Sony WF-1000XM6 getestet: Das könnten die besten In-Ear-Kopfhörer 2026 werden
Mehr zum Thema: SonyNeues Design, bessere Belüftung und noch stärkeres ANC: Sony bringt mit den WF-1000XM6 eine neue Generation seines In-Ear-Spitzenmodells auf den Markt. Und wie unser Test zeigt, landet Japan damit einen Volltreffer.
Die 1000er-Reihe ist die Creme de la Creme von Sonys Audio-Produkten, sei es als Over-Ear (WH-1000), sei es als In-Ear (WF-1000). Die Mitte 2023 vorgestellten WF-1000XM5 bekommen nun einen Nachfolger: Die WF-1000XM6 gehen für 299 Euro in den Farben Schwarz und Silbergrau in den Verkauf. Wir haben s...
Die 1000er-Reihe ist die Creme de la Creme von Sonys Audio-Produkten, sei es als Over-Ear (WH-1000), sei es als In-Ear (WF-1000). Die Mitte 2023 vorgestellten WF-1000XM5 bekommen nun einen Nachfolger: Die WF-1000XM6 gehen für 299 Euro in den Farben Schwarz und Silbergrau in den Verkauf. Wir haben sie getestet.
Marktüberblick: Teurer geht es nicht
Der Marktüberblick fällt in diesem Fall sehr kurz aus, denn: Preislich markiert Sony die Oberkante, zumindest im Massenmarkt. Selbst Apples AirPods Pro 3 sind mit 249 Euro günstiger. Kurz und gut: Als Alternativen bieten sich praktisch alle Spitzenmodelle der großen Marken an, zum Beispiel die Sennheiser Momentum True Wireless 4 (170 Euro, 455 Punkte im connect-Test), die JBL Tour Pro 3 (230 Euro, 466 Punkte im connect-Test) oder die Google Pixel Buds Pro 2 (230 Euro, 455 Punkte im connect-Test). Das sind starke Modelle mit vielen Extras und sehr gutem Klang und Sony muss die Frage beantworten, warum man noch mehr Geld ausgeben sollte.
Modernes Design mit organischen Formen
Die Sony WF‑1000XM6 setzen das Knopfdesign der WF‑1000XM5 fort, wirken aber moderner und eleganter. Die Designsprache ist runder und organischer, zudem verzichtet Sony bei den XM6 auf eine glatte (und rutschige) Klavierlack‑Optik und setzt stattdessen auf eine matte Kunststoff-Oberfläche, die sich sehr gut anfühlt und unempfindlich gegenüber Fingerabdrücken ist. Das ansprechende Design kann allerdings nicht übertünchen, dass die Earbuds relativ groß ausfallen und ein Stück weit aus der Ohrmuschel herausstehen. Googles Pixel Buds Pro 2 sind deutlich kompakter.
Auch das Case fällt ziemlich groß aus. Es ist genauso herausragend designt wie die Earbuds, aber hier müssen wir festhalten: hübsch, aber unpraktisch. Denn die ausgeprägten Kanten oben und unten sorgen dafür, dass das Case nicht so leicht in die Taschen gleitet wie Modelle mit starken Rundungen an allen Seiten (Anker Soundcore Liberty 4 Pro, Samsung Galaxy Buds 3 Pro).
Eine Schutzklasse von IPX4 (Earbuds und Case) ist nur Durchschnitt. Damit sind die XM6 zwar spritzwassergeschützt und können auch schweißtreibende Sportarten begleiten. Sie sind aber nicht so wasserfest wie etwa Huaweis FreeBuds 5 Pro (170 Euro), die nach IP57 beziehungsweise IP54 (Case) geschützt sind.
Halt im Ohr und Steuerung top
Wenn man die richtigen Schaum-Aufsätze wählt, dann sitzen die Earbuds sehr gut im Ohr, ruckartige Bewegungen oder schnelles Laufen waren im Test unproblematisch. Auch bei längerem Tragen (Flugzeug Langstrecke) empfanden wir die Earbuds nicht als unangenehm. Das könnte auch am neuen Belüftungskanal liegen, mit dem Sony die Zirkulation zwischen dem vom Earbud abgedichteten Innenohr und der Außenwelt verbessert hat. In jedem Fall ist der Tragekomfort sehr hoch.
