Die einen arbeiten beruflich bei Wind und Wetter an der frischen Luft, die anderen trotzen in der Freizeit den Elementen. Die einen sind einfach etwas schusselig, die anderen gehen gern auf Nummer sicher. Für ein robustes Handy oder Smartphone gibt es viele gute Gründe. Gerade die aktuellen Touchscreen-Geräte sind teilweise sehr empfindlich und nehmen insbesondere Stürze übel.
Doch es gibt robuste Alternativen. Wir zeigen im Folgenden Outdoor-taugliche Handys und Smartphones, die auch mal was abkönnen. Gute Smartphones in harter Schale sind übrigens eher Mangelware. Zwar gibt es eine gute Auswahl von Android-Geräten, die gegen Staub und Wasser geschützt sind. Die sind allerdings meist nicht besonders gut ausgestattet und zeigen im Test Schwächen beispielsweise bei der Ausdauer. Und so kommt das derzeit beste Outdoor-Smartphone, das Motorola Defy+, im Test nur auf 367 von 500 Punkten und die Note "Befriedigend" und landet auf Platz 40 in der aktuellen Bestenliste.
Ein Top-Smartphone haben wir unter den Outdoor-tauglichen Geräten vergeblich gesucht, doch immerhin liefern zumindest Samsung, Sony und Motorola regelmäßig Nachschub. Und der sieht immer gefälliger aus. Dem Sony Xperia Go sieht man es nicht wirklich an, und das Xperia V ist zusammen mit dem Panasonic Eluga eines der elegantesten Outodooor-tauglichen Smartphones.
Stabile Handys
Wer auf ein Top-Smartphone nicht verzichten will, kann das Outdoor-taugliche Phone als Zweitgerät nutzen. Dann tut's vielleicht auch ein einfaches Handy, mit dem man erreichbar bleibt und zur Not auch mal einen Anruf oder eine SMS absetzen kann. Günstige Modelle etwa von Samsung, Nokia oder Sony Ericsson gibt's bereits ab rund 50 Euro.
In der Galerie zeigen wir Ihnen die wichtigsten Outdoor-tauglichen Handys und Smartphones.
Robuste Handys kommen mittlerweile nicht mehr so klobig daher, bestes Beispiel ist das Sony Xperia Go, dem man seine Nehmerqualitäten nicht unbedingt ansieht. Dabei ist das Android-Smartphone gegen das Eindringen von Staub und Wasser, selbst bei zeitweiligem Untertauchen bis 1 Meter Tiefe, geschützt (IP67).
Für rund 250 Euro gibt es ein solide ausgestattetes Android-Smartphone, das allerdings bei Empfang und Ausdauer nur mäßig abschneidet.
Auch das Motorola Defy+ ist nach IP67 zertifiziert, entsprechend gegen Staub und Wasser selbst bei kurzzeitigem Eintauchen geschützt. Auch das Defy+ ist recht kompakt, das Display fällt mit 3,7 Zoll hier allerdings etwas größer und vor allem deutlich brillanter aus. Das Defy+ schneidet zudem im Labor in Sachen Ausdauer, Akustik und Empfang besser ab. Das Beste: Das Defy+ ist bereits ab rund 200 Euro zu haben.
Der Ausdauerkönig unter den robusten Android-Smartphones muss in den meisten übrigen Disziplinen dem Defy+ von Motorola das Feld überlassen. Ob Display, Handhabung, Austattung oder Klang: Das Xcover ist nicht schlecht, doch das Defy+ ist besser. Dennoch ist es ein ordentliches und durchaus empfehlenswertes Outdoor-Smartphone nach IP67.
Was das Xperia V an Ausdauer oder Empfangsqualität bringt, muss es erst noch im Test zeigen. Der erste Eindruck mit einem Vorserienmodell war aber bereits überzeugend. Es ist das eleganteste Outdoor-Handy, bringt eine tolle Ausstattung samt LTE mit. Als IP57-zertifiziertes Gerät kann es ebenfalls kurzzeitig untertauchen, ohne Schaden zu nehmen. Es ist allerdings nicht staubdicht, sondern nur gegen das Eindringen von Staub in schädigenden Mengen geschützt. Noch im vierten Quartal soll das Xperia V auf den Markt kommen.
