Die besten Grafikkarten von 200 bis 500 Euro
Lust auf Spiele, aber kein Budget für die teuren Boliden von AMD und NVIDIA? Wir sagen Ihnen, welche Grafikkartenleistung Sie im Preisbereich von 200 bis 500 Euro erwarten dürfen und welche Modelle empfehlenswert sind.
High-End-Grafikkarten gehören zu den teuersten PC-Komponenten. Mit Preisen ab etwa 1.000 Euro reißen sie ein großes Loch ins Budget. Doch es geht auch günstiger. Schon ab etwa 250 Euro reicht die Leistung für aktuelle Spiele. Neben AMD und NVIDIA ist inzwischen auch Intel im GPU-Markt aktiv und...
High-End-Grafikkarten gehören zu den teuersten PC-Komponenten. Mit Preisen ab etwa 1.000 Euro reißen sie ein großes Loch ins Budget. Doch es geht auch günstiger. Schon ab etwa 250 Euro reicht die Leistung für aktuelle Spiele. Neben AMD und NVIDIA ist inzwischen auch Intel im GPU-Markt aktiv und macht insbesondere im Budget-Segment attraktive Angebote. Top-Bildqualität für WQHD und erste 4K-Ausflüge gibt es ab etwa 500 Euro. Nur wer auf großen Bildschirmen mit höchster Auflösung und maximalen Details spielen möchte, braucht wirklich mehr.
Bevor wir zu den konkreten Empfehlungen kommen ein wenig zum technischen Hintergrund. Die Wahl der Grafikkarte (GPU, Graphics Processing Unit) sollte sich an der Auflösung und der Bildwiederholrate des Monitors orientieren. Eine GPU, die mehr Bildqualität liefert, als Ihr Monitor darstellen kann, schafft allenfalls Reserven, die Sie aktuell nicht nutzen können.
Tipp: Der Montage einer GPU ist übrigens leicht. Sie müssen lediglich die Treiber der alten GPU deinstallieren (sofern vorhanden). Dann fahren Sie den PC herunter, stecken Sie die neue GPU inden entsprechenden Erweiterungsschacht auf dem PC-Mainboard, stellen die Stromversorgung her und schalten den PC wieder ein. Mehr zur Vorbereitung lesen Sie hier.
Grafikkarten-Technik: Auflösung
Die Auflösung gibt an, wie viele Bildpunkte auf dem Bildschirm dargestellt werden können. Je höher die Auflösung, desto schärfer und detailreicher sind die Bilder. Es gibt drei gängige Auflösungen, die Sie kennen sollten:
- FullHD (1.920 x 1.080): Der Einstiegsstandard für Gaming. Full HD bietet einen guten Kompromiss zwischen Bildqualität und Leistung. Ideal für Monitore bis etwa 24 Zoll.
- WQHD (2.560 x 1.440): Die neue Standardauflösung für ambitionierte Spieler. Sie liefert deutlich schärfere Bilder und ist ideal für Monitore ab 27 Zoll. Dafür wird eine leistungsfähigere GPU benötigt.
- UHD/4K (3.840 x 2.160) ist die Königsklasse mit der besten Bildqualität. UHD erfordert die leistungsfähigsten GPUs und viel Speicher. Durch Upscaling-Techniken (siehe unten) wird 4K jedoch auch für Mittelklasse-GPUs erreichbar.
GPU-Technik: Bildwiederholfrequenz (FPS)
Die Bildwiederholrate, gemessen in Bildern pro Sekunde (FPS, Frames per Second), gibt an, wie viele Bilder die Grafikkarte pro Sekunde erzeugen kann. Eine höhere FPS-Zahl sorgt für ein flüssigeres Gameplay, besonders bei schnellen Spielen.
- 30 FPS sind das Minimum für ein spielbares Erlebnis. Es kann jedoch bei schnellen Bewegungen zu Rucklern kommen.
- 60 FPS: Der Goldstandard für flüssiges Spielen. Für die meisten Spieler ideal.
- 120 FPS und mehr: Für ambitionierte Spieler mit High-Refresh-Monitoren (144 Hz, 240 Hz). Hier helfen moderne Upscaling-Techniken mit Frame Generation (siehe unten).
Moderne GPUs mit DLSS 4 oder FSR 3 können hier zusätzlich punkten, weil Frame Generation mehr Bilder pro Sekunde liefert, als die GPU nativ berechnen könnte. Das ist butterweich anzuschauen, bringt aber keinen Vorteil bei der Reaktionszeit.
