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Eigenbau

PC selbst zusammenbauen: So geht's

Ihren neuen PC können Sie ganz einfach selbst zusammenbauen. Wir liefern Tipps und Konfigurationen für Einsteiger-, Mittelklasse- und Gaming-PC.

Autor: Tim Kaufmann • 14.1.2026 • ca. 13:00 Min

Der PC-Zusammenbau muss nicht kompliziert sein. Wir helfen mit Tipps und möglichen Komponenten.
Der PC-Zusammenbau muss nicht kompliziert sein. Wir helfen mit Tipps und möglichen Komponenten.
© Ingo Bartussek - Fotolia.com
Inhalt
  1. PC selbst zusammenbauen: So geht's
  2. PC-Konfigurationen: Einsteiger, Mittelklasse und Gaming
Frag’ die KI

Die Montage eines PCs ist kein Hexenwerk und sie erfordert auch keine großen handwerklichen Erfahrungen: Sie bauen das Mainboard ins Gehäuse ein und stecken CPU, Arbeitsspeicher und gegebenenfalls die Grafikkarte in die dafür vorgesehenen Steckplätze. Der CPU-Kühler kommt auf die CPU, noch ein ...

Die Montage eines PCs ist kein Hexenwerk und sie erfordert auch keine großen handwerklichen Erfahrungen: Sie bauen das Mainboard ins Gehäuse ein und stecken CPU, Arbeitsspeicher und gegebenenfalls die Grafikkarte in die dafür vorgesehenen Steckplätze. Der CPU-Kühler kommt auf die CPU, noch ein paar Kabel ziehen und ordnen - weiter geht es mit der Windows-Installation.

Wer einen Blick in die mitgelieferte Dokumentation wirft und hier und da vielleicht noch ein Youtube-Video zu Rate zieht, der ist in wenigen Stunden fertig mit einem PC, der in allen seinen Teilen genau den eigenen Wünschen und dem Budget entspricht. Dass man dabei auch noch etwas lernt und auf das Ergebnis stolz sein kann, versteht sich von selbst.

Tatsächlich verschlingt die Auswahl der Komponenten häufig mehr Zeit als die Montage des PCs. Deswegen haben wir drei Beispielkonfigurationen zusammengestellt, je eine für einen Mini-PC, einen Allrounder und einen Gaming-PC. Betrachten Sie diese Lösungen als fertige Einkaufslisten oder als Grundlage für Ihre eigene Variante - wie es Ihnen am besten passt. Zuvor geben wir Ihnen Tipps für die verschiedenen Komponenten.

Wer die Theorie überspringen will, findet auf der letzten Seite unsere PC-Konfigurationstipps für Einsteiger, Allrounder und Gaming Unsere Zusammenstellungen sind auf dem Stand Januar 2026. Hardware, die nur überteuert oder schwer verfügbar ist, haben wir in den Zusammenstellungen auch dann nicht berücksichtigt, wenn wir sie eigentlich gerne empfohlen hätten.

Diese Artikel verraten Ihnen, worauf Sie zusätzlich achten sollten, wenn Sie sich Ihren eigenen Rechner zusammenstellen und -bauen wollen.

Lassen Sie sich vom kompliziert erscheinenden Ersteindruck nicht abschrecken. Das Handbuch zeigt Ihnen genau, wo CPU, RAM und andere Komponenten mit der Hauptplatine verbunden werden.
Lassen Sie sich vom kompliziert erscheinenden Ersteindruck nicht abschrecken. Das Handbuch zeigt Ihnen genau, wo CPU, RAM und andere Komponenten mit der Hauptplatine verbunden werden.
© Asrock

Das Mainboard wird auch Motherboard oder Hauptplatine genannt. Es verbindet alle Komponenten des PCs miteinander. Dazu hat es Sockel für die CPU und den Arbeitsspeicher, eine Befestigung für den CPU-Kühler und Steckplätze für Erweiterungen, zum Beispiel die Grafikkarte. Einige Funktionen befinden sich häufig auch direkt auf dem Board, zum Beispiel Sound- und Netzwerkadapter.

