Sony Smartphones im Doppeltest

Sony Xperia Z5 und Z5 Compact: Die Z3-Nachfolger im Test

Das Xperia Z5 und sein Schwestermodell Xperia Z5 Compact überzeugen im Test: Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft meldet sich Sony mit dem Z5-Doppel eindrucksvoll zurück:

Sony Xperia Z5

© connect

Sony Xperia Z5

EUR 445,00

Pro

  • erweiterbarer Speicher
  • Premium-Design und exzellente Verarbeitung
  • wasserdicht nach IP68
  • Fingerabdrucksensor in die Powertaste integriert
  • brillantes IPS-LCD
  • hervorragende Kameraausstattung
  • elegante Benutzeroberfläche mit vielen Sony-Extras

Contra

  • kein optischer Bildstabilisator
  • leichte Schwächen bei der Akustik
  • Schwächen im GSM-Netz
  • drahtloses Aufladen wird nicht unterstützt
  • hoher Preis

Fazit

connect-Urteil: 431 von 500 Punkten (sehr gut)
86,2%

Schnelle Veränderungen sind nicht gerade ein Markenzeichen von Sony, im Gegenteil. Der traditionsreiche Elektronikkonzern ist eher dafür bekannt, an einer einmal getroffenen Entscheidung festzuhalten. Dafür stehen auch die beiden Top-Smartphones Xperia Z5 und Z5 Compact, die wieder dem sogenannten „Omni- Balance“-Design folgen: einer kantigen und schnörkellosen Formensprache, die Sony Anfang 2013 mit dem ersten Xperia Z eingeführt hat. Es gibt auch keinen Grund, diese radikal zu ändern – ihre konsequente Schlichtheit ist in der Smartphone-Welt schließlich einzigartig und hat einen hohen Wiedererkennungswert.

Neue Stilikone

Bei der neuen Xperia-Generation wurde natürlich überall ein bisschen geschliffen und gefeilt, dabei ist die tongenaue Einfärbung von Rahmen und Glasrückseite bei den jeweils vier angebotenen Farbvarianten und die Xperia-Gravur auf der linken Rahmenseite besonders gelungen. Keine Frage, das Xperia Z5 ist eine Stilikone. Für das Kompaktmodell gilt dies nicht, denn zum einen kann es die schlanke Linie nicht halten (9 statt 7 Millimeter), zum anderen verzichtet Sony auf einen Aluminiumrahmen und setzt stattdessen auf Kunststoff. Der kommt zwar in wertiger Keramikoptik, kann aber vor allem haptisch nicht mit Metall mithalten. Im Gegenzug passt das Z5 Compact in jede Hand- und Hosentasche – zumal es nicht nur klein, sondern mit 139 Gramm auch leicht ist.

Sony Xperia Z5

© connect

Die matte Rückseite ist unempfindlich gegen Fingerabdrücke und wertet das Gehäuse deutlich auf. Ansonsten hat sich im Vergleich mit dem Z3+ (unten) nur wenig geändert.

Milchglas gegen Fingerabdrücke

Die Grundkonstruktion beider Modelle besteht wie bei den Vorgängern aus zwei Glasplatten, die von einem massiven Rahmen zusammengehalten werden. Bei der Z5-Serie ist das Glas auf der Rückseite nicht mehr glatt und glänzend, sondern rau und milchig, was das Gehäuse noch einmal aufwertet. Das Milchglas ist zudem unempfindlich gegen Fingerabdrücke, was ein klarer Vorteil gegenüber anderen Glas- Smartphones wie etwa Samsungs Galaxy S6 ist.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal: Beide Geräte sind wasserdicht nach der Industrienorm IP68, dabei liegt der Micro-USB-Anschluss erfreulicherweise offen, was das fummelige Abnehmen der Schutzkappe beim Nachladen erspart. Die Steckplätze für Nano-SIM und Micro-SD verstecken sich dagegen auf der linken Seite hinter einer passgenau in den Rahmen eingesetzten Kappe. Die Verarbeitung ist top – wie man es bei den Preisen auch erwarten kann. Sony-Produkte sind schließlich nicht billig, das gilt auch für das neue Z5 und seinen kleinen Bruder Z5 Compact mit einer UVP von 699 beziehungsweise 549 Euro.

Einen kleinen Kritikpunkt haben wir dann aber doch noch gefunden: Die Lautstärketasten sitzen bei beiden Modellen so weit unten, dass man sie nicht mehr bequem mit dem Daumen erreichen kann.

Sony Xperia Z5

© connect

Die Power-Taste ist so breit, weil Sony einen Fingerabdruck-Sensor integriert.

Neuer Fingerabdrucksensor

Erst auf den zweiten Blick fällt die neu gestaltete Powertaste auf, die auf der rechten Seite nicht mehr hervorsteht, sondern leicht im Rahmen versenkt wurde. Mit einer Länge von anderthalb Zentimetern füllt sie fast die gesamte Breite des Rahmens aus. Dieses flächige Design hat einen pragmatischen Hintergrund. In der Taste ist ein Fingerabdrucksensor integriert, der so intuitiv funktioniert wie beim iPhone 6: Man muss den Daumen nur ganz leicht andrücken, um das Gerät zu entsperren.

