IFA-Special 2008

Mobile TV per UMTS

Fernsehprogramme lassen sich auch übers normale UMTS-Netz per Videostreaming übertragen. Der prinzipielle Nachteil dieser Lösung - jeder Empfänger belegt einen eigenen Datenkanal und somit Bandbreite im Mobilfunknetz - hatte die konkurrierenden Mobil-TV-Standards DMB und DVB-H erst entstehen lassen. Doch diese technologische Schwäche begründet gleichzeitig die große Stärke dieses Übertragungsverfahrens: jeder Zuschauer kann zu jedem Zeitpunkt genau das auf dem Handy-Display sehen, was ihn interessiert. Seien es die jüngste Folge der Lieblings-Soap-Opera oder die extra fürs Mobiltelefon produzierte "Tagesschau in 100 Sekunden".

Mit solchen Angeboten beweisen die Mobilfunk-Firmen, dass sie das Prinzip verstanden haben: niemand will ein komplettes Fußballspiel, eine 45-minütige Serienfolge oder gar einen kompletten Spielfilm auf dem Handy anschauen. Interessant sind kurze Info- und Entertainment-Häppchen - wie zum Beispiel auch die von T-Mobile angebotenen Highlights aus Pro7/Sat.1-Comedy-Shows a la "Genial daneben" oder "Tramitz & Friends".

Ein weiterer Vorteil von Handy-TV per UMTS ist die breite Verfügbarkeit geeigneter Empfangsgeräte: praktisch jedes UMTS-Handy lässt sich zum Empfang der per Streaming ausgestrahlten Fernseh-Clips nutzen.

Um die Hemmschwellen zu senken, haben die Anbieter auch die Kosten für den Empfang nach unten geschraubt:

Vodafone stellt zumindest ein Basisangebot in allen UMTS-Tarifen ohne Zusatzkosten zur Verfügung. Extra zahlen muss nur, wer im Rahmen von Paketen wie "Entertainment" Premium-Inhalte a la Bundesliga, MTV-Music oder Wetter Fernsehen empfangen will - oder die im Rahmen eines speziellen "Erotik-Pakets" angebotenen Inhalte von Anbietern wie Playboy mobile oder Beate Uhse.

Bei T-Mobile kostet der mobile TV-Empfang wahlweise 2 Euro pro Tag oder 7,50 Euro pro Monat. Zusatzangebote wie ein Bundesliga- oder Erotik-Paket schlagen auch hier extra zu Buche.

Und O2 setzt auf den Einzelabruf der Folgen oder Best-of-Zusammenschnitte von Serien wie "Stromberg", "Die Dreisten Drei", "Comedystreet" oder "Kalkofes Mattscheibe".

Die Abrufzahlen geben den Mobilfunk-Providern recht: mit ihren Angeboten sind sie für die tatsächliche Nutzeransprüche für Mobil-TV offensichtlich deutlich besser aufgestellt als spezielle Handy-TV-Dienste zu Abo-Konditionen.

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