Darüber hinaus stellt das Motherboard externe Anschlüsse wie USB, Thunderbolt und HDMI zur Verfügung. Die am PC-Gehäuse vormontierten Anschlüsse werden per Kabel mit den auf dem Mainboard montierten Pfostensteckern verbunden und so zum Leben erweckt. Motherboards gibt es von verschiedenen Herstellern, zum Beispiel Asrock, ASUS und Gigabyte. Auf jedem Mainboard befindet sich ein Chipsatz, der in der Regel vom gleichen Hersteller stammt wie die CPUs, die auf das Board passen, also in den meisten Fällen von AMD oder Intel.

Intel und AMD sind langjährige Konkurrenten. Wir schicken aktuelle Ryzen- und Skylake-X-Chips ins Duell.

Boards verschiedener Hersteller mit gleichem Chipsatz unterscheiden sich nicht wesentlich in der Arbeitsgeschwindigkeit. Achten Sie bei der Auswahl vor allem auf diese Punkte:

  1. Die Platine muss von den Abmessungen her in das gewünschte Gehäuse passen. Zur Vereinfachung haben die Hersteller verschiedene Standards definiert, die zum Beispiel ATX, µATX und Mini-STX heißen. Die genannten geben in der Regel Mindestgrößen für Mainboards vor. Das bedeutet, dass beispielsweise ein µATX-Motherboard nicht nur in ein Gehäuse mit genau dieser Größe passt, sondern auch problemlos in größere Gehäuse wie ATX. Achten Sie aber genau auf die Angaben des Herstellers, denn die Standards definieren nicht nur Abmessungen, sondern auch die Art und die Position von Befestigungsmöglichkeiten.
  2. Motherboard und CPU müssen kompatibel zueinander sein. Beispiel: In den aktuellen Intel-Steckplatz LGA 1851 passen zum Beispiel ausschließlich die jeweils dafür entwickelten Intel-CPUs. Das selbe gilt für AMDs Sockel AM5. Zusätzlich müssen der auf dem Motherboard verbaute Chipsatz und das BIOS kompatibel mit der CPU sein. Ob das der Fall ist erfahren Sie in der Board-Beschreibung des Herstellers. Auch ein Blick in die Spezifikation des Chipsatzes kann helfen. Speziell zu Ryzen-Mainboards und den Mainboards für Intel-CPUs helfen unsere separaten Kaufberatungen.
  3. Trotz identischer Chipsätze gibt es Unterschiede in der Ausstattung verschiedener Modelle, vor allem bei den Anschlüssen, der Leistungsaufnahme in unterschiedlichen Einsatzszenarien, bei Garantie und Support und natürlich im Preis. Auch Details wie das Borddesign und eine eventuell vorhandene RGB-Beleuchtung können für die Kaufentscheidung relevant sein.

Beim Allround-PC können Sie hinsichtlich der Motherboard-Auswahl wenig falsch machen. Beim Gaming-PC möchten Sie aber vielleicht ein paar Zusatzfunktionen, zum Beispiel bessere Soundfunktionen, besonders leichte Übertaktbarkeit der CPU oder für Spiele optimierte Netzwerkfunktionen.

PC selbst zusammenbauen: CPU-Tipps

Die CPU wird einfach in den Sockel auf der Hauptplatine gesteckt und festgeklemmt.
Die CPU wird einfach in den Sockel auf der Hauptplatine gesteckt und festgeklemmt.
© Intel

Die Central Processing Unit (CPU), also der Hauptprozessor, ist das Herzstück Ihres PCs. Sie besteht heute meist aus mehreren Prozessorkernen, die die verschiedenen Rechenoperationen ausführen. Häufig ist sie auch mit Grafikfunktionen ausgestattet, die für die tägliche Büroarbeit und grafisch nicht allzu anspruchsvolle Spiele ausreichen. Man spricht dann von OnBoard-Grafik und benötigt einen in das Mainboard integrierten HDMI-Anschluss o.ä. für die Bildausgabe.

Intel-CPUs

Intels aktuelle Desktop-CPU-Serie heißt "Arrow Lake S", der zugehörige Sockel "LGA1851". Intel vermarktet sie unter dem neuen Namen Core Ultra, ein deutlicher Bruch mit dem seit vielen Jahren etablierten "Core i". Wer ein Schnäppchen sucht, kann zu einem Vorgänger aus der Raptor-Lake-S-Refresh-Serie greifen - benötigt dafür aber ein Mainboard mit dem älteren Sockel 1700. Ein solcher Sockelwechsel schränkt spätere Upgrades jedoch stark ein, da neuere CPUs nicht mehr auf das alte Board passen.

