Powermaschine mit Stift

Samsung Galaxy S22 Ultra im Test

23.2.2022 von Andreas Seeger

Mit dem Galaxy S22 Ultra fusioniert Samsung die auslaufende Note-Serie mit seinen Galaxy-S-Flaggschiffen. Das Ergebnis ist eines der stärksten und vielseitigsten Smartphones des Jahres 2022, das die Konkurrenz vor ein Rätsel stellt: Wie kann man Samsung stoppen?

ca. 9:10 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Samsung Galaxy S22 Ultra
Samsung Galaxy S22 Ultra
© Samsung

Pro

  • Haptik und Design sind spitze
  • leuchtstarkes OLED mit dynamischen 120 Hz und Topqualität
  • Power-Prozessor und umfangreiche Connectivity mit Wi-Fi 6E und UWB
  • sehr gute WLAN-Antennen
  • Kamerasystem mit Doppelzoom, sehr guter Bildqualität und vielen Optionen
  • Benutzeroberfläche mit vielen Extras und fünf Jahren Updates
  • überragende Akkulaufzeit, gute Funkeigenschaften und Akustik

Contra

  • groß und schwer
  • kein Netzteil im Lieferumfang

Fazit

Wer mit großen Smartphones kein Problem hat, dem präsentiert Samsung ein Traumpaket, das mit herausragender Ausstattung und Stiftbedienung keine Wünsche offen lässt. Auch die Akkulaufzeit gefällt. Einzig beim Aufladen ist Samsung nicht up-to-date: Ein Netzteil fehlt und der Durchsatz per Qi beträgt nur 15 Watt. In Anbetracht des überzeugenden Gesamtpaketes sind das aber Kleinigkeiten.


87,2%

Das letzte Phone mit S Pen im Gehäuse war 2020 das Galaxy Note 20

Dass die Note-Serie keine Zukunft hat, wurde im letzten Jahr zur Gewissheit, als Samsung keine neue Generation präsentierte und das Wort „Note“ gar nicht mehr in der Kommunikation verwendete. Man könnte spekulieren, dass der Imageschaden aufgrund des Rückrufdesasters um explodierende Akkus 2017 so schwer­wiegend war, dass sich die Serie nie davon erholt hat.

Die realistischere Erklärung scheint aber zu sein, dass im Portfolio neben der S-Klasse und den Faltern der Z-Klasse schlicht kein Platz für eine dritte High-End-Serie bleibt. Denn selbst wenn ein Hersteller auf so große Ressourcen zurückgreifen kann wie Marktführer Samsung, ist damit ein enormer finanzieller und logistischer Mehraufwand verbunden, der vom Marketing bis zum After-Sales-Service reicht. Kurz und gut: Es ist wenig effizient, drei High-End-Serien parallel zu vermarkten.

Dass das Galaxy Note, dessen letzter Vertreter 2020 das ­Note 20 war, nun im Galaxy S22 Ultra aufgeht, ist also nur ­folgerichtig. Oder, um es mit den ­Worten des Herstellers zu sagen: „Es wächst zusammen, was zusammengehört.“

Weil Samsung das Kunststück gelingt, den Stylus im Ge­häuse unterzubringen, ohne das Smartphone signifikant größer und schwerer zu machen, sind damit ­viele Vorteile verbunden. Wer den Stylus nicht braucht, lässt ihn einfach links unten im Gehäuse stecken. Aber vielleicht werden Stiftverweigerer ja beim Selfieknipsen schwach, denn dabei fungiert der Stylus, der wie beim Note 20 per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden ist, als Fernbedienung.

Galaxy S22 Ultra im Vergleich mit dem S21 Ultra
Das S22 Ultra im Vergleich mit dem Vorgänger S21 Ultra: Andere Formensprache ohne abstehende Kameraeinheit.
© connect

Design und Gewicht: Größer geht es nicht

Auch wenn das S22 Ultra auf dem Papier nur zwei Millimeter breiter und nur zwei Gramm schwerer ist als das S21 Ultra, macht es einen massiveren Eindruck. Das liegt am Design: Mit den plan geschliffenen Ober- und Unterseiten und den beidseitig abgerundeten Längsseiten ­ähnelt es dem Note 20 Ultra zum Verwechseln.

