Klang verbessern

Weg von Wand und Endstufen

12.10.2016 von Roland Kraft

ca. 2:10 Min
Ratgeber
VG Wort Pixel
  1. Plattenspieler aufstellen: Entkopplung, Dämpfung, Schallisolation
  2. HiFi-Rack: Leicht oder schwer?
  3. Schwingungen absorbieren
  4. Weg von Wand und Endstufen
Shibuya Bassocontinuos Zen Line
Das Shibuya aus Bassocontinuos Zen Line ist aus furniertem, mehrlagigem Holz sowie Leder, besitzt massive Edelstahlfüße und entkoppelt seinen obersten Boden mit einer Technogel-Platte (Audio Reference).
© Hersteller

Hinter dem Rack benötigen wir Platz für die Verkabelung und zum Justieren von Tonarmen. Wenn es irgendwie geht, sollte man bequeme 30 Zentimeter Wandabstand einhalten - oder das Rack gleich im 45-Grad-Winkel schräg aufstellen. Das ist zugegeben eine rein subjektive Empfehlung, die nicht nur auf der bequemeren Erreichbarkeit der Anschlüsse beruht, sondern auch auf Klang-Experimenten, die ein wenig mitunter ganz spannendem "Voodoo" frönen.

Ganz und gar nicht "Voodoo" ist dagegen die Empfehlung, den Plattenspieler nicht an einem Fenster der Sonne auszusetzen. Tonabnehmer sind auf normale Temperaturen ausgelegt. Und dass eng tolerierte Tellerlager in heißem Klima schon festhingen, ist eine leidige Erfahrung einiger Plattenspieler-Hersteller.

Weit weg damit!

Dass Laufwerke mit großflächigen Acrylhauben "oben ohne" besser klingen, hat sich sicher herumgesprochen. Weniger geläufig scheint vielen Analogfans, dass große, vibrierende Netztrafos mit ihrem Streufeld auch nichts in der Nähe von Plattenspielern zu suchen haben. Falls Sie also Ihren dicken Vollverstärker mit seiner Trafoseite unmittelbar neben dem Tonarm stehen haben, brauchen Sie sich über Phonobrumm nicht zu wundern.

Das Gleiche gilt für Schaltnetzteile, Halogenlampen, Computer-Netzteile, alte Dimmer, jede Art von ausgelagerten Stromversorgungen von HiFi-Komponenten und natürlich für Stromaufbereiter sowie Netzleisten. Ganz konsequente HiFi-Freaks stellen dicke Endstufen oder große Vollverstärker niemals in dasselbe Rack wie den Plattenspieler - Phono- und Vorverstärker sowie CD-Player hingegen schon. Stromkabel und Signalkabel (insbesondere die hoch einstreuempfindlichen Phonoverbindungen) räumlich getrennt zu verlegen, sollte übrigens selbstverständlich sein und verpasst der Installation grundlegend schon mal einen besseren Geräuschspannungsabstand.

Solidsteel S5
Beim Solidsteel S5 sind die 40-Millimeter-Aluminiumrohre mit dämpfendem Material befüllt. Die Entkopplungsböden aus MDF sind einzeln nivellierbar (Audio Trade).
© Solidsteel

Tipps und Tricks

Der erste Tipp ist üblicherweise, sich an die hoffentlich ausführliche Aufstellanleitung des Plattenspieler-Herstellers zu halten.

Tipp Nummer zwei lautet dagegen: Experimentieren Sie! Die Crux des Plattenspieler-Herstellers ist doch, dass er keine Ahnung hat, wo seine Produkte letztlich landen. Also kann man beispielsweise einem einfachen Brettchenspieler mit ohnehin nutzlosen Hartgummifüßen durchaus einmal drei Spikes - oder "was auch immer" aus dem Zubehörhandel - untersetzen und zuhören, was passiert... Alle möglichen "Füße" mit Normgewinde findet man übrigens im Möbelhandel (Stichwort: Schubladenknöpfe). Gerätebasen, ob aus dem Zubehörhandel oder aus dem Baumarkt, sind oft einen Versuch wert; ebenso dämpfende Waschmaschinen-Unterleger (vom Baumarkt), Filzplatten oder spezielle Sandwich-Hölzer mit Gummi-Zwischenlagen. Der einfachste verstellbare Spike ist ein Stück spitz zugeschliffene Gewindestange in einer gekonterten Einschlagmutter.

Die simpelste Wahrheit (unser letzter Tipp) sollte man freilich - lange Lautsprecherkabel hin oder her - niemals aus den Augen verlieren: Ein Plattenspieler steht genau dort goldrichtig, wo der Einfluss von Luft- und Körperschall am geringsten ist. Und das ist normalerweise so weit wie möglich weg von den Lautsprechern.

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