Over-Ear-Kopfhörer

Shure Aonic 40 im Test

25.4.2022 von Konstantin Grassl

Während sich der neueste Over-Ear-Kopfhörer von Shure in nahezu allen Belangen als fähiger Allrounder herausstellt, muss man über den wichtigsten Aspekt des Aonic 40 kontrovers diskutieren: Beim Klang stehen kräftigen Mitten schwammige Bässe gegenüber. Lesen Sie unseren Test hierzu.

ca. 2:15 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Shure Aonic 40 im Test
Shure Aonic 40 im Test: In der Mitte liegt die Kraft
© Shure
EUR 249,99
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Pro

  • hervorragende Ausdauer von mehr als 27 Stunden
  • sehr gute Bedienbarkeit
  • angenehmer und trotzdem fester Sitz
  • gut gestaltete App mit allen wesentlichen Features
  • kräftige Mitten beim Klang
  • Multipoint-Anbindung
  • gute Telefonieakustik

Contra

  • schwache Bässe
  • nur durchschnittliches ANC
  • keine Trageerkennung
  • IPX-zertifizierter Wasserschutz fehlt

Fazit

connect-Testurteil: sehr gut (440 von 500 Punkten)


86,2%

Wer sich die USA vorstellt, denkt unweigerlich an Größe und Weite, an Bombast und Power. Und genau diesem Bild versuchen in aller Regel auch die amerikanischen Soundhersteller gerecht zu werden.

Wer etwa schon mal einen Bose- oder Beats-Kopfhörer auf den Ohren hatte, wird sich über eines ganz sicher nicht beschwert haben: über zu wenig Wumms in den Gehörgängen. Gerade bei den Bässen langt man jenseits des großen Teichs gern so kräftig zu, wie es die Technik nur erlaubt.

So könnte man nun eigentlich annehmen, dass auch bei dem bereits 1925 in Illinois gegründeten Audiohersteller Shure, der sich vor allem mit seinen Mikrofonen einen Namen gemacht hat, stets ein besonderes Augenmerk auf die tiefen Klangfrequenzen gelegt wird. Wer die neuesten Over-Ears namens Aonic 40 mit der Erwartung an ein perfekt klingendes Basserlebnis aufsetzt, wird allerdings eine gehörige Überraschung erleben.

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Wie fällt der Klang aus?

Klanglich zeigen die Shure Over-Ears im tieffrequenten Bereich nämlich leider alles andere als eine Meisterleistung. Die Bässe klingen rau, teilweise sogar fast unangenehm verfärbt und schmiegen sich leider nie so weich und ausgewogen in den allgemeinen Klangteppich ein, wie man es sich von einem echten Spitzenkopfhörer wünschen würde.

Den unsauber spielenden Bässen stehen dann aber immerhin knackige Mitten gegenüber. Die Frequenzen im menschlichen Stimmbereich geben die Aonic 40 am besten wieder – auch weil die Shure-Over-Ears in den Höhen nicht immer ganz so fein auflösen, wie man es sich wünschen würde.

Shure Aonic 40 im Test: Messlabor
Frequenzgang (links): Die klangstarken Mitten können die Aonic 40 als klare Stärke verbuchen. Bässe und Höhen sind dagegen eher wankelmütig. Dämpfung (rechts): Während die passive Dämpfung bei Shure gut ausfällt, fehlt es auch dem ANC am Ende ein wenig an Power.
© connect

Wer auf den auf die Mitten fokussierten Sound der Aonic 40 steht, findet bei Shure in allen anderen wichtigen Aspekten, die ein Kopfhörer neben dem Sound noch bieten sollte, ein wahres Wohlfühlpaket.

Welche Funktionen hat die Aonic 40 von Shure?

Zu allererst wäre hier die überragende Akkulaufzeit mit über 27 Stunden Spielzeit zu erwähnen, die diesen Kopfhörer zu einem regelrechten Langstreckenläufer macht. Hinzu kommt, dass Shure nahezu alle wichtigen Audio-Codecs wie zum Beispiel aptX unterstützt. Selbst wenn man die Over-Ears per Multipoint mit mehreren Geräten gleichzeitig verbinden will, kommt man mit den Aonic 40 auf seine Kosten.

Testsiegel connect sehr gut
Testsiegel
© WEKA Media Publishing GmbH

Wie lassen sich die Aonic 40 von Shure bedienen?

Überhaupt geht die Bedienung bemerkenswert einfach von der Hand: ganz gleich ob direkt an den Knöpfen am Kopfhörer, über den Sprachassistenten oder über die gut designte App, die mit ihrem Equalizer und der Option zur Anpassung von ANC und Transparenzmodus alle wichtigen Features zur Verfügung stellt.

Wo wir aber schon bei der aktiven Geräuschunterdrückung sind: Das ANC des Aonic 40 spielt leider nicht in der absoluten Oberklasse. Hier bietet die Konkurrenz in der Preisklasse jenseits der 200 Euro in aller Regel doch ein gutes Maß mehr in puncto Lärmreduktion. Positiv fällt dann aber ins Gewicht, dass das ANC dafür nie mit hörbarem Rauschen in Erscheinung tritt, sondern angenehm leise arbeitet.

Wie fällt das Fazit des Aonic 40 von Shure aus?

Die Aonic 40 bieten hervorragende Ausdauer und überzeugen mit ihrem großen Tragekomfort sowie mit der bequemen Bedienung am Kopfhörer und in der App. Die fehlende Basspower und das lediglich mittelmäßige ANC sind allerdings ernsthafte Kritikpunkte.

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