Auch die direkt in die Rückseite gebohrten Öffnungen für die Kameralinsen machen deutlich, dass Samsung optisch eine klare Trennlinie zwischen dem S22 Ultra und den anderen beiden S22ern zieht. Was besser gefällt, ist natürlich Geschmackssache, klar ist aber, dass Samsung die Vorder- und Rückseite (Gorilla Glass Victus+) äußerst gekonnt biegt und in einem fünf Millimeter dünnen Rahmen zusammenlaufen lässt. Der besteht aus einer besonders harten Aluminium­legierung (Armor Aluminium).

Die Gehäuseintegrität und die Verarbeitung sind exzellent, davon zeugen auch die präzisen, knackigen Druckpunkte von Lautstärkewippe und Powertaste. Natürlich ist das Gehäuse wasserfest nach IP68, sodass ein Regenschauer oder kurzer Tauchgang (Süßwasser) kein Pro­blem darstellen.

Das S22 Ultra ist in vier Farben erhältlich: klassisch in Schwarz und Weiß und auffälliger in Grün und Burgunderrot. Exklusiv im Samsung Online-Shop werden drei weitere Farben angeboten. Allen gemeinsam ist die Kombination aus mattierter Glasrückseite und einem auf Hochglanz polierten Aluminiumrahmen. Man kann hier nicht viel kritisieren, abgesehen von den XXL-Dimensionen: Das S22 Ultra gehört zu den größten und schwersten Smartphones, die es derzeit gibt.

Galaxy S22 Ultra mit S Pen
Der S Pen ist unten links im Gehäuse verankert und federt heraus, wenn man drauf drückt.
© connect

Das Display dreht in der Sonne voll auf

Wer sich damit arrangieren kann, wird mit einem herausragenden Display entschädigt. Samsung setzt erneut auf ein OLED, dessen 6,8 Zoll die Maximalgröße für ein Smartphone markieren. Weil die langen Seiten sanft gekrümmt sind, wirkt die Darstellung randlos, wenn man von vorne draufschaut. Die Auf­lösung ist mit 3.088 x 1.440 Pixeln extrafein, genauso wie die Darstellungsqualität. Samsung liegt hier im oberen Drittel, erreicht allerdings nicht ganz die Klasse von Sony oder Oppo.

Dafür dreht Korea beim Boost-Modus voll auf: 1.499 Candela sind einsame Spitze und gewährleisten, dass man auch in der Sonne noch Inhalte ablesen kann. 120 Hertz sorgen für eine besonders weiche Darstellung von bewegten Inhalten, dabei setzt Samsung auf die LTPO-Technologie der neuesten Genera­tion, die dynamisch zwischen 1 und 120 Hertz regeln kann, was sich ­positiv auf die Akkulaufzeit auswirkt.

Samsung Galaxy S22 Ultra Displaymesungen
Im Boost-Modus schaltet das Display kurzzeitig auf rekordverdächtige 1499 Candela hoch. Leuchtkraft (442 Candela) Kontrastausbeute und die Blickwinkelstabilität sind weniger spektakulär und bewegen sich im gehobenen Mittelfeld. Kontrast bei 500 Lux 1:860; Kontrast bei 20.000 Lux 1:18.
© connect

Wie lange hält der Akku durch?

Obwohl der Akku mit 5.000 mAh genauso groß ist wie der des Vor­gängers, erreicht das S22 Ultra eine um knapp zwei Stunden längere Laufzeit. Mit 12:28 Stunden liegt sie auf einem überragenden Niveau. Gut, dass man per Wireless Reverse Charging auch etwas davon an Kopfhörer und andere Peripheriegeräte abgeben kann.

Zur langen Laufzeit trägt auch der Prozessor bei, der mit der Spurbreite von nur 4 Nanometern besonders energieeffizient rechnet. Dabei setzt Samsung wieder auf regional unterschiedliche Baureihen.

Wie stark ist der Prozessor Exynos 2200?