Intel Arrow Lake: Alle Infos zu Release, Preis und Specs zeigen wir hier.

Innerhalb jeder Generation bietet Intel mehrere Leistungsklassen an:

  1. Core Ultra 3 (früher „Core i3“): Günstig, geeignet für Office, Internet, Mail, einfache Spiele.
  2. Core Ultra 5 (früher „Core i5“): Mehr Leistung zum günstigen Preis, oft mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Ideal für Videobearbeitung, aktuelle Spiele oder anspruchsvollere Anwendungen.
  3. Core Ultra 7 (früher „Core i7“): Hohe Rechenleistung, die vor allem dann zählt, wenn Programme viele Prozessorkerne nutzen können - das betrifft aber nur Spezialanwendungen, nicht Office oder Spiele.

Über diesen Gruppen steht der Core Ultra 9 für extreme Leistungsanforderungen. Darunter (weniger bekannt) gibt es noch Pentium und Celeron, die für sehr preiswerte PCs gedacht sind.

Das Tolle an PCs ist seit jeher die Modularität. Was ist bei Fertig-PCs - insbesondere alten Office-PCs möglich?

AMD-CPU

Mit den Prozessoren der Ryzen-Familie hat AMD den einstigen Marktführer in vielen Fällen nicht nur eingeholt, sondern sogar überholt. Entsprechend selbstbewusst sind die Preise geworden. AMD-Prozessoren zeichnen sich oft durch besonders viele Prozessorkerne aus, was ideal ist, wenn viele Aufgaben gleichzeitig laufen: zum Beispiel beim Videoschnitt, in virtuellen Maschinen oder bei der Entwicklung komplexer Software.

Intel hingegen setzt traditionell auf weniger Kerne mit höherem Takt – das heißt: eine einzelne Aufgabe wird besonders schnell erledigt. Für viele typische Anwendungen (Office, Web, Spiele) kann das effektiver sein als eine hohe Kernzahl. Gamer greifen bei AMD besonders gern zu den **X3D-Modellen**, die durch zusätzlichen Cache besonders gute Spieleleistung liefern.

Beim Thema **Zukunftssicherheit** sind beide Hersteller auf den ersten Blick ähnlich – doch Intel wechselt seine CPU-Sockel deutlich häufiger. Das heißt: Wer ein AMD-Mainboard kauft, hat bessere Chancen, später mit einem einfachen CPU-Tausch aufzurüsten, ohne auch das Board wechseln zu müssen.

AMD verwendet eine ähnliche Namenslogik wie Intel: Ryzen 3 ≈ Core Ultra 3, Ryzen 5 ≈ Core Ultra 5, Ryzen 7 ≈ Core Ultra 7. Mehr Details dazu finden Sie in der CPU-Kaufberatung 2026: AMD und Intel im Vergleich.

CPU-Kühler

Der CPU-Kühler sitzt direkt auf der CPU und führt deren Abwärme ab. Er sorgt so für einen stabilen Betrieb der CPU, die sonst leicht überhitzen und ausfallen würde.

Tragen Sie einen dünnen Film Wärmeleitpaste auf die im Sockel montierte CPU auf und montieren Sie dann den Kühlkörper. Dieser muss fest auf der CPU sitzen. So kann die Leitpaste die entstehende Abwärme optimal auf den Kühlkörper übertragen.
Tragen Sie einen dünnen Film Wärmeleitpaste auf die im Sockel montierte CPU auf und montieren Sie dann den Kühlkörper. Dieser muss fest auf der CPU sitzen. So kann die Leitpaste die entstehende Abwärme optimal auf den Kühlkörper übertragen.
© Intel

Passive Kühler bestehen lediglich aus einer großen Kühlfläche, die zum Beispiel durch einen im Gehäuse eingebauten Lüfter von Luft umströmt wird. Dieser geräuschlose Ansatz reicht jedoch für die heutigen CPUs nur noch selten aus. Hier sind aktive CPU-Kühler gefragt, bei denen ein Lüfter die Wärme vom Kühlkörper abführt. Hier muss immer ein Kompromiss zwischen ausreichender Wärmeabfuhr und Geräuschentwicklung gefunden werden.

