200-Euro-Smartphone

Sony Xperia E5 im Test

Mit 200 Euro ist das Xperia E5 das günstigste Sony-Modell auf dem Markt. Der Test zeigt: Dafür gibt's solide Kost ohne Überraschungen. Nicht mehr - aber auch nicht weniger.

Sony Experia E5

© Sony

Sony Xperia E5​

EUR 168,00

Pro

  • schlichtes und schnörkelloses Design
  • gute Verarbeitung
  • helles und kontrastreiches Display
  • moderne und intuitive Benutzeroberfläche
  • 5-GHz-WLAN wird unterstützt
  • gute bis sehr gute Funkeigenschaften

Contra

  • leistungsschwacher Prozessor
  • Kamera mit langsamem Autofokus
  • Akustik nur befriedigend

Fazit

connect-Testurteil: gut (386 von 500 Punkten)
77,2%

Das schlichte und schnörkellose Design übernimmt das Xperia E5 von den teureren Sony-Geräten, der breite Rahmen um das Display macht aber schnell deutlich, in welcher Preisregion das E5 zu Hause  ist. Er bläht das Volumen auf und sorgt dafür, dass das E5 für einen 5-Zöller relativ groß ist. Das Gehäuse besteht vollständig aus mattem Kunststoff, der haptisch recht ansprechend ist, ohne allerdings die Klasse von Metall zu erreichen. Die Verarbeitung ist sehr gut, trotz voller Kunststoffummantelung wackelt oder knarzt nichts, auch der schmale Deckel auf der linken Seite, der die Einschübe für Micro-SD und Nano-SIM schützt, sitzt passgenau. Im Gegensatz zu vielen anderen (teureren) Sony-Smartphones ist das Gehäuse allerdings nicht wasser- und staubdicht nach IP67. ​

Helles Display, miese Kamera

Die Displayauflösung von 1280 x720 Pixeln ist in dieser Preisklasse angemessen und auf einer Diagonale von 5 Zoll auch noch ausreichend scharf. Die Darstellungsqualität ist Sony-typisch sehr gut, das Panel nicht nur leuchtstark (490 Candela), sondern auch kontrastreich (1:2450) und sehr blickwinkelstabil. Unter dem Bildschirm werkelt ein Vierkern-Prozessor von Mediatek (MT6735), der auf 1,5 GB Arbeitsspeicher zugreifen kann. Der Chipsatz liefert zwar eine für den Alltag noch ausreichende Leistung und hält das System flüssig am Laufen, stößt aber schnell an Grenzen, wenn das E5 intensiv genutzt wird: Die Drehung vom Hoch- ins Querformat dauert eine Gedenksekunde, die Ladezeiten für Apps sind deutlich länger als bei einem Top-Smartphone und grafikintensive Spiele können schon mal ruckeln. Hier sollten Käufer also nicht all zu viel erwarten. 

Sony Xperia E5 Screenshots

© Sony

Links: Sonys Benutzeroberfläche überzeugt - das Hauptmenü sieht bei den Japanern besser aus als bei Google. Rechts: Mehrwert: Das UKW-Radio und der Equalizer sind in dieser Preisklasse nicht selbstverständlich.

Auch die 13-Megapixel-Kamera vollbringt keine Wunder, im Gegenteil: Der vergleichsweise träge Autofokus nimmt viele Motive unscharf auf. Immerhin ist der Sensor vergleichsweise lichtstark, bei schlechten Lichtverhältnissen setzt Bildrauschen später ein als bei anderen Modellen in dieser Preisklasse. Die Qualität der 5-Megapixel-Frontkamera und auch von Videos geht ebenfalls in Ordnung. Letztendlich wird der positive Eindruck durch den langsamen Autofokus aber empfindlich getrübt. 

Als Betriebssystem ist die aktuelle Android-Version 6.0 installiert, große Versionssprünge sollten Käufer nicht erwarten. Sony ist zwar für seinen vorbildlichen Software-Support bekannt, in Anbetracht des niedrigen Preises und des schwachen Prozessors dürften die Japaner diesmal aber eine Ausnahme machen. Veredelt wird das System von Sonys Benutzeroberfläche Xperia UI, die stark an der nativen Google-Oberfläche orientiert ist. Sony hübscht die Optik genau dort auf, wo Google sie vernachlässigt, etwa im Einstellungsmenü und im Hauptmenü. Es gibt nur wenige vorinstallierte Apps, unter anderem von Amazon, Spotify und Kobo,  sodass der verfügbare Speicher mit 9 GB noch ausreichend groß ist. ​

Schnelles WLAN wird unterstützt

Das E5 ist eines der ganz wenigen Smartphones in dieser Preisklasse, die 5-GHz-WLAN unterstützen und verdient sich damit ein dickes Lob. Auch die Funkeigenschaften enttäuschen nicht, sie sind in allen Netzen gut bis sehr gut. Bei der Akustik muss das günstige Sony dagegen Federn lassen, hier monierte unser Messlabor vor allem die geringen Lautstärkereserven. Der Akku ist mit 2300 mAh dem Ausstattungsniveau angemessen, beim E5 reicht das für eine Gesprächszeit von sieben Stunden im UMTS-Netz und 6:47 Stunden im typischen connect-Anwendungsmix. Damit kommt man bei normaler Nutzung gut durch den Tag, wir wollen aber nicht verschweigen, dass viele – auch preiswerte – Modelle aus unserer Bestenliste mehr schaffen. Für eine Empfehlung ist das zu wenig.​​

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