Während in den USA Qualcomms Top-SoC Snapdragon 8 Gen 1 von 2022 eingebaut wird, kommt in den in Deutschland verkauften Modellen Samsungs Eigenproduktion Exynos 2200 zum Zug. Die setzt erstmals auf eine RDNA2-Grafikarchitektur von AMD. Die Xclipse genannte GPU unterstützt hardwarebeschleunigtes Raytracing, auch das hat man auf Smartphones bisher nicht noch gesehen. Laut Samsung sei „mobile Gaming auf Konsolen-Niveau“ möglich.

Was vielversprechend klingt, sieht in der Realität noch anders aus: In synthetischen Benchmarks liegt das S22 Ultra klar über dem Vorgänger, kommt aber nicht an ein iPhone 13 Pro heran. Auch das S22 Ultra mit Qualcomm-SoC erreicht bessere Werte, vor allem bei grafiklastigen Benchmarks.

Schuld daran ist allerdings auch eine noch nicht ganz zu Ende entwickelte Software. Bei unserem Testmodell kam es zu Rucklern beim Scrolling in der Twitter App, außerdem schaltete sich das Display nicht aus, wenn man mit dem Smartphone am Ohr telefoniert. Es fehlt also der letzte Feinschliff. Wir wollen das in unserem Test aber nicht negativ werten, denn das Gerät war zum Testzeitpunkt noch gar nicht im Verkauf und mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Samsung in Kürze ein Update nachschieben.

Es bleibt abzuwarten, wie sich das Smartphone dann in Benchmarks schlägt. Spannend ist auch die Frage, ob App-Anbieter speziell angepasste Spiele entwickeln werden, die die auf dem Papier starke Hardware voll ausreizen können. Fakt ist zum aktuellen Zeitpunkt, dass der Exynos 2200 ein modernes SoC ist, das in puncto Performance zwar nicht an der Spitze steht, aber klar zur Spitzengruppe des Jahres 2022 gehört.

Benchmark-Ergebnisse Galaxy S22 Ultra versus iPhone 13 Pro Max

Vollbildansicht
Benchmark-Ergebnisse Galaxy S22 Ultra iPhone 13 Pro Max
Antutu: 689035 789240
Geekbench Single-Core: 828 1696
Geekbench Multi-Core: 3189 4132
3DMark Wild Life Extreme: 2032 3159
GFXBench Car Chase: 2225 3545

Das Kamerasystem im Test

Samsung steigt tief ins Thema Fotografie ein und bietet zwei verschiedene RAW-Formate: Die integrierte Kamera-App liefert ein Einzelbild-RAW, die kostenlose Expert-RAW-App ein Multiframe-RAW, das die Software aus mehreren Aufnahmen erstellt. connect konzentriert sich auf die JPEG-Bildqualität.

Die Hauptkamera (Weitwinkel)

Die Hauptkamera verwendet, wie die des Vorgängermodells, einen 108-Megapixel-NONA-Sensor mit jeweils neun zu einem Block zusammengefassten Pixeln. Der Sensor kann zwischen der maximalen und einer auf 12 Megapixel reduzierten Auflösung wechseln. In Summe über die drei gemessenen Lichtstufen liegen die Aufnahmen mit 108 Megapixeln vorne und verfehlen nur knapp die Note „sehr gut“.

Das Potenzial dieser Fotos entfaltet sich vor allem bei viel Licht (5000 Lux). Wenn die Beleuchtung stimmt, ist die Bildqualität ausgezeichnet. Die Auflösung ist weit höher als die der 12-Mega­pixel-Fotos, die für sich genommen aber auch bereits sehr gut sind. Störend ist die recht aggressive Signalverarbeitung.

Bei wenig Licht (200 Lux) leistet sich das S22 Ultra einen Durchhänger. Sowohl die 108- als auch die 12-Mega­pixel-Fotos wirken weich, ihre Bildqualität ist nun vergleichbar. Im Dunkeln (5 Lux) lässt sie bei den 12-Mega­pixel-JPEGs moderat nach, bei JPEGs mit 108 Mega­pixeln kräftig. Somit empfiehlt sich bei wenig Licht die Wahl der kleineren Auflösung. Stärkeres Rauschen und mehr Artefakte sind aber unvermeidlich.