Viele bewährte Modelle werden mit dem passenden Befestigungsmaterial für verschiedene CPU-Sockel (LGA 1851, AM5 und Vorgänger wie LGA 1700, AM4 etc.) geliefert. Dennoch sollte bei der Auswahl gezielt darauf geachtet werden, dass der Lüfter zum Sockel passt. Außerdem muss der Kühler auch in das Gehäuse passen, also vor allem nicht zu hoch sein.

Tipp: Auch Speicherbausteine können räumlich mit dem Kühler in Konflikt geraten. Dies gilt insbesondere für besonders schnelle Speicher mit großen Kühlflächen und RGB-beleuchtete RAM-Bars. Je näher der Arbeitsspeicher auf dem Mainboard am Kühler platziert ist, desto wichtiger ist es, bei der Auswahl auf die passende Dimensionierung aller Komponenten zu achten.

PC selbst zusammenbauen: RAM & Gehäuse

Im Arbeitsspeicher (Random Access Memory, RAM) speichert der PC Daten kurzfristig, damit sie blitzschnell zur Verfügung stehen - viel schneller, als wenn sie von der SSD oder einem anderen Laufwerk geladen werden müssten. Allerdings hält der Arbeitsspeicher die Daten nur so lange, wie er mit Strom versorgt wird. Beim Ausschalten ist alles weg.

Moderne PCs verwenden DDR5-Speicher. Der Vorgänger DDR4 ist technisch unterlegen, DDR5 arbeitet nicht nur schneller, sondern auch effizienter. Allerdings haben steigende Marktpreise vor allem bei DDR5-RAM dazu geführt, dass auch Käufer neuer PCs wieder häufiger zu älteren CPUs und dazu kompatiblem DDR4-Speicher greifen. In jedem Fall kommt es auf die Systemwahl an:

  • Systeme mit AMD AM5 Sockel und Intels LGA 1851 benötigen zwingend DDR5.
  • Bei älteren Intel-Systemen mit LGA 1700 haben Sie die Wahl: Mainboards gibt es oft als DDR4- oder DDR5-Variante. Wer hier auf Zukunftssicherheit und Leistung setzt, sollte sich für DDR5 entscheiden - sofern es das Budget zulässt.

Mehr zum Thema Arbeitsspeicher finden Sie im verlinkten Artikel.

Ohne Arbeitsspeicher läuft der PC nicht - wir verraten, worauf Sie achten müssen.

Gehäuse

PC-Gehäuse gibt es in unzähligen Farben, Formen und Preisklassen. Die Auswahl ist aber nicht nur Geschmackssache, sondern auch eine Frage der Technik.

Zuerst muss das Gehäuse zum Mainboard passen – dafür gibt es standardisierte Größen wie ATX, Micro-ATX (µATX) oder Mini-STX. Ein Mini-STX-Board passt nur in ein Gehäuse, das ausdrücklich dafür ausgelegt ist. Achten Sie außerdem auf die Länge der Grafikkarte und die Höhe des CPU-Kühlers: Ein besonders schlankes Gehäuse sieht elegant aus, hat aber oft nicht genug Platz für High-End-Komponenten.

Wichtig ist auch der Komfort beim Zusammenbau. Gute Gehäuse lassen sich einfach öffnen und schließen, haben keine scharfkantigen Bleche und bieten gut beschriftete Anschlüsse. Vor allem bei günstigen oder exotischen Modellen kann es passieren, dass man beim Verkabeln von Mainboard, Schaltern und LEDs mühsam recherchieren muss, was wohin gehört. Bei verbreiteten Markenmodellen findet man dazu online oft hilfreiche Tipps.

Für die Kühlung lohnt es sich, auf vormontierte Lüfter, freie Montageplätze und eine integrierte Lüftersteuerung zu achten. Das gilt besonders, wenn Sie später übertakten oder die Lautstärke gezielt steuern möchten. Sehr praktisch ist auch ein durchdachtes Kabelmanagement, das hilft, die vielen Kabel ordentlich und sicher zu verlegen.

