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Möglichkeiten, Hürden und Tipps

Alte Office-PCs aufrüsten: Was Sie beachten müssen

Der Bürorechner wird ausgemustert. Doch verschrotten muss man ihn nicht. Wir zeigen Optionen, wie Sie alte Möhren und reine Office-Kisten aufrüsten.

Autor: The-Khoa Nguyen • 8.1.2026 • ca. 9:20 Min

Das Tolle an PCs ist seit jeher die Modularität. Was ist bei Fertig-PCs - insbesondere alten Office-PCs möglich?
Das Tolle an PCs ist seit jeher die Modularität. Was ist bei Fertig-PCs und insbesondere alten Office-PCs möglich?
© Muttaqin / stock.adobe.com
Frag’ die KI

Bürorechner gibt es zu Millionen. Nicht nur wegen der Windows-11-Umstellung werden jährlich Tausende von ihnen ausgemustert und verschrottet. Aufbereitungsdienste verkaufen sie gerne nach einem Refurbishment weiter. Gerade für alte Mittelklasse- und Oberklasse-Systeme ist das sinnvoll. Denn für ...

Bürorechner gibt es zu Millionen. Nicht nur wegen der Windows-11-Umstellung werden jährlich Tausende von ihnen ausgemustert und verschrottet. Aufbereitungsdienste verkaufen sie gerne nach einem Refurbishment weiter. Gerade für alte Mittelklasse- und Oberklasse-Systeme ist das sinnvoll. Denn für Office, Web, Streaming & Co. reichen sie auch noch zehn Jahre später. Blickt man auf die aktuelle Preisentwicklung für DDR5-RAM, kann auch ein neuer "alter" Rechner Ihre Bedürfnisse erfüllen.

Dabei konzentrieren wir uns auf Office-Rechner mit mehr oder weniger proprietären Designs. Und das trifft nicht allzu selten auf Bürorechner zu; egal ob Altgeräte, die nach und nach verschrottet werden müssten, oder Neues aus dem Business-Bereich. Außerdem: Suchen Sie Upgrades für Standard-ATX-Kisten, müssen Sie dabei kaum mehr beachten, als Sie in unserem Ratgeber für den PC-Eigenbau nachlesen können.

Viele Hersteller setzen gerne eigene Lösungen für Verkabelungen oder Formfaktoren für Mainboards und Netzteile ein. Das kann effizientere, kleinere Maschinen ermöglichen; blockiert aber künftige Do-It-Yourself-Upgrades. Mit den passenden Tipps und geeigneten Adaptern können Sie scheinbar veraltete Systeme, die gerne schnelle CPUs und ausreichend RAM kombinieren, aber leicht in die Gegenwart bringen.

Anhand von zwei Geräten zeigen wir beispielhaft, wie Sie einem (alten) PC neues Leben einhauchen können. Dabei zeigen wir auch, welche Hürden es geben kann.

Bürobild für viele Jahre: Desktop-Rechner für Office und Co.
Bürobild für viele Jahre: Desktop-Rechner für Office und Co.
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Zum einen wartet ein HP EliteDesk 800 G1 SFF Business-PC. Der erschien vor über zwölf Jahren und war in Büros hoch verbreitet - manche arbeiten sogar immer noch damit. Die Chance, einen solchen oder Zubehör auf Kleinanzeigenportalen zu finden, ist sehr groß. Ein Intel Core i5-4570, 8 GB DDR3-RAM und eine 160-GB-Festplatte waren 2013 eine solide Basis für Windows 7 oder 8.1. Der Prozessor leistet auch heute noch die meisten Alltagsaufgaben ohne Ärger.

Zum anderen haben wir eine aktuelle Workstation im Kleinformat vorbereitet. Der Medion Picoworx T80 III bietet mit einem Intel Core Ultra 7 258V, 32 GB DDR5-RAM und einer 1-TB-SSD sehr viel Power. Bei Spielen oder Medienproduktion könnte eine dedizierte GPU aber helfen, wie wir schon im Test des Medion-PCs schrieben. Genau das nehmen wir uns im zweiten Teil des Artikels vor.

Der Lieferumfang des Medion Picoworx T80 III.
Sieht alt und bieder aus, ist aber ein topmoderner Rechner fürs Büro.
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HP EliteDesk 800 G1 SFF: Spielkonsole, Datenserver und Co.

