IFA-Special 2008

DVB-H versus DVB-T

8.9.2008 von Redaktion connect und Hannes Rügheimer

ca. 1:35 Min
Ratgeber
  1. IFA 2008: Alles über Handy-TV
  2. Mobile TV per UMTS
  3. DVB-H versus DVB-T

Im Licht der bisherigen Lehren und Erfahrungen sollte man auch den Streit um technische Standards sehen: Mit DVB-H (Digital Video Broadcasts for Handhelds) wollten Gerätehersteller wie Nokia ein Ausstrahlungs-Verfahren etablieren, das speziell für den Einsatz auf Mobiltelefonen ausgelegt ist. Vergleichsweise geringer Energieverbrauch und an Handy-Displays angepasste Bildauflösung sind seine technischen Vorteile. Diverse Handys und weitere Mobilgeräte mit DVB-H-Funktion stehen in den Startlöchern - etwa die Handys Nokia N96 oder Samsung SGH-P960. Das Problem: in Deutschland sind nach dem kolportierten Ende von "Mobile 3.0" DVB-H-Angebote in weite Ferne gerückt. Und das hinter diesem Verfahren stehende Geschäftsmodell sieht Zusatzkosten für den Mobil-TV-Empfang vor, welche die meisten potenziellen Nutzer nicht zu zahlen bereit sind.

Zumal seit kurzem mit DVB-T eine kostenlos empfangbare Alternative zur Verfügung steht. Das per Antenne ausgestrahlte Digitalfernsehen ist technisch zwar überhaupt nicht auf Handys ausgerichtet und zudem nur in Großstädten (Übersicht der Empfangsgebiete und ausgestrahlten Sender unter www.ueberalltv.de ) zu empfangen. Doch LG und GSmart zeigen mit ersten Geräten, dass DVB-T eben doch auf Handys realisiert werden kann - Experten hatten das bis vor kurzem noch bezweifelt. Und die Empfangssituation von DVB-T mag nicht optimal sein - besser als für noch zu etablierende spezielle Mobil-TV-Standards ist sie aber allemal.

Erste Handys für DVB-T

LG HB620T
© Archiv

Das für 399 Euro angebotene DVB-T-Handy LG HB620T ist bei allen großen Mobilfunkanbietern erhältlich und besitzt neben dem Empfangsteil für Digital-TV auch noch einen UKW-Empfänger. Problematisch allerdings: bei der Sendersuche lässt das HB620T den kompletten Frequenzbereich VHF, der die Kanäle 5 bis 12 beinhaltet, einfach aus. Unschöne Folge: nicht überall sind alle Programme zu empfangen. Die Bildqualität auf dem kleinen, quer gelegten 2-Zoll-Display (Diagonale rund 5 cm) ist ordentlich, sogar Laufschriften lassen sich noch lesen.

Gigabyte GSmart T600
© Archiv

Derzeit nur im Angebot von Vodafone ist das GSmart T600 des taiwanesischen Herstellers Gigabyte. Das für 589 Euro erhältliche Gerät arbeitet mit dem Betriebssystem Windows mobile 6 und unterstützt WLAN, dafür im Gegensatz zum LG aber kein UMTS oder EDGE. Sein 2,6-Zoll-Display (Diagonale 6,6 cm) nutzt man zum mobilen Fernsehen im Querformat. Die Mini-TV-Bilder wirken auch hier sehr scharf und knackig, leichte Schwächen gibt es allerdings bei der Tonqualität zu verzeichnen.

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