Im Gaming-Bereich wird es luxuriös: Hier zählt nicht nur die Leistung, sondern auch die Optik. Gehäuse mit Glasfenstern und RGB-Beleuchtung setzen das Innenleben in Szene. Ein integrierter (A)RGB-Hub – auch (A)RGB-Controller genannt – vereinfacht die Beleuchtungsverkabelung erheblich, weil dafür nur ein einziges Kabel vom Mainboard zum Hub gezogen werden muss. Von dort aus erfolgt dann die Unterverteilung zu den einzelnen LEDs.

PC selbst zusammenbauen: Netzteil & SSD und Festplatte

Netzteile mit Kabelmanagement wie das bequiet! Straight Power 10 CM erlauben das Entfernen überflüssiger Stromkabel und tragen so wesentlich zur Ordnung im PC bei.
Netzteile mit Kabelmanagement (hier ein Modell von bequiet!) erkennen Sie an den Anschlüssen, über die sich nach Bedarf zusätzliche Kabelstränge hinzufügen lassen. Das kann zur Ordnung im PC beitragen.
© Bequiet

Netzteil

Das Netzteil versorgt alle PC-Komponenten zuverlässig mit Strom. Es muss stabil arbeiten und dabei möglichst leise bleiben. Das ist nicht so einfach, denn beim Umwandeln von Netzstrom in PC-taugliche Spannungen entsteht Abwärme. Kompakte PCs mit geringem Strombedarf nutzen manchmal ein externes Netzteil (wie bei einem Laptop), aber die Regel ist ein internes ATX-Netzteil mit aktivem Lüfter.

Besonders wichtig ist der Wirkungsgrad: Je effizienter das Netzteil arbeitet, desto weniger Energie verpufft als Wärme – und desto weniger muss der Lüfter gegensteuern. Hier hilft die 80-Plus-Zertifizierung: Sie kennzeichnet Netzteile mit mindestens 80 % Wirkungsgrad, gestaffelt in Bronze, Silber, Gold, Platin und Titan (am effizientesten). Ein zweiter Effizienzstandard namens Cybenetics ist ebenfalls am Markt, hat aber noch weniger Verbreitung.

Bei der Auswahl sind neben der Leistung (Watt) auch die richtigen Anschlüsse wichtig.

  • CPU-Stromversorgung: Moderne Prozessoren wie die Ryzen-9000-Serie (AM5) benötigen mindestens einen 8-Pin-Anschluss (EPS12V). High-End-Mainboards bieten oft einen zweiten 8-Pin-Anschluss, der aber nur für extremes Übertakten mit Spezialkühlung relevant ist. Für Gaming und die normale Nutzung reicht ein einzelner 8-Pin-Anschluss völlig aus.
  • GPU-Stromversorgung: Nvidia setzt bei der RTX-5000-Serie auf den neuen 12V-2x6-Anschluss, der den älteren 12VHPWR-Stecker der RTX-4000-Karten ablöst. Der verbesserte Standard verhindert durch längere Strompins Schmelzprobleme, wie sie bei einigen RTX-4090-Karten auftraten. Ältere 12VHPWR-Kabel funktionieren zwar weiterhin, native 12V-2x6-Kabel sind aber die sicherere Wahl.
  • Kabellänge: Die Kabellänge muss zu Ihrem Gehäuse passen: Große Tower benötigen längere Kabel als kompakte Mini-PCs.
  • Adapter: Adapter können im Notfall helfen, eine direkte Lösung ohne Adapter ist aber vorzuziehen.

Wer heute ein Netzteil kauft, sollte auf den ATX-3.1-Standard achten. Dieser verfügt über einen nativen 12V-2x6-Anschluss für aktuelle High-End-Grafikkarten und bietet verbesserte Sicherheitsmechanismen. ATX-3.0-Netzteile mit 12VHPWR-Kabel sind weiterhin kompatibel, gelten aber als Auslaufmodell. Beachten Sie auch die Empfehlungen der GPU-Hersteller zum Netzteil: Die RTX 5090 (575 W TDP) verlangt ein 1000-Watt-Netzteil, während die RTX 5070 (250 W) mit 650 Watt auskommt.

