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Testbericht Nokia Lumia 920 im Test

von
Nokia Lumia 920
Labortest
72,2 %
Zuletzt aktualisiert: 16.09.2014
Nokia Lumia 920
Smartphones
Pro
  • sehr gutes User Interface
  • leicht individualisierbares Hauptmenü
  • auskunftsfreudiger Sperrbildschirm
  • sehr hochwertiges Gehäuse
  • hochauflösendes, starkes Display
  • sehr gute, lichtempfindliche Kamera
  • überragende Ausdauerwerte
  • Connectivity mit LTE, NFC und mehr
Contra
  • hohes Gewicht
  • Lautstärke etwas gering
Fazit

Das Nokia Lumia 920 liegt zwar schwer in der Hand, doch seine Vorzüge gleichen das locker aus.

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Das Lumia 920 sprengt im Test in jeder Hinsicht Maßstäbe und landet in den Top 10 der Bestenliste.

Wer zum ersten Mal ein Nokia Lumia 920 (Preisempfehlung: 649 Euro) in der Hand hält, bemerkt recht schnell, dass das neue Topmodell der Finnen Maßstäbe sprengt. 188 Gramm bringt dieses Smartphone auf die Waage, es wiegt also mehr als das Samsung Galaxy Note 2 mit seinem überdimensional großen 5-Zoll-Display. Auch bei den Abmessungen gönnt sich das Lumia 920 etwas mehr, als dies andere Geräte mit gleicher Displaygröße tun.

Verarbeitung: Starke Verpackung

Doch dafür kommt das neue Lumia auch in einem Gehäuse, das keinen Vergleich zu scheuen braucht: Verglichen mit den üblichen Verdächtigen aus Korea wirkt die Konstruktion ungemein solide und elegant.

Die Mobiltelefone von Apple mögen mit ihrem Metall und Glas zwar noch eine Spur hochwertiger wirken, doch die höhere Robustheit traut man intuitiv dem neuen Lumia zu. Das Display wird vom Unibody-Gehäuse aus massivem Polycarbonat rundum umschlossen, das Displayglas ist an den Kanten festigend gewölbt. Die Seiten der Polycarbonatschale lassen sich dank Verrundung angenehm greifen, der oben und unten völlig flache Rahmen sorgt auf moderne Weise für Unverwechselbarkeit.

Wer es sehr auffällig mag, kann zum Lumia 920 in Rot oder Gelb greifen, für den dezenteren Stil gibt es weiße, schwarze und graue Gehäuse. Unabhängig von der Farbauswahl ist das zähe Material durchgefärbt, Kratzer sorgen also nicht für Farbänderungen in der glatten Oberfläche.

Ausstattung: Hardware ohne Kompromisse

Das vergleichsweise hohe Gewicht ist auch eine Folge der kompromisslosen Ausstattung. Die fängt beim Display an, das mit 4,5 Zoll gerade noch klein genug ist, um nicht den Eindruck zu vermitteln, das Lumia sei ein kleines Tablet. Bei der Auflösung geht Nokia mit 334 dpi an die Grenzen dessen, was guten Augen noch Nutzen bringt.

Die von Windows Phone 8 maximal unterstützten 1280 x 768 Pixel bieten Webseiten, Filmen und Fotos eine optimale Bühne. Damit kein Detail auf der Strecke bleibt, ist das Display extrem blickwinkelstabil – die In-Plane-Switching-Technik (IPS) macht’s möglich. Und dank mehr als 400 Candela pro Quadratmeter Helligkeit ist es auch an sonnigen Sommertagen noch zu gebrauchen.

Auch für den kalten Winter hat Nokia vorgesorgt und den Touchscreen empfindlicher als üblich gemacht. Auf Finger in Handschuhen reagiert der Screen spürbar zuverlässiger als Vergleichsdisplays, ohne dass das zu Fehlbedienungen führen würde. Eventuelle iPhone-Umsteiger werden merken, dass die Windows-Phone-Tastatur etwas präzisere Eingaben erfordert.

