Die Gründe für ein Outdoor-Handy sind vielfältig: Manch ein Nutzer muss beruflich bei Wind und Wetter raus, die anderen trotzen in der Freizeit den Elementen. Die einen sind einfach nur etwas schusselig, die anderen gehen gern auf Nummer sicher.
Vorbei die Zeiten in denen von Handys galt: hart im Nehmen, aber einfachst ausgestattet. In den letzten Monaten ist die Zahl der Outdoor-tauglichen Smartphones mit ellenlangen Feature-Listen sprunghaft angestiegen. Zum Beispiel das Sony Xperia Z, bis vor kurzem noch Spitzenreiter in der connect-Bestenliste. Auch vom aktuellen Spitzenreiter Samsung Galaxy S4 ist eine Outdoor-Version mit dem Namenszusatz Active geplant.
Beim Outfit setzen die robusten Smartphones ebenfalls einen neuen Trend: Einem Sony Xperia Z aber auch den älteren Geräten wie Sony Xperia Go und Xperia V oder Panasonic Eluga ist die Zugehörigkeit zur Sparte Hardcore nicht mehr auf Anhieb anzusehen.
Stabile Handys
Aber auch die robusten Puristen-Handys Marke Telefonieren-und-Simsen sind noch zu haben. Ab 50 Euro bereits finden sich Modelle wie das Simvalley XT-520 Sun, das als außergewöhnliches Feature eine Solarzelle integriert hat. Weitere günstige Modelle, denen man ihre Robustheit in der Regel auf Anhieb ansieht gibt’s von Caterpillar, Sonim, Samsung, Motorola, Swissvoice oder Emporia.
In der folgenden Galerie zeigen wir Ihnen die wichtigsten Outdoor-tauglichen Handys und Smartphones.
Mit dem Xperia Z hat es ein Outdoor-Handy bis auf das höchste Treppchen der connect-Bestenliste geschafft – mit deutlichem Abstand zum Padfone 2 auf dem zweiten Rang. Hinter der edlen Hülle aus gehärtetem Glas auf Front- und Rückseite steckt also auf jeden Fall eine Top-Ausstattung. Dank IP-55- und IP-57-Zertifizierung ist das Ausnahme-Smartphone zudem staub- und wasserdicht.
Wenn es selbst Tauchgänge bis zu einem Meter Tiefe sicher hinter sich bringt, dann können Schnee oder Regen dem Xcover 2 erst recht nichts anhaben. Das nach IP-67 zertifizierte Modell ist mit aktuellen Android 4.1 ausgestattet hat sich im Test sehr gut geschlagen, Ausdauer und Messwerte waren top. Damit ist es deutlich besser als sein Vorgänger.
Was die Featureliste angeht, so ist das acro S dem Xperia S recht ähnlich. Es kommt allerdings bereits von Haus aus mit Android 4.0 und hat außerdem einen 1,5-GHz-Prozessor intus, sowie eine 12,1-Megapixel-Kamera. Weitere Features: Grafikkarte Adreno 220, HDMI-Schnittstelle, 16 GB integrierten Speicher (erweiterbar mit maximal einer 32-GB-Karte), HSPA und NFC.
Touchscreen? Is nicht! Auch die übrige Ausstattung erinnert an längst vergangene Handy-Zeiten: 2-Megapixel-Kamera, UKW-Radio, SMS, Telefonfunktion und kaum interner Speicher. Die besonderen Extras: Taschenlampe und Dual-SIM-Funktion. Das China-Phone im Gummi-Mantel ist IP67-zertifiziert und insofern gut auf Baustellen und in ähnlichem Hardcore-Umfeld einsetzbar.
Das Caterpillar Cat B15 hingegen ist ein Smartphone mit Multitouch-Display, Gorilla-Glas-Schutz und Wet-Finger-Tracking. Es ist IP67-zertifiziert, macht also 30-Minuten-Tauchgänge bis 1 m Tiefe und hält auch eine Fallhöhe von 1,8 m aus. Android 4.1, 5-Megapixel-Kamera, WLAN, A-GPS, Dual-SIM und Bluetooth 3.0 sind außerdem mit von der Partie, im Alltag ist das Outdoor-Smartphone also deutlich flexibler einsetzbar als das Cat B25.
