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HiFi-Rack: Leicht oder schwer?

Klemmen berücksichtigen

© Weka/Archiv

Plattenklemmen, sehr schwere Matten oder wie hier der nicht allzu schwere Puck von Allnics praktischem Speednick müssen beim „Ins-Wasser-Stellen“ berücksichtigt werden.

Der alten Faustregel, dass ein mit tausend Platten gefülltes Sideboard kein schlechter Platz für einen Plattenspieler wäre, wollen wir keinesfalls widersprechen. Doch mit den unterschiedlichen Konstruktionsprinzipien von Laufwerken (leicht, gefedert, schwer, ungefedert plus alle denkbaren Zwischenlösungen) hielt spätestens mit Linns berühmtem LP12 das leichte, kleine Holztischchen Einzug ins Hörzimmer. Nachvollziehbar spielte zumindest der Linn so beileibe nicht schlecht, wenngleich die Theorie keine gesicherten Beziehungen zwischen der Art des Unterbaus und der Art des Laufwerks hergibt.

Fest steht dagegen, dass ein gutes Rack felsenfest und in sich verwindungsfrei sein sollte, zudem gegen Vibrationen ungefähr so anfällig wie ein nasser Sack Zement.

Diese Anforderungen werden freilich unterschiedlich interpretiert und münden in Konstrukten, die aus verschiedensten Materialien bestehen können. Edelstahl, Holz, Karbon, Marmor, Glas, Aluminium und Verbundwerkstoffe kommen zum Einsatz, ebenso etwa federnde oder "gespikte" Einlegböden. Der Selbermacher hat zudem praktisch das gesamte Baumarkt-Inventar vor Augen und tendiert einsichtigerweise und nicht falsch letztlich zu dämpfend wirkendem Holz, etwa Multiplex, Buche oder MDF.

Schwingungsdämpfer

© Weka/Archiv

Die Schwingungsdämpfer bilden ein bedämpftes Federsystem und wiegen bereits selbst mehrere Kilo. Je nach Last sind drei oder sogar vier der Elemente unter einem superschweren Rack möglich.

Der Logik folgen

Einleuchtenderweise sind großflächige, leichte Konstruktionen anfälliger gegen Luft- und Körperschall als sehr schwere, sich selbst gut dämpfende Bauten. Schiere Masse ist daher nie ein Fehler, verbunden mit Bauelementen, die möglichst tieffrequente Eigenresonanz aufweisen. Genau deshalb sind Glasplatten (es sei denn, sie bestehen aus überaus dickem Sicherheitsglas) womöglich keine so gute Idee, ebensowenig wie leichte Aluminium- oder Stahlrohre mit großem Durchmesser. Ausgeschäumt oder mit Sand gefüllt, sieht die Sache dagegen schon besser aus - beim "Klopftest" sollte es sich wie "tock tock" statt wie "pling pling" anhören.

Spikes und Beton

Falls Ihnen jemand erzählt, dass Spikes irgendwelche Schwingungen "ableiten" würden, vergessen Sie es. Weder unter Racks noch unter Lautsprechern sind Spikes imstande, Schwingungen irgendwohin abzuleiten, zumal sich tonnenschwere Betondecken normalerweise dafür nur wenig aufnahmebereit zeigen. Spikes erzeugen eine hohe Flächenpressung über ihre winzige Fläche, was im Zusammenhang mit drei Spikes (vier sind ein Denkfehler und ein Albtraum beim Einstellen) schlicht zu hoher Stand- und "Wackel"-Festigkeit führt. Also durchaus sinnvoll, wenn es um ein Rack geht.

Basscontinuo

© Basscontinuo

„Isostatisch“ nennt Bassocontinuo seine Entkopplungstechnik mit Elastomer-Unterlegern unter den Rackböden (Typ: Lyra).

Bei Teppichböden rammen wir Spikes gerne mal durch bis auf den Estrich, ansonsten benutzt man unter den scharfen Spitzen harte, metallene Unterleger, die den eigentlichen Effekt kaum stören. Per Gewinde höhenverstellbare Spikes ohne Kontermutter sind völlig sinnlos, weil sie ja doch wieder wackeln. Bei sehr schweren Racks sind erfahrungsgemäß statt Spikes auch simple Füße, die den Boden schonen, ebenfalls sachgerecht. Bei "vierfüßigen" HiFi-Möbeln sollte man die Mühe nicht scheuen, die Teile penibel zu unterlegen, bis wirklich alles ganz fest steht.

Übrigens: Hoch und schmal tendiert logischerweise mehr zum Kippeln als breit und niedrig. Warum dennoch die Mehrzahl aller Racks viel höher als breit gebaut wird, wissen wohl nur deren Erfnder... Eine den Rücken schonende Höhe ist insbesondere bei Plattenspielern aber ein gutes Argument.

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