Gegen Feinstaub, Pollen und Gerüche

AEG Luftfilter AX9 im Test: Eliminiert Schadstoffe in der Raumluft

AEG hat mit dem AX9 seinen ersten Luftreiniger im Portfolio. Der Filter verspricht schadstofffreie Raumluft und Bedienkomfort dank Smartphone-App. Wir haben uns das Gerät angeschaut.

© AEG

Der Luftreiniger AEG AX9 beseitigt Schadstoffe und ist per App steuerbar.

Saubere Luft steigert die Lebensqualität und schützt vor Krankheiten, die dauerhafte Schadstoffbelastung auslösen kann. Wer zu Hause ohne Bedenken tief durchatmen möchte, denkt vielleicht über die Anschaffung eines Luftreinigers nach.

Hier hat der schwedische Konzern Electrolux, der seit 2004 die Markenrechte an AEG hält, mit dem AX9 ein interessantes Gerät auf den Markt gebracht. Das will die Luft zu 99,9 Prozent von Bakterien und Viren befreien und zudem gegen Feinstaub, Pollen sowie Gerüche vorgehen.

Luftreiniger in zwei Größen

Das Gerät ist in zwei Größen erhältlich: Bis 92 Quadratmeter Raumgröße ist der dunkelgraue AX91-404DG zuständig. Für Räume bis 129 Quadratmeter eignen sich der AX91-604DG (Dunkelgrau) oder die hellgraue Variante AX91-604GY. Die kleinere Version ist mit einer UVP von 549 Euro versehen, die größere soll 649 Euro kosten. Im Handel sind die Geräte aber schon deutlich billiger zu haben.

Mit 360-Grad-Filter gegen Verschmutzung

Der Hersteller hebt den mehrschichtigen Aufbau des Filters aus Vorfilter, antibakterieller Schicht, E12-Filter, Aktivkohlefilter und Ionisator hervor. Außerdem bietet die runde Bauform eine große Filtrationsfläche. Die Luft wird unten durch den Filter eingezogen, in eine Spiralbewegung versetzt und oben deutlich spürbar wieder ausgeblasen. Die Verwirbelung bewirkt, dass die gereinigte Luft besser und schneller im Raum verteilt wird.

Hochwertige Haptik, elegantes Design

Wird das große, schwere Paket geliefert, bekommt man erst einmal einen Schreck: War das wirklich eine gute Idee, sich so einen Kaventsmann in die Wohnung zu holen? Die Sorge legt sich, wenn man den AX9 ausgepackt hat. Unser Testmodell, die größere Version, macht mit recht schlanker Silhouette (31,5 x 31,5 x 72,5 cm, 8,9 kg), hochwertigen Materialien und zwei Lederschlaufen zum einfachen Transport optisch eine gute Figur. Platz braucht er natürlich dennoch, zumal man das Gerät mit rundum 30 Zentimeter Abstand zu Wänden und Gegenständen aufstellen soll.

Für 58 Euro UVP sind fünf Standfüßchen in hellem oder dunklem Holz erhältlich, die dem AX9 in Sachen Design den letzten Schliff geben. Die hätte der Hersteller angesichts des Preises von Gerät und Ersatzfiltern gerne gratis mit ins Paket legen können.

Einfache Kopplung mit der App

Vor der Inbetriebnahme muss man den mitgelieferten Allround-Filter herausnehmen und die Plastiktüte entfernen. Das klappt dank abnehmbarer Gittertür einfach. Dabei zeigt sich im unteren Rahmen ein eingeklebter Strichcode, den man zur Kopplung mit der App braucht. In der Bedienungsanleitung heißt diese "Pure A9", was nur auf Android-Phones zum Ziel "Elektrolux Wellbeing" führt; am iPhone muss man „AEG Wellbeing“ eingeben. Einmal installiert, erklärt die App alle Schritte zur Inbetriebnahme und Einbindung ins WLAN (2,4 GHz), was schnell erledigt ist.

Sehr leise im Automatikmodus

Von Haus aus arbeitet der Luftreiniger im Smart-Modus, der die PM2,5-Konzentration überwacht und den Feinstaub, der durch Kochen, Haustiere, Zigaretten, Holzfeuer und Ähnliches entsteht, eliminiert. Die Gebläsestufe wird dabei automatisch angepasst.

Sehr angenehm ist die Betriebslautstärke: Man hört den AX9 im Normalfall nur, wenn man direkt davor steht. Es gibt auch einen manuellen Modus, in dem man die Stärke selbst einstellen kann. Dreht man hier auf, wird’s entsprechend lauter.