Galaxy S22 Ultra Fotoqualität Vergleich
Nonacell-Sensoren mit 108 Megapixeln sind eine Spezialität von Samsung und werden bereits seit der S20-Baureihe verwendet – natürlich von Generation zu Generation optimiert. Die maximale Auflösung zu verwenden lohnt sich unter guten Lichtbedingungen (2). Dann erhält man die beste Bildqualität. Die Aufnahmen zeigen eine sehr feine Detailzeichnung. Die an sich sehr guten 12-Megapixel-Fotos wirken im direkten Vergleich gröber (1). Dafür büßen die 108-Megapixel-Fotos weit mehr Auflösung ein, wenn die Helligkeit abnimmt (3). Ein gemeinsames Manko ist die ausgesprochen aggressive Signalverarbeitung der Aufnahmen. Samsung stimmt diese, auch in den anderen Kameras, zu plakativ ab.
© connect

Das Dreifachzoom

Samsung baut zwei Telemodule mit 70 und 230 Milli­metern Brennweite (Kleinbildwerte) ein. Obwohl beide mit 10-Megapixel-Sensoren arbeiten, liefern sie JPEGs mit 12 Megapixeln – die Daten werden also moderat hochgerechnet. Das Dreifachzoom schlägt sich sehr ordentlich. Natürlich liefert sein kleinerer Sensor nicht die Qualität des Weitwinkelmoduls, und der Leistungsknick bei Dunkelheit kostet entscheidende Punkte – für die Gesamtnote „gut“ fehlt am Ende ein Punkt.

Doch sowohl bei viel als auch bei nachlassendem Licht sind die Bilder gut, obgleich recht aggressiv abgestimmt. Mit nachlassendem Licht hält die Signalverarbeitung Rauschen und störende Artefakte weiterhin auf niedrigem Level, und die Auflösung nimmt moderat ab.

Das lange Tele / Zehnfachzoom

Der kleine Sensor und die Lichtstärke von 4,9 erfordern die Wahl von längeren Belichtungszeiten und höheren Empfindlichkeiten, was aber zu mehr Problemen führt. Weit entfernte und gut beleuchtete Motive nimmt das Tele in sehr zufriedenstellender Qualität auf. Diese Fotos spielen in einer anderen Liga als die der sonst üblichen Digitalzooms. Bei wenig Licht treten Probleme auf, und bei Dunkelheit ist dies einfach die falsche Kamera.

Galaxy S22 Ultra Fotovergleich Telebrennweiten und SWW
Für das Fotografieren im Telebereich bietet das S22 Ultra gleich zwei Kameras an: eine mit einem Dreifach- und die zweite mit einem Zehnfachzoom. Wie erwartet, schneidet Erstere im Test besser ab. Sie kann zwar nicht mit der Hauptkamera konkurrieren, liefert aber gute Bilder (1). Das längere Tele hat weit mehr Probleme mit wenig Licht – sein Sensor ist kleiner und die Optik lichtschwächer. Seine Teleaufnahmen können aber bei gutem Licht überzeugen (2). Das Superweitwinkelmodul wiederum ist sowohl bei viel (3) als auch bei wenig Licht gut. Bei Dunkelheit aufgenommene Bilder sind verwendbar, sofern man nicht die Möglichkeit hat, auf die Hauptoptik ausweichen kann.
© connect

Das Superweitwinkel

Die Superweitwinkelkamera kann insgesamt vollauf überzeugen. Bei viel und bei wenig Licht verdient sie sich die Note „gut“. Die Signalverarbeitung rechnet das ­Rauschen weitgehend heraus und zieht Kanten und Farben hoch. Bei Nachtaufnahmen beseitigt die Rauschreduktion leider auch zu viele Details – die Fotos sind noch verwendbar, aber schön sind sie nicht.