Der vierten Intel-Generation müssen wir Windows 11 nicht mehr zumuten. Wer als Alternative eine Linux-Distribution oder Chrome OS zum reinen Arbeiten und den Web-Alltag ablehnt, für den könnten die Möglichkeiten einer kleinen Einsteiger-Gaming-Maschine eine Option sein. Der Vierkernprozessor ist für viele Spiele der vorherigen Generationen ausreichend. Kombiniert man dies noch mit einer Grafikkarte, steht genug Gaming-Power für eine Retro-Maschine zur Verfügung.

Als Betriebssystem gibt es beispielsweise Bazzite. Dies entwickelte sich auf dem Markt für Steam Deck und andere Spiele-Handhelds schnell zu einer praktischen Alternativlösung, die sogar für Laptops und Desktop-PCs bereitsteht und unterstützt wird. Es kommt ebenso wie bei SteamOS ein ressourcenschonendes Linux als Basis zum Einsatz. Dazu kommen Tools, die nicht nur Steam-Spiele unabhängig von Windows oder Mac ermöglichen.

Auf Bazzite.gg finden Sie alle nötigen Informationen und Anleitungen. An dieser Stelle wollen wir uns auf Umbau und Upgrades der Hardware konzentrieren.

Andere Möglichkeiten sind die Einrichtung als NAS oder einfachen Dateiserver im lokalen Netzwerk. Mehr als vorhandene Software einrichten und kompatiblen Speicherplatz nachrüsten braucht es dabei nicht.

Lesetipp: Wie aus einem Mini-PC ein Homeserver wird

Hardware-Sichtung und Vorbereitung

Wir werfen einen Blick in den HP EliteDesk 800 G1 SFF. Wir finden typische Standards wie PCI-Express-Slots sowie SATA für die Datenübertragung und die Stromversorgung vor: praktisch alles wie in einem ATX-Gehäuse. Eine Einschränkung müssen wir aber beachten, wenn wir das Gehäuse nicht tauschen wollen. Das flache Desktop-Gehäuse des HP-Gerätes erlaubt nur Low-Profile-Erweiterungskarten. Das gilt für Grafikkarten genauso wie zusätzliche SATA-/NVME-Controller, WLAN-/Bluetooth-Adapter, schnellere Netzwerkchips, Soundkarten und mehr. Statt rund 12 Zentimeter sind entsprechende Bleche an den Karten zum Verschrauben nur etwa 8 cm lang. Das erlaubt eben den kleinen Formfaktor, schränkt aber auch bei der Auswahl der Erweiterungen ein.

Immerhin: Der alte Bürorechner hat schon mal ein SSD-Upgrade bekommen.
Immerhin: Der alte Bürorechner hat schon mal ein SSD-Upgrade bekommen.
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Die HDD wurde schon gegen eine SSD getauscht, wie wir bei unserem Gerät feststellten. Mehr Stellschrauben als die Speichergröße gibt es hier nicht. Immerhin lässt sich am SATA-Kabel und Netzteilstrang eine zweite SSD anschließen. Sogar eine weitere, wenn Sie auf das DVD-Laufwerk verzichten. Drei SATA-Ports stehen insgesamt zur Verfügung. Wer noch DDR3-RAM auftreiben kann, spendiert dem Rechner mehr Arbeitsspeicher.

Eine Besonderheit gibt es beim Netzteil von HP. Es hat einen eigenen Formfaktor, man kann es also nicht mit einem Gerät eines Drittherstellers tauschen, wenn das Gehäuse weiter in Benutzung bleiben soll.

Der Hersteller verbaut sogar einen 6- statt 24-Pin-Anschluss herkömmlicher Netzteile für das Mainboard. Es braucht also einen Adapter, da HP dasselbe Netzteil nicht separat in anderen Varianten anbietet. Achten Sie bei der schieren Menge an Auswahl darauf, dass Ihre Wahl Ihr Gerät auch unterstützt, beispielsweise über die Rezensionen.

Da ein “PCI-Express 6+2”-Stecker für eine Grafikkarte fehlt, müssten wir das Netzteil austauschen - wenn es unbedingt eine Grafikkarte sein muss, die mehr als 75 Watt benötigt -, und somit auch das Gehäuse. Mit diesem Schritt könnten wir gleich die Low-Profile-Einschränkungen wieder aufheben. Aber es wartet die nächste Hürde.