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Die gereinigte Luft wird in einer Spiralbewegung wieder ausgeblasen, sodass sie sich besser im Raum verteilt.

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Der Filter des AEG AX9 ist über eine abnehmbare Gittertür einfach zugänglich

Überwachung der Schadstoffbelastung

Die Luftqualität im Innenraum wird in der App mit Verbalnote und Anzeige der Feinstaubbelastung angezeigt. Gemessen wird in den Klassen PM2,5, PM1 sowie PM10. Dazu der Gehalt an TVOC (Total Volatile Organic Compounds). Diese flüchtigen organischen Verbindungen sind oft harmlos, können je nach Verursacher aber auch gefährlich sein. Quellen sind neben Rauch beispielsweise Vinylböden, Farben, Reinigungsmittel, Ausdünstungen aus Möbeln oder Teppichen etc. Steigt die Konzentration der VOCs in den kritischen Bereich, hilft kein Filter, hier ist Sauerstoffzufuhr angesagt – sprich Fenster auf und lüften.

Zusätzlich erfasst der AX9 die Luftfeuchtigkeit und die Temperatur im Raum. Die jeweilige Konzentration lässt sich in der App über den Tagesverlauf nachvollziehen.

Sehr gut gemacht: Tippt man auf die jeweilige Kategorie und scrollt nach unten, erklärt ein verständlicher Infotext, was sich hinter den Kürzeln verbirgt und wie Schadstoffe entstehen können.

Die Luftqualität wird auch am Gerät selbst mit einem sechsstufigen Farbcode fein abgestuft signalisiert – von Grün (= sehr gut) bis zu Braun (= sehr schlecht).

© WMP

Die App "AEG Wellbeing" informiert über die Luftqualität und klärt mit verständlichen Texten auf.

Ionisator per App zuschaltbar

In der App lässt sich ein Ionisator zuschalten, der gröbere Schmutzpartikel bindet und so für effizientere Reinigung sorgt. Unter diesem Menüpunkt lässt sich auch eine Kindersicherung wählen, die alle Bedienknöpfe am Gerät deaktiviert. Im Unterpunkt „Aufgaben“ kann man zudem Start- und Stoppzeit des Luftreinigers für jeden Tag einstellen, wenn man das möchte.

Manuell lässt sich der AX9 in der App oder am Gerät selbst abschalten. Hat man Fenster oder Türen geöffnet, sollte man dies tun, denn der Luftreiniger ist nur in geschlossenen Räumen zu betreiben.

Spezieller Filter für Allergiker

Der Filter lässt sich nicht abwaschen, sondern muss nach einer gewissen Zeit ersetzt werden. Dazu ist jeder Filter mit einem Smart-Tag versehen, der den Abnutzungsgrad ermittelt; die App zeigt die verbleibende Filterlebensdauer in Prozent an. Es gibt auch einen Link zum AEG-Shop, wo man Nachschub ordern kann. Hier finden sich neben dem Allround-Filter (rund 78 Euro) auch ein spezieller Pollenfilter (97,50 Euro) und ein Geruchsfilter (rund 78 Euro), die die Luft zwar auch generell reinigen, aber entsprechende Schwerpunkte setzen.

Der AX9 ist als mit dem ECARF-Qualitätssiegel als allergikerfreundlich ausgezeichnet worden. Wer stark unter Heuschnupfen leidet, kann die Filter auch den Jahreszeiten anpassen und etwa über den Sommer den Pollenfilter und nach Ende der Saison wieder auf den Allrounder umsteigen. Die Lebensdauer der Filter beeinträchtigt eine solche Pause nicht.

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Fazit: Komfortabel und vielseitig

Mit seiner einfachen App-Bedienung, der umfangreichen Filterung und dem leisen Betrieb hat uns der AEG AX9 überzeugt. Feinstaub, Pollen, Bakterien, Viren und Staub kann er dank vielfältiger Sensorik messen und mit seinem leistungsfähigen Filter selbst bekämpfen.

Auch Gerüche mindert er, wobei Kochausdünstungen mit dem Allround-Filter je nach Intensität gemindert, aber nicht völlig verschwunden waren. Steigt die Konzentration an flüchtigen organischen Verbindungen in den kritischen Bereich, warnt der AX9 per App und Farbcode am Gerät, sodass man mit Frischluftzufuhr gegensteuern kann.

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