Das Xperia V ist eines der elegantesten Outdoor-Handys und bringt eine tolle Ausstattung samt LTE mit. Als IP57-zertifiziertes Gerät kann es ebenfalls kurzzeitig untertauchen, ohne Schaden zu nehmen. Es ist allerdings nicht staubdicht, sondern nur gegen das Eindringen von Staub in schädigenden Mengen geschützt. Im Test überzeugte es vor allem mit der Handhabung und den Messwerten.
Outdoor-Handys für Senioren – Emporia ist mit seinen solid-Geräten mutig in die Marktlücke gesprungen. Die Ausstattung des solid plus beschränkt sich aufs Wesentliche, die Senioren-Extras sind große Tasten, Hörgerätetauglichkeit und eine durchdachte Notruffunktion. Dank IP67-Zertifizierung und Schutz vor Stößen und Schlägen nach amerikanischem Militärstandard Mil-STD-810F kann es einiges wegstecken.
Das Samsung B2710 ist ein klassisches Handy in gummierter Hülle mit 1,9-Zoll-Display und einer herkömmlichen Handy-Tastatur, das neben der IP67-Zertifizierung eine gute Ausdauer und guten Empfang im GSM-Netz mitbringt. Mit GPS, Kompass und Schrittzähler empfiehlt sich das Handy auch für längere Touren abseits der Zivilisation. Kräftige Lautsprecher sorgen auch in lauter Umgebung für gute Beschallung.
Wasserdicht mit IP57-Zertifizierung, darüber hinaus aber wenig Features: Dem Samsung B2100 fehlen zum Beispiel UMTS oder ein gut auflösendes Display. Zum Telefonieren und Versenden von SMS reicht’s natürlich. Darüber hinaus hat Samsung eine Taschenlampe, eine 1,3-Megapixel-Kamera und einen microSD-Kartenslot spendiert. Auch ein MP3-Player sowie ein UKW-Radio sind an Bord.
Robuste Handys kommen mittlerweile nicht mehr so klobig daher, bestes Beispiel ist das Sony Xperia Go, dem man seine Nehmerqualitäten nicht unbedingt ansieht. Dabei ist das Android-Smartphone gegen das Eindringen von Staub und Wasser geschützt, selbst bei zeitweiligem Untertauchen bis 1 Meter Tiefe (IP67-Zertifizierung). Im Test schwächelte vor allem die Ausdauer.
Swissvoice ist unter anderem bekannt für seine Senioren-Handys. In diese Kategorie fällt auch das SV39 mit seiner Notruftaste, die bis zu fünf SOS-Rufnummern nacheinander anruft. Die übrige Ausstattung ist einfach: 2-Megapixel-Kamera, microSD-Slot, LED-Taschenlampe, Bluetooth für den Anschluss eines Headsets und Freisprechfunktion. Die Kennziffer IP67 zertifiziert die gute Outdoor-Tauglichkeit.
Schutz vor Staub und Wasser bietet auch das robuste Gehäuse des Motorola Defy Mini. Der HVGA-Touchscreen mit 3,2-Zoll-Diagonale wird zudem von Gorilla-Glas geschützt. Der Akku mit 1650 mAh verspricht ansehnliche Laufzeiten. Das Defy Mini wird mit Android 2.3 ausgeliefert und es bringt außerdem eine 3,1-Megapixel-Kamera. Der karge Speicher von 150 MB lässt sich per Karte bis auf 32 GB erweitern.
Auch das Motorola Defy+ ist nach IP67 zertifiziert, entsprechend gegen Staub und Wasser selbst bei kurzzeitigem Eintauchen geschützt. Das Touchscreen-Smartphone ist recht kompakt, das Display fällt mit 3,7 Zoll hier allerdings etwas größer aus als beim Defy Mini. Das Defy+ schneidet im Labor in Sachen Ausdauer (4:15 Stunden), Akustik und Empfang im GSM-Bereich gut ab. Der UMTS-Empfang ist verbesserungswürdig.
