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Winter-Stresstest für E-Autos

ADAC-Test: So reisetauglich sind E-Autos im Winter wirklich

Der ADAC hat 14 elektrische Familienautos unter winterlichen Bedingungen getestet. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Modellen.

Elektroauto laden im Winter
ADAC-Wintertest: Wie weit kommen elektrische Familienautos im Winter?
© Sarawut / Adobe Stock

Kälte und hohe Geschwindigkeiten gelten als anspruchsvolle Kombination für Elektroautos. Um die Alltagstauglichkeit auf der Langstrecke zu prüfen, hat der ADAC 14 aktuelle Elektrofahrzeuge getestet, die sich laut Autotest für Familien eignen sollen. Voraussetzung war zudem eine WLTP-Reichweite v...

Kälte und hohe Geschwindigkeiten gelten als anspruchsvolle Kombination für Elektroautos. Um die Alltagstauglichkeit auf der Langstrecke zu prüfen, hat der ADAC 14 aktuelle Elektrofahrzeuge getestet, die sich laut Autotest für Familien eignen sollen. Voraussetzung war zudem eine WLTP-Reichweite von mindestens 500 Kilometern.

Der Reichweitentest fand im ADAC-Testlabor Elektromobilität statt. Grundlage war eine real aufgezeichnete Autobahnfahrt von München nach Berlin, deren Daten auf den Prüfstand übertragen wurden. So sollten identische Geschwindigkeiten, Streckenprofile und Verkehrsbedingungen für alle Fahrzeuge gewährleistet sein.

Zwei Ladestopps auf 500 Kilometern

Das Testszenario sah Ladepausen von maximal 20 Minuten vor. Auf Basis der Messwerte wurde hochgerechnet, wie viele Stopps für die rund 580 Kilometer nötig wären. Nach Angaben des ADAC schafft keines der getesteten Fahrzeuge die Strecke im Winter ohne Nachladen.

Die meisten Modelle würden mindestens zwei Ladestopps benötigen. Lediglich der Audi A6 Avant e-tron und der Smart #5 kämen demnach mit einem einzigen 20-minütigen Ladestopp ans Ziel.

Audi A6 Avant e-tron mit größter Reichweite

Den größten Aktionsradius erreichte laut ADAC der Audi A6 Avant e-tron in der Version Performance. Mit einem gemessenen Verbrauch von 23,2 kWh pro 100 Kilometer seien unter Testbedingungen bis zu 441 Kilometer ohne Nachladen möglich gewesen.

Nach rund 3 Stunden und 49 Minuten Fahrt habe eine Ladepause gereicht, um in 20 Minuten Energie für weitere etwa 300 Kilometer aufzunehmen. Damit liege der Audi sowohl bei Reichweite als auch Ladeleistung an der Spitze des Testfeldes.

Hohe Ladeleistung, hoher Verbrauch beim Smart #5

Der Smart #5 habe im Test vor allem durch seine Ladefähigkeit überzeugt. Laut Hersteller seien Ladeleistungen von bis zu 400 kW möglich, im Test habe jedoch eine 300-kW-Ladesäule das Maximum begrenzt. Dennoch habe der Smart in 20 Minuten Strom für rund 264 Kilometer nachgeladen.

Der Verbrauch fiel mit 28,9 kWh pro 100 Kilometer vergleichsweise hoch aus. Als Ursache nennt der ADAC unter anderem den großen Aufbau und den daraus resultierenden Luftwiderstand.

Tesla Model Y besonders effizient

Das Tesla Model Y zeigte sich im Test als das effizienteste Fahrzeug. Mit einem Verbrauch von 22,2 kWh pro 100 Kilometer liege es trotz Allradantrieb an der Spitze. Bei Ladeleistung und Batterietechnik könne das Model Y laut ADAC jedoch nicht mit Fahrzeugen mit 800-Volt-System mithalten.

Unter Praxisbedingungen würde ein etwas längerer Ladestopp ausreichen, um die Teststrecke zu bewältigen. Diese Option wurde im Test jedoch nicht berücksichtigt, um vergleichbare Ergebnisse zu gewährleisten.

Deutliche Unterschiede beim Verbrauch

Am Ende des Feldes landete der BYD Sealion 7 AWD Excellence. Der gemessene Verbrauch von 35,3 kWh pro 100 Kilometer sei laut ADAC sehr hoch und lasse sich nicht allein durch den Allradantrieb erklären. Auch beim Volvo EX90 wurde ein hoher Verbrauch festgestellt, der vor allem auf Größe und Aerodynamik zurückgeführt wird.

Bewertung nach drei Kriterien

In die Gesamtwertung flossen Reichweite, Ladeleistung und Verbrauch ein. Die Reichweite wurde mit 50 Prozent gewichtet, Ladeverhalten und Verbrauch mit jeweils 25 Prozent. Ein „sehr gut“ wurde nicht vergeben. Am besten schnitt der Audi A6 Avant e-tron ab, gefolgt vom Tesla Model Y.

Mehrere Modelle erreichten ein „befriedigend“, darunter auch günstigere Fahrzeuge wie der Škoda Elroq. Dem ADAC zufolge zeige sich hier, dass akzeptable Langstreckentauglichkeit nicht zwangsläufig an besonders hohe Preise gebunden sei.

Kombis im Vorteil gegenüber SUVs

Der Test verdeutlicht nach Angaben des ADAC, dass Kombis bei Autobahnfahrten im Winter häufig effizienter sind als SUVs. Der höhere Aufbau vieler SUVs wirke sich negativ auf die Aerodynamik aus und führe zu höherem Energieverbrauch bei konstant hohen Geschwindigkeiten.

Fazit des ADAC

Der ADAC kommt zu dem Schluss, dass elektrische Familienautos grundsätzlich langstreckentauglich sind, im Winter jedoch mit spürbaren Einschränkungen rechnen müssen. Unterschiede bei Verbrauch und Ladeleistung seien teils erheblich. Besonders für Vielfahrer lohne sich daher ein genauer Blick auf Effizienz und Ladeverhalten.

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Autor: Leif Bärler • 23.1.2026

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