Ein SUV der noch nach SUV aussieht, oder besser: der nach Bagger aussieht: Das Caterpillar CAT B10 trägt seine Robustheit offensiv vor sich her. Das muss man mögen, denn mit IP67-Zertifizierung ist das CAT B10 nur wenig robuster als ein Defy+. Die Displayabdeckung macht einen stabileren Eindruck, dank großer Tasten lassen sich Anrufe auch mit Handschuhen annehmen. Insgesamt ist es allerdings nur ein mäßig ausgestattetes Android-Smartphone.
Wie das Xperia Go leidet auch das Active unter einer schwachen Ausdauer. Wer das einfach ausgestattete Android-Smartphone als Zweithandy beim Sport verwendet, wird damit und auch mit dem 3 Zoll kleinen Display leben können. Das Xperia Active mit der markanten Öse ist nach Schutzklasse IP67 zertifizert und mit 150 Euro zudem sehr günstig.
Das schickste und eleganteste Outdoor-taugliche Smartphone kommt von Panasonic. Das Eluga mit IP57-Zertifizierung ist 8 mm dünn, bringt ein 4,3 Zoll großes OLED-Display mit und eine insgesamt ganz ordentliche Ausstattung samt 8-Megapixel-Kamera, WLAN, GPS und was man sonst von einem Android-Smartphone erwarten kann. Panasonic hat es nur verpasst, einen größeren Akku zu verbauen, die Ausdauer ist zu schwach. Wer die derzeit gut 210 Euro ausgeben will, der sollte Gefallen an dem tollen Gehäuse finden – und die schwache Ausdauer dafür gerne in Kauf nehmen.
Wir verlassen die Welt der Smartphones und Touchscreens, das Samsung B2710 ist ein klassisches Handy mit 1,9 Zoll kleinem Display und einer herkömmlichen Handy-Tastatur, das neben der IP67-Zertifizierung eine gute Ausdauer und guten Empfang im GSM-Netz mitbringt. Damit empfiehlt sich das Handy, dem man seine Outdoortauglichkeit durchaus ansieht, auch für längere Touren abseits der Zivilisation. Der Preis: aktuell rund 85 Euro.
Die spartanische Version des B2710: Kein UMTS, ein 128 x 160 Pixel grobes Display und eine VGA-Kamera. Dafür ist die Ausdauer phänomenal. Mit IP57-Zertifizierung ist es staubgeschützt, aber nicht ganz staubdicht, verträgt aber auch ein kurzes Wasserbad. Schade, dass der Empfang nur durchschnittlich ist. Wie das B2710 ist auch das E2370 ein Auslaufmodell und entsprechend nur noch verzeinzelt zu bekommen. Das aber meist für deutlich unter 100 Euro.
Das B2100 gab’s vor kurzem für 50 Euro bei Aldi Nord. Das ist ein guter Preis, ansonsten findet sich das einfach ausgestattete Handy hier und da noch für 60 Euro. Doch auch hierbei handelt es sich um ein Auslaufmodell. Die Ausdauer ist nicht ganz gut, dafür ist der Empfang besser als beim E2370. Und ein bisschen mehr Ausstattung hat es auch an Bord. Doch auch hier fehlen UMTS und ein gut auflösendes Display. Zum Telefonieren und Versenden von SMS reicht’s.
Dem Nokia 3720 sieht man seine Robustheit von außen nicht unbedingt an. Als IP54-zertifiziertes Handy ist es gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Es kann also durchaus einstecken, Baden gehen sollte es aber nicht. Mit 2-Megapixel-Kamera und einem Display aus 240 x 320 Pixel spielt es in Sachen Ausstattung in der Liga des Samsung B2710, wobei UMTS für einen flotten Internetzugang fehlt. Das 3720 Classic punktet mit einer gut zu bedienenden Tastatur, Ausdauer und Empfang könnten besser sein. Das Handy ist nur noch vereinzelt zu haben, teilweise zu hohen Preisen. Der sollte schon deutlich unter 200 Euro liegen.
