Testbericht

Burmester 061

Das aus gewalzten Alu-Planken zusammengefügte Gehäuse, die massive, in Teflonschienen gleitende Ladeluke und die gravierte, perfekt verchromte Frontplatte - das ist der unverkennbare Stil der Manufaktur, die im Juli ihr 30-jähriges Jubiläum feiert.

  1. Burmester 061
  2. Datenblatt
image.jpg

© Archiv

Den Mechanik-Aufwand haben die Berliner im 061 nicht ganz so auf die Spitze getrieben wie im teureren 001: Dessen riemengetriebenes CD-Laufwerk - eines jener klassischen HiFi-Mysterien, die theoretisch gar nicht, praktisch aber umso besser funktionieren - muss im 061 einem Druckguss-Direktantrieb weichen, der freilich auch nicht von schlechten Eltern ist: Es handelt sich um das Philips Pro 2M, das auch dem Riementriebler als Basis dient.

image.jpg

© Archiv

Das Modulkonzept mit austauschbarer Wandlerplatine (links) macht den 061 zukunftssicher.

Digitales Dampfrad

Dem ohnehin schon Jitter-armen Daten-Output des Laufwerks rückt Burmester anschließend mit einem Abtastratenwandler zu Leibe. Dieser Kniff, der Laufwerks- und Wandlertakt voneinander entkoppeln soll, findet sich in den meisten Spielern des Tests. Anders als seine Kollegen fährt der Burmester die theoretischen Möglichkeiten des Upsamplers aber nicht immer voll aus: Die eingesetzten D/A-Wandler von Burr-Brown sollen besser klingen, wenn der Takt-Turbo nur mit halbem Ladedruck läuft: sprich von 44.1 nur auf 96 statt auf 192 Kilohertz hochrechnet.

Wer's nicht glaubt, kann's ausprobieren: Die Taktrate lässt sich umschalten. Außer zu Demonstrations-Zwecken ist das möglicherweise auch mit externen Digitalquellen sinnvoll, die sich in dieser Hinsicht durchaus anders verhalten können als das integrierte Edel-Laufwerk. Anschluss finden die Fremdgeräte über einen optischen sowie zwei Koax-Digitaleingänge. Die am Testgerät installierte USB-Buchse wartet hingegen nicht auf Audio-, sondern auf Steuersignale - sie gehört zu dem optionalen "Burlink"-Modul, das den 061 mit AMX- und Crestron-Multiroom-Controllern kompatibel macht.

image.jpg

© Archiv

Die Fernbedienung

Neben den Burlink-Schnittstellen ist aber noch Platz für mehr: Der MMI-Slot am Heck soll sicherstellen, dass es dem 061 auch in Zukunft nicht langweilig wird. Was im Handbuch vorsichtig als "zukünftige Erweiterungen" angedeutet ist, beflügelt die Fantasie: ein superedles iPod-Dock vielleicht? Am Ende gar eine Festplatte? Jetzt schon versprochen sind digitale Ein- und Ausgänge nach der symmetrischen AES-EBU-Studionorm.

XXL-Dynamik über XLR

Auch in der analogen Domäne favorisiert Burmester seit jeher den symmetrischen Signaltransport. Die Berliner Chrom-Klassiker hatten einst entscheidend mitgeholfen, diesen störimmunen Übertragungsweg in heimischen High-End-Gefilden überhaupt salonfähig zu machen. Daher ist es auch nicht überraschend, dass der 061 als einziger Testkandidat über seine XLR-Ausgänge besser klang als über die Cinch-Buchsen."Noch besser" müsste man sagen, denn schon via unsymmetrischer Verkabelung spielte der Burmester mit einer erhabenen Dynamik, von der einfachere Spieler nur träumen können.

Symmetrisch kam noch etwas mehr Bass-Schub hinzu - was aber nichts daran änderte, dass der 061 innerhalb der Topklasse eher zu den tonal schlanken, straffen Playern gehört. In High-End-Ketten, die diesen Charakterzug tolerieren - oder sogar benötigen -, fügt sich der Burmester als ausgesprochen kerniger Energiebolzen hervorragend ein. Wer maximale Natürlichkeit sucht, kommt mit dem unaufdringlicheren, plastischer und farbenreicher zeichnenden Accuphase zwar noch weiter - die kompromisslose Direktheit des Burmester ist dennoch aufregend.

Burmester 061

HerstellerBurmester
Preis7700.00 €
Wertung120.0 Punkte
Testverfahren1.0

Mehr lesen

Wer ist die Nummer eins? -

Mehr zum Thema

Burmester 069
Testbericht

<div>Die Edel-Manufaktur Burmester präsentiert einen CD-Spieler für die Ewigkeit - den 069 plus Netzteil Reference für 36 900 Euro.
Burmester 107
Neuheiten von Burmester

Die Highlights bei Burmester waren unter anderem: der Phono-Preamp 100 mit A/D-Wandler, der Reference 111 Musikserver, die B10 Kompaktboxen und die…
Yamaha CD S 3000 & A S 3000
Stereo-Kombi

Auf opulente und ebenso trendsetzende wie zeitlose Verstärker- und Digital-Elektronik von Yamaha haben die Fans schon lange gewartet. Nun hat das…
Marantz CD 6005 & PM 6005
Stereo-Kombi

Der Vollverstärker Marantz PM 6005 und der dazugehörige CD-Player CD 6005 bieten unglaublich viel Ausstattung und Musikqualität für einen…
Pro-Ject CD Box RS Pre Box RS Digital Audio
Digital-Kombi-Testbericht

Wir haben die Digtal-Kombi Pro-Ject Pre Box RS Digital mit CD Box RS im Test. Wie schneiden CD-Player und Verstärker in der Redaktion ab?
Alle Testberichte
Acer Switch Alpha 12
Detachable
75,4%
Das Acer Switch Alpha 12 ist das erste lüfterlose 2-in-1-Gerät mit Core-i-Prozessor. Im Test hinterlässt es einen…
Huawei P9 Plus
5,5-Zoll-Smartphone
88,0%
Huawei optimiert das P9 und heraus kommt ein echter Überflieger: Wir haben das Huawei P9 Plus getestet.
Samsung Galaxy A3 rosa
Testberichte
Alle Tests von Smartphones, Handys, Tablets, Navis, Notebooks und Ultrabooks, DECT-Telefonen und DSL-Routern in der Übersicht.