Diese kann sogar steigen, weil sich die Latenz auf Basis der real berechneten Frames ergibt. Durch den Einsatz von FG oder Multi-FG (MFG) sinkt diese Zahl leicht. In der Praxis sollten Sie (M)FG nur nutzen, wenn die reale FPS-Zahl hoch genug ist, dass sich ein Spiel nicht "ruckelig" anfühlt.
GPU-Technik: Arbeitsspeicher (VRAM)
Der Arbeitsspeicher (VRAM) Ihrer GPU ist entscheidend für die Verarbeitung hochauflösender Texturen und die Aufrechterhaltung hoher FPS-Raten. Je höher die Auflösung, desto mehr VRAM wird benötigt. Auch Raytracing und Frame Generation erhöhen den Speicherbedarf.
- 8 GB VRAM reichen heute nur noch für Full HD mit reduzierten Details. Für zukunftssicheres Gaming wird diese Größe nicht mehr empfohlen.
- 12 GB VRAM sind das neue Minimum für sorgenfreies Spielen in Full HD und WQHD.
- 16 GB VRAM sind ideal für WQHD mit maximalen Details und ausreichend für gehobeneres 4K-Gaming. Es ist auch die bessere Wahl für Raytracing und moderne Upscaling-Techniken.
Aktuelle AAA-Titel wie „Doom: The Dark Ages” oder „Indiana Jones” fordern bereits 8 GB als absolutes Minimum. Wenn Sie heute eine GPU für mehrere Jahre kaufen, sollten Sie nach Möglichkeit zu 12 GB oder mehr greifen.
GPU-Technik: PCIe-Lanes
Über die PCIe-Schnittstelle verbinden Sie die GPU mit dem Motherboard. Die aktuellen GPU-Generationen von AMD und NVIDIA nutzen PCIe 5.0, Intel Arc setzt auf PCIe 4.0. Alle sind abwärtskompatibel. In der Praxis macht die PCIe-Version bei Mittelklasse-GPUs kaum einen Unterschied. Selbst mit einem älteren PCIe-3.0-Motherboard schöpfen Sie die Leistung einer 500-Euro-Karte voll aus.
GPU-Technik: Upscaling (DLSS, FSR, XeSS)
Je höher die Auflösung, desto mehr Pixel muss die GPU berechnen. Bei 4K sind es viermal so viele wie bei Full HD. Das kostet Rechenleistung und senkt die Bildrate. Upscaling löst dieses Problem, indem die GPU das Bild zunächst in einer niedrigeren Auflösung berechnet und daraus ein hochauflösendes Bild rekonstruiert. Dazu analysiert sie Informationen aus vorherigen Bildern und Bewegungsvektoren, um fehlende Details zu ergänzen. Das spart Rechenleistung und erhöht die FPS um 30 bis 50 Prozent.
Frühe Upscaling-Verfahren lieferten sichtbar matschigere Bilder. Die aktuellen Versionen haben dieses Problem jedoch weitgehend gelöst. DLSS 4.5 und FSR 4 erreichen oft eine Bildqualität, die der nativen Auflösung entspricht. Manchmal sieht das Ergebnis sogar besser aus, da die Algorithmen Bildfehler wie Kantenflimmern korrigieren.
Die drei großen Hersteller bieten jeweils eigene Lösungen:
- AMD FSR: Funktioniert auf GPUs aller Hersteller. Die neue Version FSR 4 ist erstmals KI-basiert, läuft aber nur auf den neuesten AMD-Karten der RX 9000-Serie. Ältere Versionen (FSR 3.1) laufen überall, bieten aber eine spürbar geringere Qualität.
- Intel XeSS: Intels Lösung läuft am besten auf Intel Arc, funktioniert aber auch auf anderen GPUs.
- NVIDIA DLSS: Nutzt KI und spezielle Tensor-Kerne. Es erzielt die beste Bildqualität, läuft aber nur auf NVIDIA-GPUs (ab der GeForce-RTX-20-Serie).
Zusätzlich gibt es die Frame-Generation-Funktion: Dabei berechnet die GPU auf Basis der bereits gerenderten Frames Zwischenbilder. Das kann die Bildrate noch einmal verdoppeln.
Für Käufer im Budget-Bereich ist Upscaling besonders relevant. Eine günstigere GPU mit gutem Upscaling kann eine teurere Karte ohne diese Technik einholen. Upscaling ist heute keine optionale Zusatzfunktion mehr, sondern bei vielen aktuellen Spielen die Standardeinstellung.
GPU-Technik: Raytracing
Raytracing simuliert die Reflexion, Brechung und Streuung von Lichtstrahlen in der realen Welt. Dadurch werden Schatten, Spiegelungen und Beleuchtung deutlich realitätsnäher. Die Technik ist zwar rechenintensiv, dank Upscaling ist sie aber auch für Mittelklasse-GPUs nutzbar geworden.
