Testverfahren

So testet connect WLAN-Router

Um im connect-Test zu punkten, müssen WLAN-Router in einer aufwendigen Geschwindigkeitsmessung bestehen. Wir stellen das Testverfahren vor.

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So testet connect WLAN-Router

Die Auswahl eines WLAN-Routers ist nicht leicht - auch, weil verbindliche Messstandards fehlen, um schnelle, versorgungsstarke WLAN-Router von langsamen Modellen mit geringer Reichweite zu unterscheiden.

Deshalb hat unser verlagseigenes Messlabor Testlab ein eigenes Messverfahren entwickelt. In der gegen äußere Einflüsse abgeschirmten Absorberhalle wird der WLAN-Router auf einem Drehtisch platziert und muss zu fest installierten Messantennen eine Verbindung aufbauen. Der Drehtisch wird dabei in 24 Schritten zwischen 0 und 345 Grad gedreht, um aus allen Richtungen messen zu können. Zwischen den Messantennen und dem Mess-WLAN-Access-Point der Gegenstelle sind steuerbare, variable Dämpfungsglieder eingefügt, über die die Entfernung zwischen Testobjekt und den Antennen virtuell bis zum Verbindungsabbruch erhöht werden kann.

© Screenshot WEKA / connect

Die Steuer-Software des WLAN-Messsystems ermöglicht flexible Vorgaben bezüglich der Übertragungsparameter, der simulierten Entfernung und der zu messenden Winkel.

Die Messungen der Übertragungsrate erfolgen getrennt nach Up- und Download, im 2,4- und 5-GHz-Band, bei 24 Winkeln und zwölf virtuellen Entfernungen. Um das Optimum aus einem WLAN-Router herauszuholen, sind während der Messung 15 Clients/Verbindungen aktiv, andernfalls würde der Router zu große Reserven für weitere Clients im Netz freihalten.

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Die Messungen selbst dauern je etwa eine Minute. Dabei hat der Router 20 Sekunden Zeit, sich auf den Transfervorgang und gegebenenfalls via Beamforming auf die Richtung des Kommunikationspartners einzustellen. In diesem sogenannten Einschwingvorgang findet der TCP Slow Start statt, die Phase, in der Sender und Empfänger die Übertragungsparameter auf maximale Geschwindigkeit bei hoher Stabilität optimieren. Treten bei zu optimistisch gewählten Datenraten Fehler auf, einigen sich Sender und Empfänger auf weniger ambitionierte Modulation und Codierung.

Die anschließende Messung nimmt 30 Sekunden in Anspruch, in denen die Geschwindigkeit in Sekundenintervallen für jede der 15 Verbindungen aufgezeichnet wird. Insgesamt kommen 1152 dieser 30-Sekunden-Messungen zusammen, die Messdauer eines Routers beträgt inklusive Einschwingen, Drehen des Messsobjekts und Einstellen der Dämpfungsglieder knapp 20 Stunden. Gut, dass die Messungen durch Software gesteuert automatisiert auch über Nacht laufen.

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