Play-Store-Alternative geplant?

Xiaomi, Huawei, Oppo und Vivo wollen Google-Fesseln lösen

Die Firmen Xiaomi, Huawei, Oppo und Vivo aus China planen eine Plattform, mit der Android-Apps ohne Play Store einfacher auf ihre Geräte finden.

© ra2 studio / Fotolia.com

Android-Apps könnten auf Smartphones von Xiaomi, Huawei und Co. künftig aus gemeinsamer Quelle kommen.

Insider berichten von gemeinsamen Plänen der chinesischen Smartphone-Hersteller Xiaomi, Huawei, Oppo und Vivo. Unter dem Titel „Global Developer Service Alliance (GDSA) soll eine Plattform entstehen, die App-Entwicklern u.a. einfachere Möglichkeiten gibt, mehr Nutzer für Ihre Apps zu finden. Darüber berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf mit dem Thema vertraute Personen. Die Plattform soll im März starten. Aktuelle Gesundheitsrisiken in Fernost können einen Start noch verschieben.

Die Plattform der GDSA soll zu Beginn neun Regionen abdecken. Die Hersteller Oppo, Vivo und Xiaomi sollen die Entwicklung bestätigt haben. Damit sollen App-Entwickler ihre Apps einfacher auf verschiedene App-Stores der Hersteller hochladen können. Deren App-Stores bieten bislang nur einen kleinen Teil der Apps, die Googles Play Store beherbergt, und sind somit potenziell weniger attraktiv. Während Xiaomi die Beteiligung Huaweis dementiert, lassen Oppo und Vivo den Konkurrenten in ihren Statements aus. Huawei selbst äußert sich nicht.

Google-Dienste sind in China verboten. Smartphones von Xiaomi, Oppo und Vivo kommen hierzulande in Global- oder International-Versionen – mit angepassten Systemen inkl. Google-Apps. Huawei arbeitet noch an Harmony OS und darf nach aktuellem Stand keine neuen Smartphones mehr mit Google-Diensten anbieten.

Nicole Peng, Vizepräsidentin der Beratungsfirma Mobility at Canalys sagte, dass die GDSA den Herstellern in ihren jeweiligen Hauptmärkten zuerst dabei helfen werde, zu wachsen. Dann soll die GDSA den Herstellern etwas mehr Möglichkeiten geben, sich gegen Google und seinen Play Store zu behaupten.

IDC-Analyst Will Wong sagte, dass ob fallender Geräteverkäufe immer mehr chinesische Hersteller dazu übergehen, ihren Anteil am Software- und Dienstleistungsmarkt steigern zu wollen. Ein gefüllter App Store, Werbung und Gaming seien Möglichkeiten, neue Umsätze zu generieren.

Katie Williams, Analystin der Firma Sensor Tower, sagt, dass Google mit dem Play Store in 2019 über 8,8 Milliarden US-Dollar verdient hat. Google verkauft Apps, Filme, Bücher und mehr im Play Store und berechnet 30 Prozent Provision. Mit GDSA können Entwickler ihre Zielgruppe vergrößern. Attraktivere Konditionen und einfachere Prozesse für Entwickler könnten helfen, eine Alternative zum Play Store aufzubauen. Wie Peng aber ergänzt, werde das Vorhaben der Allianz nicht einfach.

Mehr lesen

News-Ticker

Im News-Ticker zum MWC 2020 erfahren Sie alles rund um anstehende Neuheiten und aktuelle Entwicklungen zur Technologiemesse. Aktuell: Messe abgesagt.

Mehr zum Thema

Nach über 100 Millionen Downloads

Sicherheitsforscher schlugen Alarm: Die Android-App CamScanner mit über 100 Millionen Downloads war Malware-verseucht. Nun ist die App zurück.
Belohnungen für Sicherheitsforscher

Nach dem jüngsten Malware-Vorfall im Play Store reagiert Google: Ab sofort gilt das Bug-Bounty-Programm für alle Apps ab 100 Millionen Downloads.
Apps aus Play Store entfernt

Erneut hat Google viele Apps mit Schadcode aus dem Play Store entfernt. Darunter sind auch Spiele-Apps, die sich an Kinder richten.
Aktuelle Angebote im Google Play Store

Spiele, Wetter, Musik & Co.: Wir listen die besten Deals im Google Play Store - aktuell mit RAL Farben, QR-Code Scanner, Icewind Dale und mehr.
Mehr Sicherheit im Play Store

Google hat neue Richtlinien für den Play Store veröffentlicht. Nutzer sollen besser über App-Abos informiert und so vor Abofallen geschützt werden.