Vergleichstest

Drei Class-A-Verstärker im Test

8.7.2013 von Johannes Maier

Nach Jahren des Probierens steigt der erfahrene High-Ender zumeist auf Class-A-Verstärker um. Führen diese - mehr oder minder stets unter Volldampf - wirklich in schönere Klangparadiese?

ca. 1:55 Min
Vergleich
Class-A-Verstärker
Class-A-Verstärker
© J. Bauer, MPS, Archiv

Class-A-Verstärker im Test

Zu einem der meist benutzten Begriffe der HiFi-Welt zählt zweifellos "Class-A". So verfällt selbst ein alter Tester-Hase immer mal wieder leichtsinning auf die Idee, dass er Class-A-Verstärker vorstellen könnte.

Ha, da gibt es doch so prächtige Röhren wie etwa den Line Magnetic 219 IA. Oder den Performance des gerade 40 Jahre alt gewordenen italienischen Herstellers Unison - brandaktuell sogar in der extra edlen Anniversary-Ausführung für 11.000 Euro. Bei diesen Single-Ended-Class-A-Konzepten liegt der Fall klar. In den Giganten verarbeiten nicht nur die Eingangs-, sondern auch die Endröhren die gesamten, nach Plus und nach Minus ausholenden Musikschwingungen. Damit das Auf und Nieder klappt, muss der Ruhestrom zwangsläufig irgendwo in der Mitte des Aussteuerungsfensters bleiben. Angenehmerweise weisen die Röhren dort herum nicht nur ihren saubersten Arbeitsbereich auf. Sie erfüllen auch brav die Class-A-Forderungen des Physikbuchs, sodass der Tester unverdrossen weiter zur Tat schreiten kann.

Bildergalerie

Audreal A 600 E

Galerie: Class-A-Verstärker im Test

Audreal A 600 E, 4.000 Euro.

Was ist ein Class-A-Verstärker?

Bis er, wenn er sich eingehender mit den von ihm ausgesuchten "Class-A"-Transistoren beschäftigt, realisiert dass er sich wieder ins Knie geschossen hat. Zunächst herrschte Freude vor: Warm, groß und mit einem Lebendgewicht von 50 Kilo wirken die Sugden-Monoblöcke für 9.400 Euro nicht minder imposant als die Röhren. Den hohen Ruhestrom liefern sie sicher mit links. Ihre riesigen Kühlkörper setzen die Dauer-Überschussenergie locker in Wärme um. Das Gleiche gilt ebenso für den 4.000-Euro-Vollverstärker A 600 E von Audreal .

Dann kommt in Erinnerung, dass Single-Ended-Class-A-Transistoren wegen erwiesener Schwächlichkeit eher im Kuriositätenkabinett als im Handel zu finden sind. Und dass die erwähnten Halbleiter, denen im Gegensatz zu den Röhren keine Ausgangsübertrager zu Hilfe kommen, im Gegentakt-Betrieb laufen. Also zwecks Kraftsteigerung mit Plus- und mit Minusspezialisten, was den Class-A-Betrieb theoretisch ausschließt.

Nach dem Zuklappen der Grundlagen-Fibeln kommt trotzdem Hochachtung auf. Weil ein immer noch sehr hoher Ruhestrom Klirr-Reibungen beim Übergang von der einen auf die andere Gegentaktseite ausschließt. Und weil die Musik außer bei Hauruck-Impulsen im günstigen Kennlinienfeld bleibt. Salopp dürfen wir sie also Class-A'ler nennen. Das bewies auch der Test: Sie klingen nach a-allererster Sahne.

Fazit

Um die Diskussion "mehr oder weniger Class-A" zu beenden: Die Tester haben - mit allen vier Verstärkern - selten so gebannt und trotzdem entspannt Musik gehört. Bei dem gewaltigen Aufwand für den springenden Punkt, für die absolut gutmütigen und stabilen Betriebsbedingungen, bleibt der A 600 E von Audreal/ Xindak netterweise für viele im Budget. Für den Unison Performance und die Sugden-Kombi lohnt es sich zu sparen!

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