Ein schneller Qualcomm Snapdragon S4 mit zwei Rechenkernen à 1,5 GHz Taktfrequenz sorgt dafür, dass das Lumia 920 auch mit flinken Fingern bestens mithalten kann und Befehle flüssig umsetzt. Entsprechend den Vorgaben des Betriebssystems gehört zur Displayauflösung 1 GB Arbeitsspeicher.

Beim Datenspeicher hatte Nokia hingegen freiere Wahl: Das Lumia 920 wird mit 32 GB ausgeliefert, von denen 29 GB für den Nutzer verfügbar sind. Das ist mehr als genug Speicher für die meisten Smartphone-Anwendungen; trotzdem hätte sich der eine oder andere Tester einen zusätzlichen Steckplatz für MicroSD-Speicherkarten gewünscht.

Funkstandards: Alles an Bord

Keine Wünsche kommen hingegen bei den drahtlosen Schnittstellen auf – Quadband-GSM, Quadband-UMTS bis zu DC-HSDPA+ sind bei einem hochklassigen Smartphone fast schon selbstverständlich. Doch das Nokia bietet daneben auch Pentaband-LTE. Damit sind neben den in Deutschland bisher genutzten 800, 1800 und 2600 MHz auch die mit einiger Sicherheit folgenden 900 und 2100 MHz auf dem Programm. 900 MHz ist übrigens auch eine in den USA wichtige Frequenz.

Übersicht: LTE-Frequenzen

Ebenfalls in den Staaten beliebt ist WLAN im a-Standard, den das Lumia 920 zusätzlich zu den bei uns verbreiteteren b/g/n-Varianten unterstützt. Bluetooth ist da schon selbstverständlich. In Kombination mit der ebenfalls eingebauten NFC-Technik ist hier der Verbindungsaufbau (Pairing genannt) oft besonders einfach. Auch für den schnellen Dateiaustausch und für kommende Ausweis- und Bezahlverfahren ist es beruhigend, dass das Lumia die dafür wichtige NFC-Technik unterstützt.

Wem das noch nicht drahtlos genug ist, der kann sein Nokia kabellos aufladen – das hierfür nötige induktive Koppelelement ist im Lumia 920 eingebaut, die Ladestation muss man aber extra kaufen.

Übersicht: Kabellose Ladestationen für Lumia-Smartphones

Hervorragende Kamera

Gekrönt wird die Hardware von einem Carl-Zeiss-Kameramodul. Zum Fotografieren sind die knapp über 8 Megapixel und die doppelte LED-Fotoleuchte erst einmal guter Standard. Mit der Optik lassen sich bei gutem Licht überdurchschnittlich gute Bilder machen. Bei schlechtem Licht distanziert die Kamera die konventionelle Konkurrenz dann endgültig.

Ein optischer Bildstabilisator wirkt dem unvermeidbaren Wackeln der Hand entgegen und ermöglicht so deutlich längere Belichtungszeiten. Das bringt mehr Licht auf den Sensor und führt dazu, dass das Lumia 920 (Bild unten links) der Konkurrenz (Bild unten rechts) sichtbar überlegen ist. Das gilt immer dann, wenn es an Licht fehlt und besonders bei weiter entfernten Objekten, bei denen kein Blitz mehr hilft. 

Links die Aufname mit dem Lumia 920, rechts die Konkurrenz, beide ohne Blitz oder Fotolicht geschossen.
Links die Aufname mit dem Lumia 920, rechts die Konkurrenz, beide ohne Blitz oder Fotolicht geschossen. ©

Software-Ausstattung: Praxisgerecht

Doch im Alltag kann tolle Hardware nur der Anfang sein. Die Software entscheidet darüber, ob sich ein Smartphone bewährt. Dafür bietet Windows Phone 8 mit seiner einfachen Bedienung, dem informativen Sperrbildschirm und dem flexibel an die eigenen Bedürfnisse anpassbaren Startmenü gute Voraussetzungen.