Eigentlich ist Emporia für seine Seniorenhandys bekannt. Und auch das Emporia Solid bietet eine aufs Wesentliche beschränkte Ausstattung, eine durchdachte Notruffunktion und große Tasten, die sich auch noch mit einem Handschuh bedienen lassen. Und so könnte das Solid auch für den Einsatz beispielsweise auf Baustellen interessant sein. Mit IP67-Zertifizierung und Schutz vor Stößen und Schlägen nach amerikanischem Militärstandard Mil-STD-810F kann es einiges wegstecken.
Wer ein robustes Handy mit ordentlicher Kamera sucht, sollte sich das C702 anschauen. Das staub- und spritzwassergeschützte Handy aus Sony Ericssons Cybershot-Reihe bietet eine gute 3,2-Megapixel-Kamera und sogar GPS, um die geschossenen Aufnahmen gleich zu verorten. Auch UMTS ist hier an Bord. Der Empfang könnte allerdings besser sein, die Ausdauer ist in Ordnung. Das Auslaufmodell ist bei Amazon für rund 130 Euro zu haben.
Das M110 war eines der ersten Outdoor-Handys von Samsung überhaupt, war schon 2008 im connect-Test und ist somit nur als Auslaufmodell zu haben. Die Ausstattung ist mager, die Ausdauer: ganz gut. Für rund 70 Euro ist es ein einfaches, aber solides Zweithandy, das gegen Staub und Spritzwasser geschützt ist.
Das Simvalley XT-520 Sun ist ein günstiges Handy, dem man seinen Preis auch ansieht. Für knapp 70 Euro gibt’s hier ein einfach ausgestattetes Handy, das auf der der Rückseite seiner robusten Hülle gar eine Solarpanel bietet. IP65-Zertifizierung bedeutet: Das XT-520 ist staubgeschützt und verträgt auch mal einen Wasserstrahl.
Der Hersteller Sonim ist mittlerweile vom Markt verschwunden, seine superrobusten Outdoor-Handys sind teilweise noch zu bekommen. Beispielsweise das XP3, das wir in der Version Enduro in die Mangel genommen haben. Der Akkudeckel ist verschraubt und mit einem Dichtungsring gegen Immissionen geschützt. Das XP3 ist nach US-Militärnorm MIL-810F und nach IP-57 zertifiziert, also gegen Einflüsse von Wasser, Staub, Schmutz und Salz resistent. Zudem soll es Temperaturschwankungen von minus 20 bis plus 60 Grad locker wegstecken. Die Ausstattung ist simpel, das Handy mit 160 Gramm Lebendgewicht ein echter Brocken.
Wie hart ein Handy im Nehmen ist, wird meist durch die sogenannte Schutzart angegeben. IP steht dabei für "International Protection" und gibt mit zwei Ziffern an, wie gut das Gehäuse eines elektrischen Gerätes gegen Staub oder sonstige feste Fremdkörper sowie gegen Wasser geschützt ist. Die erste Ziffer steht dabei für den Schutz gegen das Eindringen von Fremkörpern, die zweite für den Schutz vor Wasser.
Die vorgestellten Handys und Smartphones sind entweder vor dem Eindringen von Staub in schädigender Menge geschützt (5) oder sie sind komplett staubdicht (6).
Beim Schutz vor Wasser wird unterschieden nach Spritzwasser (4), Strahlwasser (5), starkes Strahlwasser (6), zeitweiliges (7) oder dauerndes Untertauchen (8).
Viele der vorgestellten Geräte sind nach IP67 zeritifiziert, das bedeutet: Sie sind staubdicht (6) und bei zeitweiligen Untertauchen in Wassser (7) geschützt. Die Geräte eine Liga darunter sind nach IP54 zeritifiziert, also vor Staub und Spritzwasser geschützt.
Eine Alternative zu den IP-Schutzarten ist eine Norm, die das US-Militär zum Testen von militärischer Ausrüstung nutzt. Beim MIL-STD-810 werden die Geräte auch auf Erschütterungen und Vibrationen getestet.