Auch die Touch-sensitive Steuerung überzeugt mit hoher Präzision. Und weil die Earbuds relativ groß sind, kann man sie auch einfach umfassen, etwa um sie fester ins Ohr zu drücken, ohne, dass es dabei zu Fehleingaben kommt. Bei den kompakten Pixel Buds Pro 2 ist die Chance für unfreiwillige Eingaben höher.
Diese App kann fast alles
Die Sound Connect App ist ohne Frage ein Highlight der WF-1000XM6. Das liegt nicht unbedingt an der Oberfläche, die nach unserem Geschmack zu nüchtern und schriftbetont gestaltet ist. Es sind die vielen Features (wie 360-Grad-Audio) und Einstellungsmöglichkeiten, die in diesem Umfang kaum ein anderer Hersteller zu bieten hat. Beispiel Speak-to-Chat: Man kann es nicht einfach nur aktivieren, sondern mit der Empfindlichkeit (nur bei eigener Stimme oder auch bei fremden Stimmen, etc.) und der Dauer (wie viele Sekunden soll die Musik aussetzen) die wichtigsten Parameter anpassen. Ebenfalls sehr gut gefallen hat uns das szenenbasierte Hören, das bestimmte Kopfhörer-Einstellungen in einen Kontext mit den eigenen Aktivitäten automatisiert. Spotify soll starten, wenn man die Kopfhörer einsetzt und anfängt zu joggen? Hier kann man es einstellen.
Connectivity gut, aber nicht über dem Durchschnitt
Die Verbindungsmöglichkeiten können da nicht mithalten, sie sind zwar umfangreich, aber nicht über dem Durchschnitt. Sony setzt auf Bluetooth 5.3 inklusive stromsparendem Low Energy (LE), auch der moderne LC3-Codec wird als Bestandteil von LE unterstützt. HiRes-Audio kommt via LDAC auf die Ohren. Die AptX-Codecs von Qualcomm sind dagegen nicht dabei, auch Bluetooth Auracast haben wir vermisst. Wir gehen aber davon aus, dass Sony Auracast per Update nachreichen wird. Die XM5 wurden vor ein paar Monaten entsprechend aufgerüstet, bis der Nachfolger dran ist, scheint nur eine Frage der Zeit.
Glasklarer Sound mit spritzigem Bass
Klanglich gehören die WF-1000XM6 zu den besten In-Ears, die man aktuell kaufen kann. Der Frequenzgang wirkt im Vergleich zum Vorgänger XM5 noch etwas ausgewogener. Der Bass ist druckvoll, ohne zu dominieren, die Mitten sind präsent und unverfärbt, die Höhen ausdifferenziert und sehr natürlich. Uns sind selten In-Ears begegnet, die das ganze Spektrum so sauber herunterspielen. Kleine Randnotiz: Wenn man zwischen zwischen Normal und ANC Modus wechselt, ist der Klangunterschied minimal, aber spürbar, mit ANC ist der Grundton bauchiger.
Wer gerne mit dem Klangbild experimentiert, wird mit den XM6 ebenfalls glücklich, denn Sony erlaubt das freie Spiel am Equalizer auf 10 Bändern (!), damit kann man den Klang sehr fein anpassen.
Überragende Geräuschunterdrückung
Das herausragende ANC ist allein schon ein Kaufargument. Der XM6 erreicht eine mittlere Dämpfung von 28 dB und eine Spitzendämpfung von 35 dB, was in unserem Testlab bislang noch kein In-Ear geschafft hat. Der XM6 filtert einfach alles weg, was geht, damit erübrigt sich sogar auf einem Langstreckenflug ein Over-Ear! Das Fundament der exzellenten Dämpfung bilden die Ohraufsätze aus Memory Foam, die extrem gut abdichten: Die passive Dämpfung, also ohne ANC, beträgt bereits beeindruckende 20 dB.
Der Transparenzmodus kann da nicht mithalten, er verstärkt zwar angemessen, klingt mit einer zu hellen Abstimmung aber zu künstlich. Hier kann Sony gerne noch nachbessern.
Sehr gut zum Telefonieren geeignet
Die Sprachqualität beim Telefonieren ist besser als mit den XM5 und für In-Ear-Kopfhörer sehr gut. Hervorheben möchten wir die exzellente Sprachübertragung der Lautsprecher: Das Gegenüber wird so glasklar und deutlich von den XM6 übertragen wie bei nur wenigen In-Ears. In Senderichtung ist das nicht ganz so gut, was auch am Abstand von der Audioquelle (Mund) zu den Mikrofonen liegt. Die Geräuschunterdrückung arbeitet vor allem im Freien sehr gut, Straßenlärm und andere Nebengeräusche werden souverän herausgefiltert. Für Vieltelefonierer sind die XM6 eine sehr gute Wahl.