Nokia geht mit seinen Beigaben noch einen Schritt weiter. Zur Kamera gibt es etwa drei zusätzliche Lens-Apps. Eine ermöglicht zusammengesetzte Panorama-Aufnahmen, was allerdings für die wenigsten Anwender aufregend sein dürfte.

Schon deutlich spannender ist die Möglichkeit, kleine Bilder mit in Ausschnitten bewegtem Inhalt als sogenannte Animated-GIF-Dateien zu erstellen. Nokia nennt das Cinemagraph. So lässt sich zum Beispiel ein Kopfnicken oder -schütteln auf eine Webseite bringen, ohne dass man dazu gleich ein ganzes Video erstellen müsste. Praktisch ist es auch, mit der Smart-Shot-Lens die besten Gesichtsausdrücke mehrerer Personen aus einer Serienbildreihe zusammenzuführen.

Zuverlässige Navigation

Und auch aus dem bei Windows Phone 8 der Allgemeinheit zur Verfügung gestellten Nokia-/Windows-Kartenmaterial haben die findigen Finnen für ihre eigenen Smartphones noch einmal das Beste herausgeholt. Mit Nokia Drive+ steht schon in der Beta-Version eine in unseren Tests sehr zuverlässig funktionierende und leistungsfähige Navigation zur Verfügung, die durch die Verwendung von Offline-Kartenmaterial den Wunsch nach einer Standalone-Navi weit zurückdrängt.

Mit „City-Kompass“ bietet Nokia zudem ein Augmented-Reality-Orientierungs-Tool, das im Test in Stuttgart extrem detailliert über Restaurants, Kulturstätten, Sehenswürdigkeiten und vieles mehr in der unmittelbaren Umgebung Auskunft gab.

Der City-Kompass soll sogar die Navigation unter Einbeziehung von öffentlichem Nahverkehr, Fußwegen und Taxis beherrschen, wenn auch zunächst nur in Berlin. So wird aus der Wahl des angenehmsten, schnellsten oder preiswertesten Wegs eine informierte Entscheidung statt eines Ratespiels.

Mit dem City-Kompass enthüllt eine fremde Stadt schnell ihre Geheimnisse.
Mit dem City-Kompass enthüllt eine fremde Stadt schnell ihre Geheimnisse. ©

Labormessungen: Stark im Labor

Die Messungen im connect-Labor zeigten dann, wie subjektiv mancher Schnelltester ohne Mess-Equipment dem Lumia 920 begegnet: Die teilweise als gering beschriebene Ausdauer ist durch Messungen nicht belegbar. Im Gegenteil: Mit fast sechs Stunden typischer Ausdauer im Bildschirmbetrieb und noch längeren Gesprächszeiten im GSM-Netz gehört das Nokia zu den sehr ausdauernden Smartphones. Das kommt der Neigung des Users entgegen, sich seiner Fähigkeiten ausgiebig zu bedienen …

Marktübersicht: Alle Handys mit Windows Phone 8 im Vergleich

Beim Telefonieren ist als einzige Auffälligkeit zu bemerken, dass es für den Angerufenen leiser klingt als üblich. Funktechnisch ist das neue Windows-Phone-8-Gerät voll auf der Höhe.

Fazit: Ein echtes Statement

Insgesamt wiegt das Nokia Lumia 920 zwar schwer in der Hand, doch seine Vorzüge gleichen das locker aus. Zu seinen vielen unbestrittenen technischen Fähigkeiten kommt eine Bedienung, die nach der ersten, sehr einfachen Konfiguration den neuen Maßstab setzt. So etwas nennt man ein Statement.

 
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Inhalt
  1. Nokia Lumia 920 im Test
  2. Datenblatt
  3. Wertung
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