Fazit zum Kamerasystem

Das S22 Ultra ist das Schweizer Messer für Fotografen – man hat damit immer das passende Werkzeug zur Hand. Aber wie häufig bei einem Universalwerkzeug: Es ist nicht perfekt. So gefällt die Hauptkamera bei Helligkeit mit ausgezeichneter (108 Megapixel) oder sehr guter (12 Megapixel) Bildqualität, schwächelt aber bei wenig Licht – hier könnte man optimieren. Das Ergebnis bei Dunkelheit ist „gut“, zumindest für 12-Megapixel-Bilder.

Die Telemodule überzeugen bei optimalem Licht und ergänzen sich perfekt. Bei wenig Licht lässt man sie am besten ruhen, dann ist nur das Dreifachzoom empfehlenswert. Und schließlich das Superweitwinkelmodul: grundsolide, sofern es nicht stockfinster ist.

Samsung Galaxy S22 Ultra Messergebnisse Kamerasystem

Vollbildansicht
Samsung Galaxy S22 Ultra Messergebnisse Kamerasystem
Ultraweitwinkel 76 gut
Weitwinkel 84 gut
Fotoqualität Weitwinkel hell überragend
Fotoqualität Weitwinkel dunkel gut
Kurzes Tele/Zweifachzoom digital 74 befriedigend
Langes Tele 58 ausreichend

Speicher und Connectivity

Genügend Platz für Fotos und hochauflösende 8K-Videos ist vorhanden, wenn man denn das nötige Kleingeld hat. Samsung bietet eine Variante mit 1 TB für 1.649 Euro an. Für die meisten Anwender wird aber 256 GB für 1.349 Euro die realis­tischere Option sein. In jedem Fall will die Speicheraustattung vor dem Kauf gut überlegt sein, da man sie nicht per microSD erweitern kann.

Dafür gibt es Dual-SIM, wobei Samsung dem Käufer mit 2x Nano-SIM und eSIM maximale Flexibi­lität bietet. Und auch sonst spielt das ­Ultra bei der Connectivity ganz vorne mit, mit Wi-Fi 6E und Ultra Wide Band unterstützt es auch die neuesten Standards.

Benutzeroberfläche: OneUI 4.1 mit Handschrifterkennung und langer Update-Garantie

Beim S22 Ultra ist One UI angereichert mit den Extras der Note-Serie: Man kann Screenshots etwa mit handgeschriebenen Notizen versehen. Die Handschrifterkennung überzeugt: Sogar schwer zu lesende Kritzeleien wandelt die Software sehr zu­verlässig in Text um. Kein Wunder, Samsung kann auf die jahrelange Software-Expertise der Note-Serie zurückgreifen. Die Stiftfunktionen sind entsprechend vielseitig und vollständig. Ein Befund, der für die gesamte Benutzeroberfläche gilt.

In Version 4.1 zeichnet sich One UI durch besonders viele Designoptionen aus, mit denen man Icons, Benachrichtigungen oder Hintergrundbilder anpassen kann. Die runderneuerte Wetter-App, neue Widgets und Emojis und die erweiterten Funktionen zum Schutz der Privatsphäre kennt man schon von 4.0, die Ende 2021 per Update an die S21-Serie verteilt wurde. „Update“ ist ein gutes Stichwort: Samsung hat angekündigt, dass die gesamte S22-Serie vier neue Android-Versionen per Update erhalten wird. Security-Updates werden für fünf Jahre ausgeliefert. Das ist Rekord in der Android-Welt und lässt sogar Googles Pixel-Serie (3 Versionen / 4 Jahre Security Patches) alt aussehen.

Galaxy S22 Ultra Screenshots
Sobald man den S Pen aus dem Gehäuse zieht, wird ein Popup-Menü mit Optionen eingeblendet (links). Per Stift kann man sehr einfach Elemente von Webseiten ausschneiden und kommentieren (mitte). Die Siftfunktionen lassen sich in den erweiterten Optionen des Einstellungsmenüs anpassen (rechts).
© connect/Hersteller

Funkeigenschaften

Im WLAN ist man mit dem S22 Ultra nicht nur schnell unterwegs, die Verbindung ist auch sehr stabil und verliert relativ wenig Bandbreite, wenn man sich weiter vom Router wegbewegt. Die LTE-Antennen hat Samsung ebenfalls sehr gut eingestellt, die Messungen bescheinigen dem Flaggschiff sehr gute Funkeigenschaften, lediglich im 800-MHz-Band könnte die Sendeleistung noch etwas höher sein.