Was Sie beim Gehäusewechsel ebenso beachten müssen: Der verbaute CPU-Kühler nutzt anstelle einer separaten Backplate vorhandene Bohrungen im Gehäuse. Dies kann man beim Gehäusewechsel mit einem neuen Kühler lösen, der mit dem Sockel LGA1150 kompatibel ist. Geeignete Produkte starten ab rund 10 Euro. Das sind schon erste Mehrkosten, ohne dabei mehr Leistung rauszuholen. Ob sich das lohnt, muss der angepeilte, individuelle Einsatzzweck entscheiden.

Beim Gehäuse gibt es die freie Auswahl. Da wir uns beim HP-Gerät bzw. dessen Innereien eine Zukunft als Quasi-Steam-Machine bzw. Retro-Gaming-Rechner vorstellen können, suchen wir uns auch ein schickes, schmales Gehäuse aus. Auf Amazon gibt es für 30 Euro beispielsweise dieses Micro-ATX-Gehäuse, mit gerade einmal 30 x 33,2 x 14,6 Zentimetern Ausmaßen. Durch den Wechsel des Gehäuses umgehen wir die Low-Profile-Anforderungen für Erweiterungen.

Beim Netzteil muss es für das genannte Gehäuse ein Gerät nach SFX-Formfaktor sein. Natürlich steht es jedem frei, bei Gehäuse und Netzteil einfach bei ATX zu bleiben - vor allem, wenn noch alte Hardware irgendwo "rumliegt".

Die Wahl fällt auf ein be quiet! SFX Power 3 mit 450 Watt, das lediglich rund 60 Euro kostet. Es bietet auch einen zweiten GPU-Anschluss, wenn es mal ein stromhungrigeres Modell werden soll. Für gelegentliches Spielen reicht die Bronze-Zertifizierung. Für den Dauereinsatz als Server für Daten, KI-Berechnungen & Co. ergibt ein effizienteres Netzteil Sinn.

Das SFX Power 3 ist günstig und eignet sich somit für kleine Projekte, die das Budget nicht sprengen sollen.
Das SFX Power 3 ist günstig und eignet sich somit für kleine Projekte, die das Budget nicht sprengen sollen.
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Der Einbau der Komponenten unterscheidet sich nicht großartig von gewöhnlichen PCs. Es ist alles einfach nur ein wenig kompakter.

Welche Möglichkeiten Sie für eine Grafikkarten-Lösung haben, entnehmen Sie dem folgenden, zweiten Teil des Artikels. Einen Stolperstein beim HP-Rechner nehmen wir aber vorweg:

Der USB-Frontanschluss hinter der ohnehin kurzen Grafikkarte schränkt die GPU-Auswahl weiter ein.
Der USB-Frontanschluss direkt hinter der ohnehin schon kurzen Grafikkarte schränkt die GPU-Auswahl ein.
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Zwischenfazit

Proprietäte Rechner machen Adapter notwendig und können zu Bastelarbeiten zwingen. Durch verschiedene Mehrkosten kann sich das das ab einem bestimmten Punkt nicht mehr lohnen. Anschaffungen wie Netzteil, Gehäuse, Adapter, Lüfter und Co. können schnell die 200 Euro-Grenze übersteigen. Da sind wir im Preisbereich von Einsteiger-NAS-Geräten (jeweils ohne Festplatten). Wer aber Glück mit der Kompatibilität seines Oldie-Rechners hat, hat verschiedene Stellschrauben zum Optimieren, um das Altgerät doch noch würdevoll weiter nutzen zu können.

Medion Picoworx T80 III: Moderne Multimediamaschine

Der Medion Picoworx T80 III könnte das kleine Geschwisterchen des HP sein. Im Inneren des kleinen Gehäuses befinden wir uns aber nicht im Jahr 2013, sondern in der Gegenwart. Wir möchten dem starken Prozessor Intel Core Ultra 7 zumindest eine neue Grafikkarte spendieren, die die Leistung der Intel Arc 140V spürbar überflügelt.

Wir öffnen das Gehäuse und stellen wie beim HP-Rechner fest: PCI-Express funktioniert wieder nur mit Low-Profile-Erweiterungen. Als schnellste Option steht dafür derzeit nur die 8GB-Variante der Geforce RTX 5060 zur Verfügung, die einen 8-Pin-PCI-Express-Stecker benötigt. Davon gibt es von drei Herstellern je ein Modell: Asus, Gigabyte und Zotac. Asus und Zotac haben uns Muster für den Umbau und Benchmarks zur Verfügung stellen können. Alternativ und günstiger geht es mit einer RTX 5050, bei denen wieder Gigabyte und Zotac an Kleingehäuse-Fans denken.