Mehr zu 80 Plus, Cybenetics und ATX 3.x finden Sie in unserem Ratgeber PC-Netzteil richtig auswählen: So geht’s.

Wichtig: Wenn Sie eine RTX-4000-Karte mit 12VHPWR-Anschluss nutzen, beachten Sie Folgendes: Der Stecker muss hörbar einrasten und absolut bündig sitzen. Knicken Sie das Kabel nicht direkt am Stecker (mindestens 35 mm Abstand) und verwenden Sie das Originalkabel statt billiger Adapter. Gelegentliche Sichtkontrollen auf Verfärbungen schaden nicht.

Wir helfen bei der Auswahl des passenden PC-Netzteils.

SSD und Festplatte

Betriebssystem, Programme, Daten – all das liest Ihr PC beim Starten und während seiner Arbeit von mindestens einem Laufwerk. In all unseren Bauvorschlägen setzen wir auf SSD-Laufwerke (Solid State Drive), die ohne bewegliche Teile viel schneller arbeiten als klassische Festplatten. Letztere sind heute nur noch als günstige Massenspeicher für große Datenmengen relevant.

Vergleichstest Gen5-NVMe-SSDs

Bei SSDs gibt es enorme Leistungsunterschiede, die vor allem vom Anschluss abhängen:

  • 2,5-Zoll-SATA-SSDs sehen aus wie kleine Festplatten und nutzen den alten SATA-Anschluss. Dessen Limit liegt bei ca. 600 MB/s, was für viele Alltagsanwendungen noch ausreichend ist, aber deutlich langsamer als moderne Schnittstellen ist. Da M.2-SSDs inzwischen kaum noch teurer sind, lohnt sich SATA nur noch für ältere Systeme ohne entsprechenden Slot.
  • M.2-SSDs sind deutlich kompakter und werden ohne Kabel auf das Mainboard gesteckt. Modelle mit PCIe 3.0 x4 und NVMe-Protokoll erreichen bis zu 4.000 MB/s, mit PCIe 4.0 bis zu 7.000–8.000 MB/s. PCIe-5.0-SSDs schaffen sogar über 12.000 MB/s und sind inzwischen im Mainstream angekommen. In der Praxis profitieren jedoch vor allem die Videobearbeitung und sehr große Datentransfers davon. Für Gaming und die Alltagsnutzung bietet PCIe 4.0 das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wichtig: Nicht jede M.2-SSD ist automatisch schnell, da manche nur den SATA-Bus nutzen und somit genauso viel Leistung bringen wie klassische 2,5-Zoll-Laufwerke. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre M.2-SSD das schnellere NVMe-Protokoll unterstützt.

SSDs im Vergleichstest
SSDs auf SATA-Basis lohnen sich immer weniger.
© Hersteller

Technologien wie Microsoft DirectStorage und Nvidia RTX IO versprechen schnellere Ladezeiten und weniger CPU-Last, indem sie die hohe Bandbreite moderner SSDs besser ausnutzen. In der Praxis unterstützen bisher jedoch nur wenige Spiele diese Features. Die Technologie ist vielversprechend, hat sich aber noch nicht breit durchgesetzt. Unabhängig davon ist es ein schönes Plus, dass M.2-SSDs ohne zusätzliche Kabel auskommen und so für einen aufgeräumten Innenraum sorgen.

Vergleichstest Gen5-NVMe-SSDs

PC selbst zusammenbauen: Grafikkarte

Wir helfen bei der Suche nach einer neuen Grafikkarte!
Dedizierte Grafikkarten benötigen viel Platz sowie Strom und erzeugen jede Menge Abwärme. Dafür sorgen sie für flüssige Grafik und tolle Effekte selbst bei anspruchsvollen Spielen.
© Janis Abolins / Adobe Stock

Kaum eine Komponente treibt den Preis eines PCs so stark in die Höhe wie die Grafikkarte. Für Büroarbeiten reicht die integrierte Grafik moderner Prozessoren jedoch völlig aus. Überraschenderweise schaffen aktuelle APUs wie AMDs Ryzen 8000G-Serie oder Intels Core Ultra mit Arc-Grafik sogar Esports-Titel (Fortnite, Valorant, Rocket League) flüssig bei FullHD-Auflösung (1080p), schnelles DDR5-RAM und richtige Einstellungen vorausgesetzt. Wer hingegen aktuelle AAA-Spiele in hoher Qualität spielen möchte, benötigt eine dedizierte Grafikkarte (GPU, Graphics Processing Unit).