Samsung Galaxy S22 Ultra WLAN Messungen Download
Unsere WLAN-Messungen bescheinigen dem S22 Ultra ein hohes Tempo, auch mit Dämpfung (entspricht ca. 20 Meter Abstand zum Router) wird mit knapp 500 MBit/s ein hoher Durchsatz erreicht, was für sehr gut eingestellte Antennen spricht.
© connect

Sprachqualität (Akustik)

Die Akustik beim Telefonieren ist im positiven Sinne unauffällig, das Niveau des Vorgängers wird gehalten und in einigen Bereichen (Frequenzgang) minimal übertroffen. Auch die Stereolautsprecher überzeugen: Das S22 Ultra produziert zwar nicht die hohe Lautstärke des Vorgängers, aber ein ausgewogenes Klangbild, das auch im Bassbereich, der Problemzone von Smartphones, nicht enttäuscht.

Kopfhörer koppelt man am besten kabellos per Bluetooth, das S22 Ultra beherrscht den energieschonenden 5.2-Standard, zudem noch mit AptX, LDAC und AAC, praktisch alle gängigen Codecs. Wer HiRes hören möchte kann das aber nur über LDAC, weil AptX HD nicht unterstützt wird.

Samsung Galaxy S22 Ultra Lautsprecherfrequenzgang
Der Lautsprecherfrequenzgang zeigt von tiefen (li.) bis hohen (re.) Tönen den gesamten Frequenzbereich. Das S22 Ultra schafft ein sehr ausgewogenes Klangbild mit ausreichendem Volumen auch im Bassbereich.
© connect

Fazit: Es gibt ein Haar in der Suppe

Auf der Suche nach dem sprichwörtlichen Haar in der Suppe wird man am Ende beim äußerst mageren Lieferumfang fündig. Denn wieder fehlt ein Netzteil, obwohl das Phone als erstes Modell des Herstellers die 45-Watt-Druckbetankung zulässt. Das entsprechende Zubehör lässt man sich mit 50 Euro aber teuer bezahlen. Dieser Kritikpunkt wiegt umso schwerer, weil die Konkurrenz deutlich aufgerüstet hat.

Auch beim kabellosen Aufladen ist Samsung nicht up-to-date: 15 Watt sind für ein Top-Smartphone auf diesem Preisniveau zu wenig. Das sind aber Kleinigkeiten in Anbetracht des überzeugenden Gesamtpakets.

Testsiegel connect sehr gut
Testsiegel
© WEKA Media Publishing GmbH

Samsung Galaxy S22 Ultra 256 GB Testergebnisse

Vollbildansicht
Galaxy S22 Ultra 256 GB Testergebnisse
Preis (Euro) 1349
Preis-Leistungs-Verhältnis ausreichend
AUSDAUER (max.125) überragend (125)
AUSSTATTUNG (max. 210) sehr gut (181)
System (max. 50) 48
Display (max. 35) 33
Connectivity (max. 25) 22
Kamera (max. 80) 68
Audioplayer (max. 5) 4
Features (max. 5) 5
Lieferumfang (max. 10) 1
HANDHABUNG (max. 40) gut (30)
Handlichkeit (max. 20) 10
User Interface (max. 5) 5
Verarbeitungsqualität (max. 15) 15
MESSWERTE (max. 125) gut (100)
Akustik (max. 55) 43
Senden und Empfangen (max. 70) 57
LTE-Bewertung sehr gut
GSM-Bewertung sehr gut
URTEIL (max. 500) 436 sehr gut