Akkulaufzeit: Damen hoch!
Mit einer Ladung schaffen die XM6 eine Laufzeit von 8 Stunden, das ist eine halbe Stunde länger als die XM5 und absolute Spitzenklasse. Sony spielt hier in einer Liga mit den Apple Airpods Pro 3, die ebenfalls auf 8 Stunden kommen. Die meisten Modelle schaffen zwischen 5 und 7 Stunden.
Das Ladecase kann die Earbads insgesamt dreimal aufladen, was eine Gesamtlaufzeit von 24 Stunden ergibt. Aufgeladen wird entweder über die USB-C-Buchse oder kabellos über Qi, mit Kabel dauert es 1,5 Stunden, bis 100 Prozent erreicht sind.
Fazit: Verdienter Spitzenplatz
Die neuen Top-In-Ears von Sony sind zwar sehr teuer, aber die hohe Qualität rechtfertigt den Preis. Das Design überzeugt auf Anhieb, die technische Basis ist überragend. Allein das Zusammenspiel von exzellentem Klang und rekordverdächtiger Geräuschunterdrückung ist Kaufargument genug. Aber Sony bleibt hier nicht stehen, sondern legt mit einer überdurchschnittlichen Anzahl von Einstellungen und Extras noch einen drauf. Dass die Earbuds relativ groß ausfallen und nur nach IPX4 wasserfest sind, sehen wir als verkraftbar an. Das gilt auch für den zu hell klingenden Transparenzmodus, der hoffentlich bald ein Update bekommt. Die WF-1000XM6 schieben sich verdient auf Platz 1 in unserer Bestenliste und für die Konkurrenz wird es nicht einfach sein, sie da herunter zu stoßen.
Sony WF-1000XM6 technische Daten und Messergebnisse
| Kategorie | Sony WF-1000XM6 |
|---|---|
| Preis (Euro): | 299 |
| GRÖßE UND GEWICHT | |
| Abmessungen Ladeschale (L x B x H in mm): | 62 x 41 x 27 |
| Gewicht Kopfhörer (Paar)/Ladeschale (Gramm): | 13/59 |
| CONNECTIVITY | |
| Bluetooth/Multipoint-Anbindung: | 5.3/+ |
| Audio-Codecs: | SBC/AAC/LDAC |
| MESSWERTE | |
| Ausdauer (h:mm): | 8:00 |
| max. Lautstärke (dB): | 107 |
| mittlere Dämpfung ohne ANC (dB)/mit ANC (dB): | 20/28 |
| mittlere Dämpfung Voice Through (dB): | 0 |
| SPRACHQUALITÄT TELEFONIE (Senden/Empfangen) | |
| Klang (MOS/max. 5): | 2.3/3.5 |
| Geräuschunterdrückung Straße (MOS/max. 5): | 2.9 |
| Geräuschunterdrückung Kneipe (MOS/max. 5): | 2.0 |
Sony WF-1000XM6 Testergebnisse
| Sony WF-1000XM6 | Testergebnisse und Punkte |
|---|---|
| Ausdauer (85) | 85 (überragend) |
| Ausstattung (125) | 121 (überragend) |
| Connectivity (10) | 8 (gut) |
| Bedienung und Funktion (70) | 68 (überragend) |
| Smartphone-App & Einstellungen (30) | 30 (überragend) |
| Lieferumfang (15) | 15 (überragend) |
| Handhabung (75) | 69 (sehr gut) |
| Handlichkeit (50) | 45 (sehr gut) |
| Tragekomfort | sehr gut |
| Halt im Ohr | sehr gut |
| Verarbeitungsqualität (25) | 24 (überragend) |
| Messwerte (215) | 196 (sehr gut) |
| max. Lautstärke (30) | 27 (sehr gut) |
| Geräuschdämpfung (50) | 50 (überragend) |
| Dämpfung Voice Through (10) | 10 (überragend) |
| Frequenzgang und Verzerrungen (8) | 6 (gut) |
| Klangurteil (95) | 88 (sehr gut) |
| connect-Urteil max. 500 | sehr gut (471) |