Die SSD samt Kühlkörper ausgetauscht. So können wir wenigstens beim Datenverkehr das Maximum aus der Schnittstelle holen.
Die SSD wurde samt Kühlkörper ausgetauscht.
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Im Medion-Rechner ist die SSD samt Kühler direkt erreichbar. Mit einem Oberklassemodell wie der Samsung 980 Pro in Verbindung mit einem be quiet! MC1 Pro Kühler können wir wenigstens beim Datenverkehr annähernd das Maximum aus der Schnittstelle holen. Das verbaute OEM-Modell hatte im Test nur grob 70% (~5000 gegenüber ~7000 MB/s) ausreizen können und war zudem bei speziellen Disziplinen langsamer.

Das Ergebnis: Unter Last hat das Betriebssystem weniger Hänger und bedient sich für Poweruser reaktionsfreudiger.

Der Formfaktor des Netzteils ähnelt dem Formfaktor TFX. Die Breite ist identisch. Bei der Länge gibt es Spielraum. Die Entscheidung, die Höhe zu limitieren, lässt die Optionen für ein neues Netzteil schwinden. Das von Medion verbaute Netzteil ist gut 1,5 cm flacher. Normale TFX-Modelle stoßen dann an Unterkante und Mainboard. Dazu passt auch die rückwärtige Öffnung für den Stromstecker nicht, eine Stahlstrebe ist im Weg. Man könnte den Stahl hinten nun aufschneiden, wenn man hartgesotten ist. Ein fester Sitz für das Netzteil ist aber dann auch nicht möglich. Ein neues Gehäuse könnte helfen.

Die TFX-Bohrungen passen. Aber das Gehäuse erlaubt nur das eigene Netzteil.
Die TFX-Bohrungen passen. Aber das Gehäuse erlaubt nur das eigene Netzteil.
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Silverstone hat uns das TX500 mit Gold-Zertifizierung zur Verfügung gestellt. Das ist für den Medion-Rechner eindeutig zu groß. Das gilt aber für jedes TFX-Netzteil. Ein Betrieb inklusive Adapter ist nur extern oder in einem anderen Gehäuse möglich. Außer, wie gesagt, sie sägen und bohren am Stahl.

Operation am offenen Herzen, könnte man das nennen. Für viele kein akzeptabler Dauerzustand.
Operation am offenen Herzen, könnte man das nennen. Für viele kein akzeptabler Dauerzustand. Aber man könnte mit einer RTX 5060 immerhin die schnellste Low-Profile-Lösung nutzen.
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Auch wenn die Bohrungen am Mainboard mit ATX kompatibel scheinen, gibt es weitere Hürden. Das verbaute Board des Medion Picoworx T80 III nutzt einen proprietären, festgelöteten Anschluss für den Einschalter. Das lässt wieder nur Basteln oder Dritthersteller-Lösungen übrig, wenn wir das Gehäuse tauschen wollen. Das wird ohne handwerkliches Geschick und Geduld aber in vielen Fällen zu Ergebnissen führen, die nicht besonders zufriedenstellend sind. Daher verfolgen wir dies hier nicht weiter.

Wer es doch probieren wollen würde: Auch hier wird das Mainboard nicht mit 24 Pins, sondern dieses Mal mit 10 Pins angeschlossen. Hier gilt im Fall der Fälle also wieder: genaues Hinsehen beim Adapterkauf. Ab hier unterscheidet sich die Abfolge “Komponenten aussuchen, Kompatibilität sicherstellen und ‘einbauen’” nicht vom ersten Beispielrechner.

Welche Optionen für die Grafik hat man?

Bei der Grafik hätte man die Option, eine Low-Profile-GPU einzubauen, die lediglich 75 Watt verbraucht - also keinen PCI-Express-Stecker benötigt. Für Spieler sind die aktuell schnellsten Optionen mit AMD Radeon RX 6400 oder Nvidia Geforce RTX 3050 etwas eingeschränkt. Und die reine Rohleistung bringt kaum einen Mehrwert beim vorliegenden System. Zumal die Karten schon rund fünf Jahre alt sind.