Samsung Galaxy S22 Ultra 256 GB Ausstattung

Vollbildansicht
Galaxy S22 Ultra 256 GB Ausstattung
Modell Galaxy S22 Ultra
GRÖSSE UND GEWICHT
Abmessungen (L x B x H in mm) 163 x 78 x 9
Gewicht (Gramm) 228
SYSTEM
Betriebssystem Android 12
Prozessor/Kerne/Taktfrequenz (MHz) Samsung Exynos 2200/8/2800
Arbeits-/Datenspeicher (MB) 12288/221000
Steckplatz für Speicherkarte [:-:]
SIM-Format/Dual-SIM Nano-SIM/[:+:]
Akkukapazität (mAh)/kabelloses Laden 5000/>= 15 Watt
Systemperformance überragend
DISPLAY
Typ/Diagonale (Zoll) OLED/6.8
Auflösung (Pixel) 1440 x 3088
Maximale Bildwiederholrate 120 Hertz
Screen-to-Body-Ratio (%) 90
Displayqualität sehr gut
CONNECTIVITY
GSM/LTE/Kategorie [:+:]/[:+:]/CAT 20
5G/Frequenzbereich [:+:]/Sub-6-GHz
Bluetooth: Version/Hi-Res-Audio 5.2/[:+:]
WLAN-Standard WiFi 6E
USB-Typ/-Version/NFC USB-C/3.2 Gen 1/[:+:]
Hauptkamera
Anzahl Sensoren Hauptkamera 4
Auflösung: Ultra-Weitwinkel/Weitwinkel/Zoom ([MP] 12/108/10
Fotolicht/Bokeh/Makroaufnahmen 1 LED/[:+:]/[:+:]
optischer Bildstabilisator/optischer Zoom-Faktor [:+:]/10-fach
Zeitlupe/-raffer/RAW [:+:]/[:+:]/[:+:]
Video-Auflösung/fps 7680 x 4320/24
Videonachtaufnahmen [:+:]
Frontkamera
max. Auflösung Frontkamera (Megapixel) 40
Sensoren/Bokeh/Blitz 1/[:+:]/[:+:]
Benutzerführung/Features [:s:]
Entsperrung/Sensor im Display Finger + Gesicht/Ultraschall
Privater Modus/App-Cloning/Spielemodus [:+:]/[:+:]/[:+:]
Always-On-Display/Stereolautsprecher [:+:]/[:+:]
IP-Schutzklasse IP68
Lieferumfang
Headset/Datenkabel/Ladegerät [:-:]/[:+:]/[:-:]
Schutzhülle/Display-Folie [:-:]/[:-:]

Mehr lesen

Bestenliste

Top 10: Die besten Android-Smartphones 2020

Top 10 Smartphones - Bestenliste

Die besten Smartphones bis 300 Euro

Bestenliste

Top 10 - Die zehn besten Tablets im Test

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Samsung Galaxy S21+

Es muss nicht immer das Nonplusultra sein

Samsung Galaxy S21+ im Test

87,4%

Das Galaxy S21+ hat die Sandwichposition unter dem S21 Ultra und über dem S21. Das Testergebnis ist überraschend.

Samsung Galaxy Z Flip 3

Ist das Falt-Smartphone bereit für den…

Samsung Galaxy Z Flip 3 im Test

77,0%

Der smarte Falter Flip 3 soll den Massenmarkt erobern. Aber bringt der neue Formfaktor überhaupt einen Mehrwert? Unser Test gibt die Antwort.

Samsung Galaxy Z Fold 3

Zu massiv für den Mainstream

Samsung Galaxy Z Fold 3 im Test

81,0%

Samsungs Riesenfalter ist ein technisches Meisterwerk. Für steile Höhenflüge ist das Fold 3 aber zu groß und zu schwer, und vor allem zu teuer.

Samsung Galaxy Z Flip 4

Starker Auftritt

Samsung Galaxy Z Flip 4 im Test: Samsungs Meisterstück

82,6%

Bei der vierten Generation seines kompakten Falt-Smartphones hat Samsung nur ein paar Stellschrauben gedreht. Die verbessern das Produkt aber ganz…

Samsung Galaxy Z Fold 4

Mehr Tablet als Smartphone

Samsung Galaxy Z Fold 4 im Test: Bereit für den Mainstream?

84,4%

Samsung hat die vierte Generation seines XXL-Smartphones handlicher und leichter gemacht. Für den Durchbruch reicht das aber noch nicht.