Alle aktuellen GPUs ab etwa 200 Euro unterstützen Raytracing. Erste AAA-Titel wie „Indiana Jones und der Große Kreis” oder „Doom: The Dark Ages” setzen die Technik sogar voraus. Ohne RT-fähige GPU starten diese Spiele gar nicht. Mit über 500 unterstützten Spielen ist Raytracing kein Nischenfeature mehr.
Für Käufer im Budget-Bereich gilt: Raytracing funktioniert, erfordert aber Kompromisse bei der Auflösung oder der Detailstufe. In Kombination mit Upscaling erreichen auch GPUs um 300 Euro spielbare Bildraten. Wenn Sie Raytracing intensiv nutzen möchten, sollten Sie zu einer Karte mit mindestens 12 GB VRAM greifen.
Weitere Infos zu den technischen Eigenschaften von GPUs finden Sie in unserem Beitrag "Die richtige Grafikkarte: Was müssen Sie beachten?"
FullHD: Intel Arc B580 ab 260 Euro
Für Full-HD-Gaming mit hohen Details und flüssigen 60+ FPS sind GPUs dieser Preisklasse völlig ausreichend. Mit Upscaling sind sogar erste Ausflüge in WQHD möglich. Unser Preis-Leistungs-Tipp: Intel Arc B580 (ab 260 €, 12 GB). Die Battlemage-Generation von Intel liefert eine starke FullHD-Performance und überraschend gutes Raytracing. 12 GB VRAM sind zukunftssicher. XeSS-Upscaling funktioniert gut, läuft aber auch auf anderen GPUs. Die NVIDIA GeForce RTX 5060 (ab 290 €, 8 GB) ist eine kompakte Blackwell-GPU mit exzellentem DLSS 4 samt Frame Generation. Die 8 GB VRAM sind knapp bemessen, für Full HD aber noch ausreichend. Wer NVIDIA-Features wie DLSS und NVENC schätzt, greift hier zu. Die AMD Radeon RX 9060 XT (ab 300 €, 16 GB) kratzt preislich am oberen Rand des Segments, verfügt aber über üppige 16 GB VRAM und FSR 4 und ist somit ideal für Spieler, die ihre Karte länger behalten wollen.
FullHD & WQHD: Nvidia Geforce RTX 5060 Ti ab 370 Euro
In dieser Preisklasse ist WQHD mit hohen bis maximalen Details flüssig spielbar. Raytracing funktioniert mit Upscaling problemlos. Die NVIDIA GeForce RTX 5060 Ti 16 GB (ab 370 €) ist die ausgewogene Wahl für WQHD. Sie bietet 16 GB VRAM, DLSS 4.5 mit Frame Generation und solides Raytracing. Die 8-GB-Variante existiert, ist aber nicht empfehlenswert. Die AMD Radeon RX 9070 (ab 590 €, 12 GB) ist AMDs neue Mittelklasse mit RDNA-4-Architektur. Sie bietet eine starke Rasterleistung, verbessertes Raytracing gegenüber RDNA 3 und FSR 4 mit KI-Upscaling. Sie ist knapp über 500 € teuer, bietet aber eine hervorragende Leistung im WQHD-Sweetspot. Die NVIDIA GeForce RTX 5070 (ab 540 €, 12 GB) ist eine Blackwell-Mittelklasse mit hervorragendem Raytracing und DLSS 4.5. Die 12 GB VRAM sind für WQHD gut dimensioniert.
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Setzen Sie das Budget ein bisschen höher an, sind große Sprünge in Sachen FPS & Co. drin.
Und was ist mit 4K?
Die GPUs im WQHD-Segment schaffen zwar auch 4K-Auflösung, sind aber nicht dafür optimiert. In anspruchsvollen Spielen müssen Sie die Detailstufe reduzieren oder auf Upscaling setzen, um flüssige 60 FPS zu erreichen.
Für echtes 4K-Gaming mit hohen Details geeignete Karten beginnen preislich erst bei etwa 650 Euro, was den Preisrahmen dieses Ratgebers sprengt. Passende Modelle sind zum Beispiel die AMD Radeon RX 9070 XT und die NVIDIA GeForce RTX 5070 Ti.
Unser Tipp: Wer primär in 4K spielen möchte, sollte das Budget aufstocken. Andererseits ist der Unterschied zwischen WQHD und 4K auf Monitoren bis 32 Zoll ohnehin gering. Mehr FPS sind hier wichtiger als zusätzliche Pixel.