Auch wenn sich die Displays bei Größe und Auflösung deutlich unterscheiden (das Z5 bietet 1920 x 1080 Pixel auf 5,2 Zoll, das Z5 Compact 1280 x 720 Pixel auf 4,6 Zoll), zeigen sie eine vergleichbar gute Darstellung. Die Leuchtkraft des Z5 liegt mit über 550 Candela auf sehr hohem Niveau, Kontrastwerte und Farbtreue stimmen ebenfalls. Das LCD des Z5 Compact gehört mit 665 Candela sogar zu den leuchtstärksten Panels, die wir jemals gemessen haben.

Unter dem Display werkelt Qualcomms Top-Prozessor Snapdragon 810, der auf dem Z5 auf 3 GB, auf dem Z5 Compact auf 2 GB Arbeitsspeicher zugreifen kann. Sorgen über die Performance müssen sich Compact-Käufer aber nicht machen: Da auf dem Display weniger Pixel angesteuert werden müssen, ist der Speicherverbrauch des Systems auch geringer.

Sony Xperia Z5 Screenshot

© Sony

Ein gut gemachter Assistent hilft dem neuen Besitzer beim Einstieg und der Datenmigration.

Unterhaltungskünstler

Im Smartphone-Universum ist Sony keine große Nummer, die Verkaufszahlen liegen weit hinter Apple, Huawei und Samsung. Aber im Gegensatz zu den genannten Konkurrenten sind die Japaner im gesamten Segment der Unterhaltungselektronik breit aufgestellt und gleichzeitig ein großer Inhaltsproduzent. Davon wiederum profitiert, wer sich für ein Z5 entscheidet. Weil Sony eines der größten Filmstudios der Welt betreibt (das unter anderem den neuen Bond-Film „Spectre“ produziert hat), ist ein Filmportal auf dem Smartphone vorinstalliert, das auch aktuelle Titel und Serien zum Streamen anbietet.

Und weil Sony mit der Playstation 4 die meistverkaufte Spielkonsole der Welt im Portfolio hat, lässt sich das Z5 mit der PS4 koppeln, um etwa Konsolengames auf dem Smartphone weiterzuspielen. Außerdem hat der Erfinder des Walkmans seine Klangexpertise in die Z5-Serie einfließen lassen: Die Software DSEE HX verbessert die Wiedergabetreue von MP3- oder AAC-Dateien, die Klangqualität beim Musikhören über Bluetooth wird mit dem LDAC-Codec aufgewertet, und die Klinkenbuchse unterstützt Headsets mit aktiver Geräuschunterdrückung.

Die Benutzeroberfläche Xperia UI überzeugt mit einer angenehm zurückhaltenden Darstellung und einem hohen Aktualisierungsintervall – Sony gehört mittlerweile zu den Smartphone-Herstellern mit dem besten Software-Support. Was dagegen nervt: Auf beiden Z5-Modellen wurden zahlreiche Apps ungefragt vorinstalliert, unter anderem Amazon Shopping, Vine und Sky Go. Sie lassen sich aber allesamt entweder deinstallieren oder deaktivieren.

Sony Xperia Z5 compact Screenshot

© Sony

Soundprofi: Sony-typisch kann man den Klang mit zahlreichen Einstellungen optimieren.

Fast Durchmarsch an die Spitze

Obwohl das Xperia Z5 Compact mit seinem kleineren Display weniger Strom verbraucht, ist die Akkukapazität mit 2700 mAh fast genauso hoch ist wie beim größeren Schwestermodell (2900 mAh). Das Ergebnis: Während das Z5 mit einer Laufzeit von knapp sieben Stunden im connect-Nutzungsmix eine gute Ausdauer zeigt, ist das Kompaktmodell mit 7:40 Stunden ein echter Marathonläufer. Die Akkus brauchen etwa drei Stunden, um wieder vollzutanken, ein Schnellladenetzteil fehlt leider.

Die Funkeigenschaften sind im LTE- und UMTS-Netz top, schwächeln aber in den GSM-Frequenzen. Das ist jedoch kein wirklicher Beinbruch, weil die meisten Telefonate in Deutschland über 3G abgewickelt werden. Für die Akustik beim Telefonieren gilt das Gleiche: Sie ist noch im grünen Bereich, aber etwas schlechter als bei anderen Top-Smartphones. Grund ist die vergleichsweise niedrige Lautstärke beim Telefonieren sowohl in Sende- als auch in Empfangsrichtung.

Ohne diese kleinen Patzer hätten Z5 und Z5 Compact die ersten beiden Plätze der connect-Bestenliste im Handstreich erobert. So reicht es „nur“ für den zweiten und den fünften Platz. Die Neuauflage der Xperia-Serie ist Sony also gelungen. Jetzt fehlt nur noch das Topmodell Z5 Premium, das hoffentlich in der nächsten Ausgabe zum Test bereit steht.

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