Intel Arc 140V vs. RTX 3050 6G

Benchmark Intel Arc 140V RTX 3050 6G
3DMark Night Raid3621837441
3DMark Time Spy45304735
Horizon Zero Dawn (Preset: mittel)42 fps34 fps
Bioshock Infinite (Preset: 2)43,59 fps48,11 fps

Der kleine Benchmark-Parcours zeigt, dass eine reine, interne Grafikkarte mit maximal 75 Watt kaum mehr bringt, als einfach die interne Lösung zu nutzen. Das relativ aktuelle Horizon Zero Dawn stellt dabei offensichtlich Mehranforderungen an den Grafikspeicher (16 vs. 6 GB), es gab sichtbare Nachlade-Hänger in WQHD. Dafür profitiert das weniger speicherhungrige Bioshock Infinite vom an sich schnelleren Chip.

Lediglich weitere Display-Anschlüsse, CUDA-Kerne oder HDMI 2.1 können sich bei Bedarf auszahlen. Rund 200 Euro für die Grafikkarte muss einem das aber erstmal wert sein.

Eine RTX 3050 6GB LP braucht keinen Stromanschluss. Leider vollbringt sie somit auch keine Wunder.
Eine RTX 3050 6GB LP braucht keinen Stromanschluss. Leider vollbringt sie somit auch keine Wunder.
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Wenn Sie Platz haben: eGPU ohne Einschränkungen

Durch den vorhandenen PCI-Express-Anschluss können wir uns Lösungen für externe GPUs anschauen. Damit entfällt wie bei einem Gehäuseumzug die Einschränkung auf Low-Profile-Karten.

Wir können beispielsweise Oculink per Steckkarte (ggf. auf Low-Profile-Bracket achten) nachrüsten und zu einem Dock wie dem DEG1 von Minisforum greifen. Ein ATX- oder SFX-Netzteil wird ferner benötigt. Oculink leitet praktisch den PCI-Anschluss weiter und kann bis zu 64 Gbit/s übertragen. Das ist weniger, als PCI-Express 4/5 maximal für Grafikkarten bereitstellt.

Ohne uns in Zahlen verlieren zu wollen, müssen Sie sich nur merken: Nutzen Sie eGPU-Docks mit Oculink, verlieren GPUs umso mehr Power, je stärker sie sind. Einsteiger- bzw. untere Mittelklasse-GPUs wie etwa eine RTX 5060 sind ein guter Sweetspot.

Intel Arc 140v vs. RTX 5060

Benchmark Intel Arc 140v RTX 5060 (intern / eGPU)
3DMark Night Raid3621854259 / 53680
3DMark Time Spy453012001 / 11849
Horizon Zero Dawn (Preset: mittel)42 fps81 / 80 fps
Bioshock Infinite (Preset: 2)43,59 fps166,44 / 164,84 fps

Unsere Benchmarks zeigen, wie die relativ kleine GPU von Nvidia die interne Lösung überflügelt. Durch die 8GB-VRAM-Begrenzung waren auch bei diesem Testdurchlauf in Horizon Zero Dawn Hänger zu beobachten. Aber natürlich sind Sie durch das externe Dock nicht an diese Begrenzungen durch das Low-Profile-Format gebunden.

Erweiterungskarte, Netzteil, GPU und ein Dock: So rüsten Sie eine externe Grafikkarte nach.
PCIe-Erweiterungskarte, Netzteil, GPU und ein Dock: So rüsten Sie eine externe Grafikkarte nach. Hier mit einer Zotac RTX 5060.
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An der Asus RTX 5060 BRK LP weiß insbesondere der zweite HDMI-Anschluss für neue Einsatzmöglichkeiten zu gefallen.
An der Asus RTX 5060 BRK LP weiß insbesondere der zweite HDMI-Anschluss für neue Einsatzmöglichkeiten zu gefallen.
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Wer will, kann auch zu einem großen Grafikmonster für 4K-Gaming greifen, muss aber bedenken, dass der Leistungsverlust im Vergleich zum internen Betrieb in einem PC sehr hoch und somit unnötig teuer wird.

Fazit:

Viele Office-PCs - ob ausgedient oder aktuell - laden zu Upgrades ein. Je nach Hersteller können aber Hürden den Bedarf an Erfahrung und die nötige Bereitschaft zum Basteln erhöhen. Mit Pech können auch die Ausdauer bei der Komponentenwahl und die Schmerzgrenze für Design und Platzbedarf neu ausgelotet werden. Wer die Herausforderungen jedoch auf sich nehmen möchte, findet auf dem Markt durchaus befriedigende Lösungen vor.

Ein eGPU-Aufbau: Ohne komplizierte Basteleien gibt's schnell die gewünschten Ergebnisse.
Ein eGPU-Aufbau: Ohne komplizierte Basteleien gibt's schnell die gewünschten Ergebnisse.
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