Testbericht

Lautsprecher Revel Ultima Gem 2

Eines ist klar: Ab heute kann keiner mehr sagen, eine maximal freie Boxenaufstellung sei das einzig Wahre. Es muss nur die Revel Ultima Gem 2 (9800 Euro das Paar) an der Wand hängen.

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Lautsprecher Revel Ultima Gem 2

© Archiv

Lautsprecher Revel Ultima Gem 2

Die pro Stück über 17 Kilogramm schwere und gut 60 Zentimeter hohe Ultima Gem 2 der amerikanischen Luxusmarke Revel ist der lebende Beweis, mit welcher Hingabe einige Hersteller das Thema Wandlautsprecher inzwischen behandeln. Wobei schon der Paarpreis von knapp 10_000 Euro als Indiz gelten mag, dass die in Klavierlack oder Mahagonifurnier gehüllten Dreiwegeboxen mehr sind als eine austauschbare Alibi-Lösung.

Lautsprecher Revel Ultima Gem 2

© Julian Bauer

In der Terminalmitte liegt der Schalter zur Anpassung der Abstrahlachse. Die zentrale Lasche dient zur Aufnahme des optionalen Ständers.

Tatsächlich ist die Gem (englisch für "Edelstein") im Grunde gar kein Wandlautsprecher, zumindest kein reinrassiger. Sie lässt sich dank ihrer moderaten Bautiefe zwar problemlos an die Wand hängen, kann aber ebenso auf einem optionalen (hier nicht abgebildeten) Stativ stehen, das im Nebeneffekt die offenliegende Rückseite inklusive der Boxenkabel verdeckt. So fixiert, kann die Ultima Gem 2 wie Standboxen frei im Raum stehen, wobei ihr Rücken dann ebenso glattflächig erscheint wie die sorgfältig gerundete Front.

Um den verschiedenen Aufstellungsarten Rechnung zu tragen, gönnt der wie JBL und Infinity zum Harman-Imperium zählende Nobelhersteller seinem Problemlöser immerhin drei getrennt schaltbare Ortsfilter.

Eines liegt rückseitig im Anschlussfeld versteckt und gestattet eine Absenkung der Hauptabstrahlachse für den Fall, dass die Hoch- und Mitteltöner oberhalb der Ohrhöhe sitzen, was bei Wandmontage häufiger vorkommt. Filter zwei und drei sind über die Front zugänglich und beinhalten eine Bassanpassung mit den Varianten "freistehend", "dröhnmindernd" und "wandnah" sowie einen fünfstufigen Schalter zur Anpassung der Hochtonintensität an die Hörentfernung.

Revel garantiert für jedes Exemplar seiner kürzlich vorgestellten, insgesamt vierköpfigen Ultima-2-Serie Frequenzgang-Abweichungen von maximal einem halben Dezibel, bezogen auf das Freigabemuster ("Golden Sample"). Um diese irrwitzige Konstanz einzuhalten, nutzen die Amerikaner eine Palette enger als üblich gestufter Kondensatoren und wickeln individuelle Drosselspulen, da sich jeder Zentimeter Drahtlänge bemerkbar macht.Bei der Endkontrolle werden die Daten der Seriennummer zugeordnet und für spätere Servicefälle gespeichert.

Lautsprecher Revel Ultima Gem 2

© Julian Bauer

Zwischen Tief- und Mitteltöner sitzen die Drehschalter zur Anpassung der Energieverteilung an die Aufstellung. Den Hochtöner schützen zwei dünne Metallbügel.

Die Chassis sind Meisterwerke, in denen das gesamte Know-how des Harman-Konzerns steckt. Ultralineare Antriebe und hochbelastbare Schwingsspulen kennzeichnen die Konustreiber, die wie sonst nur Hochtöner Membranen aus Titan besitzen. Für kurze Wellenlängen ist Beryllium zuständig, der neben Diamant talentierteste Werkstoff für gleichermaßen neutrale wie hochauflösende Kalotten.

Dass die übrigen, weitaus preisgünstigeren Kandidaten gegen die Revel nicht den Hauch einer Chance hatten, war keine wirkliche Überraschung. Und doch beeindruckte die schier grenzenlose Mühelosigkeit, mit der die Gem 2 nach erfolgter Ortsanpassung loslegte, als gebe es kein Halten und als sei Wandnähe noch nie ein klanglicher Hemmschuh gewesen.

Atemberaubend vielschichtig bei höchster dynamischer Durchsetzungsfähigkeit, dazu so locker-entspannt wie es nur eine Handvoll Traumboxen zu Wege bringt: Die Superlative wollten kein Ende nehmen. Eines ist klar: Ab heute kann keiner mehr sagen, eine maximal freie Boxenaufstellung sei das einzig Wahre. Es muss nur die Revel an der Wand hängen.

Revel Ultima Gem 2

HerstellerRevel
Preis9800.00 €
Wertung58.0 Punkte
Testverfahren1.0

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