Unter den robusten Android-Smartphones ist das Xcover mit einer herausragenden Ausdauer gesegnet, muss in den meisten übrigen Disziplinen aber dem Defy+ von Motorola das Feld überlassen. Ob Display, Handhabung, Austattung oder Klang: Das Xcover ist nicht schlecht, doch das Defy+ ist besser. Dennoch ist es ein ordentliches und durchaus empfehlenswertes Outdoor-Smartphone nach IP67.
Das Simvalley XT-520 Sun ist ein günstiges Handy, dem man seinen Preis auch ansieht. Für knapp 70 Euro gibt’s hier ein einfach ausgestattetes Handy, das auf der der Rückseite seiner robusten Hülle als absolute Besonderheit unter den Handys ein Solarpanel bietet – damit ist auch ohne Steckdose die Stromzufuhr unterwegs gesichert. IP65-Zertifizierung bedeutet: Das XT-520 ist staubgeschützt und verträgt auch mal einen Wasserstrahl.
Den Hersteller Sonim gibt’s zwar nicht mehr, aber seine außergewöhnlich robusten Handys sind immer noch zu ergattern. Das XP3 Enduro ist nach US-Militärnorm MIL-810F und nach IP-57 zertifiziert, also gegen Einflüsse von Wasser, Staub, Schmutz und Salz resistent. Zudem soll es Temperaturschwankungen von minus 20 bis plus 60 Grad locker wegstecken. Die übrige Ausstattung ist einfachst.
Nicht von der ganz harten Sorte: Als IP54-zertifiziertes Handy ist das 3720 aber immerhin gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Es kann also durchaus einstecken, Baden gehen sollte es aber nicht. Das 3720 classic punktet mit einer gut zu bedienenden Tastatur, Ausdauer und Empfang könnten besser sein. Das Handy ist nur noch vereinzelt zu haben, der Preis sollte deutlich unter 200 Euro liegen, damit es sein Geld wert ist.
Mit eines der elegantesten Outdoor-tauglichen Smartphones kommt von Panasonic. Das Android-Phone Eluga mit IP57-Zertifizierung ist 8 mm dünn, das OLED-Display misst 4,3 Zoll in der Diagonale. Es ist insgesamt ganz ordentlich ausgestattet, samt 8-Megapixel-Kamera, WLAN, und GPS. Panasonic hat es nur verpasst, einen größeren Akku zu verbauen, die Ausdauer ist mit 2:33 Stunden im typischen Mix vergleichsweise schwach.
Wie hart ein Handy im Nehmen ist, wird meist durch die sogenannte Schutzart angegeben. IP steht dabei für "International Protection" und gibt mit zwei Ziffern an, wie gut das Gehäuse eines elektrischen Gerätes gegen Staub oder sonstige feste Fremdkörper sowie gegen Wasser geschützt ist. Die erste Ziffer steht dabei für den Schutz gegen das Eindringen von Fremkörpern, die zweite für den Schutz vor Wasser.
Die vorgestellten Handys und Smartphones sind entweder vor dem Eindringen von Staub in schädigender Menge geschützt (5) oder sie sind komplett staubdicht (6).
Beim Schutz vor Wasser wird unterschieden nach Spritzwasser (4), Strahlwasser (5), starkes Strahlwasser (6), zeitweiliges (7) oder dauerndes Untertauchen (8).
Viele der vorgestellten Geräte sind nach IP67 zeritifiziert, das bedeutet: Sie sind staubdicht (6) und bei zeitweiligen Untertauchen in Wassser (7) geschützt. Die Geräte eine Liga darunter sind nach IP54 zeritifiziert, also vor Staub und Spritzwasser geschützt.
Eine Alternative zu den IP-Schutzarten ist eine Norm, die das US-Militär zum Testen von militärischer Ausrüstung nutzt. Beim MIL-STD-810 werden die Geräte auch auf Erschütterungen und Vibrationen getestet.