis zu 10 Metern an, sofern sich dazwischen keine Hindernisse befinden. Die Joystick-Taste des Controllers sollte laut Anleitung vorab mit mTiny kalibriert werden. Im Test hat es aber auch ohne Kalibrierung funktioniert.

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Mit dem mTiny lässt sich Programmierwissen spielerisch und kindgerecht vermitteln.

Fazit

Der mTiny besitzt ein kindgerechtes Design und lässt sich einfach bedienen. Mittels Themenkarten können Kinder spielerisch den Zugang zur digitalen Welt erforschen und Zusammenhänge erkennen. Mit einem Preis von 199 Euro (UVP) ist er aber nicht gerade ein Schnäppchen. Bei Amazon gibt es das Kit für 168 Euro.

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