Der Markt für dedizierte GPUs wird von AMD und NVIDIA dominiert. Im Budget-Segment mischt inzwischen auch Intel mit der Arc-Serie mit: Die Arc B580 bietet für rund 250 Euro eine interessante Alternative zu den Einsteigermodellen von AMD und NVIDIA. Die GPUs (Graphics Processing Units) dieser drei Hersteller stecken in fast allen Grafikkarten, egal welcher Name auf der Verpackung steht. Karten mit der gleichen GPU bieten eine ähnliche Leistung. Unterschiede ergeben sich vor allem durch die Speichergröße, das Kühldesign, die Bauhöhe oder Extras wie Übertaktung ab Werk. Auf diese Details achten in der Regel nur passionierte Gamer oder professionelle Nutzer.

Grafikkarten müssen nicht teuer sein, wenn es nicht superflüssiges 4K, Raytracing und Co. sein muss.

Die Wahl hängt vom Budget und den Zielen ab. Für Spiele zählen vor allem:

  • Die Auflösung gibt an, wie viele Pixel die GPU pro Zeile und pro Zeile malen kann. Je mehr Pixel, desto feiner kann das Bild aussehen. Größere Monitore benötigen eine höhere Auflösung, damit die Darstellung nicht verpixelt wird.
  • Die Bildqualität hängt von den Texturen, der Kantenglättung und den Details ab.
  • Die Bildwiederholrate (FPS) ist besonders bei Online-Spielen wichtig, da jede Millisekunde den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmachen kann.

Moderne GPUs unterstützen zudem Techniken wie Raytracing, um realistische Licht- und Schatteneffekte zu erzeugen. Außerdem bieten NVIDIA (DLSS), AMD (FSR) und Intel (XeSS) eine KI-gestützte Bildverbesserung: Die GPU berechnet das Spiel intern in niedrigerer Auflösung und rechnet das Bild per KI auf die volle Auflösung hoch. Das spart Rechenleistung und ermöglicht höhere Bildraten – oft 30 bis 50 Prozent mehr FPS bei kaum sichtbarem Qualitätsverlust. Neuere Versionen können sogar zusätzliche Zwischenbilder erzeugen, was das Spielgefühl noch flüssiger macht. Es gibt jedoch einen Haken: Die Technologien müssen vom jeweiligen Spiel unterstützt werden. DLSS ist in über 500 Spielen verfügbar, FSR in rund 400, aber nicht jedes Spiel unterstützt jede Variante. Außerdem funktionieren die neuesten Versionen (DLSS 4, FSR 4) nur auf aktuellen Grafikkarten der jeweiligen Hersteller.

Gute Grafikkarten und Infos zu gängigen Auflösungen wie FullHD, WQHD und UHD/4K und außerdem zu DLSS, FSR und Raytracing enthält unser Beitrag empfehlenswerte GPUs im Preisbereich von 200 bis 500 Euro. Noch mehr Hintergrundinfos zu den technischen Eigenschaften von GPUs finden Sie in unserem Beitrag "Die richtige Grafikkarte: Was müssen Sie beachten?".

Wichtig: Achten Sie darauf, dass Ihr Bildschirm die Auflösung und Bildwiederholrate der Grafikkarte auch darstellen kann – sonst zahlen Sie viel Geld für eine Leistung, die Sie gar nicht nutzen können. Außerdem sollten Netzteil und Gehäuse genügend Reserven haben. High-End-Karten wie die RTX 5090 oder die gehobene Mittelklasse, beispielsweise die RTX 5070 Ti und die RX 9070 XT , benötigen ein Netzteil mit 750 bis 1.000 Watt und ausreichend Platz im Gehäuse.

Wer beim Anblick eines PC-Innenlebens nicht gleich schreiend wegrennt, kann sich am Aufrüsten probieren. Es ist keine Wissenschaft.