Testbericht

AvMap Motivo

28.9.2007 von Redaktion connect und Wolfgang Bauernfeind

Ein großes 4,3-Zoll-Display, einen Medienplayer, eine außergewöhnliche Optik in Blau-Silber - das alles gibt's beim italienischen AvMap Motivo für nur 250 Euro. Eine echte Kampfansage in Sachen Preis.

ca. 3:10 Min
Testbericht
  1. AvMap Motivo
  2. Datenblatt
  3. Wertung
AvMap Motivo
AvMap Motivo
© Archiv

Der italienische Hersteller AvMap macht Ernst: Waren Navis mit 4,3-Zoll-Displays bisher unter 350 Euro nicht zu haben, so bieten die Mannen aus der Toskana ihren auffallende Newcomer in der hier gesteteten DACH-Version für gerade einmal 250 Euro an. Die Europa-Variante kostet nur 50 Euro mehr. Ein verlockendes Angebot, denn man bekommt nicht nur einen mit Breitbildlotsen, sondern auch einen MP3- und Videoplayer plus Bildbetrachter. Außer einem Bluetooth-Freisprecher sind alle Trendfeatures an Bord.

Wer zudem auf extravagante Optik steht, der dürfte am AVMap Motivo Gefallen finden: Babyblau kombiniert mit Silber sieht man nicht alle Tage. Trotz dieses typisch italienischen Looks ist das Gehäuse robust und beherbergt einen SD-Kartenschacht, USB-, Strom- und Kopfhöreranschlüsss sowie Lautstärkeregler und Eingabestift. Die Halterung ist allerdings relativ kurz, trotz ihres Kugelgelenks nur mäßig flexibel und wenig stabil.

Menü in Bonbon-Optik

Hauptmenü
Der Platz im Hauptmenü könnte besser genutzt werden.
© Archiv

Das originelle Styling setzt sich im Menü fort, deren Blautöne sich mit dem hellen Blau der Schale schon etwas beißt. Das Hauptmenü enthält neben der Zieleingabe und den Routenfunktionen Optionen für den Bildschirm und die Lautstärke - diese hätte man eher im Einstellmenü vermutet. Dort taucht das Display auch tatsächlich wieder auf - eine Logik, die nicht ganz nachvollziehbar ist. Unverständlich bleibt auch, warum man aus den Einstellungen nicht mehr ins normale Menü kommt, sondern den Umweg über die Kartenansicht nehmen muss. Der Rest ist relativ klar gegliedert, mit Bildern versehen und meistens eindeutig beschriftet.

Allerdings reagieren einige Buttons recht eigenwillig auf Eingaben - mal gar nicht und mal übertrieben stark. Dazu sind viele Flächen für die Bedienung unterwegs etwas klein geraten. Dieser Makel wäre auf einem derartig großen Display vermeidbar gewesen. Dafür macht die Zieleingabe mit ihrer Buchstabenausblendung und der Vorselektion der Orte einen sehr guten Eindruck. Routen mit mehreren Etappen zu planen oder schnell ein Favoritenziel anzulegen, ist hier aber keine leichte Aufgabe.

Ähnlich wie im Menü geht's in der Kartenansicht zu: Auch hier versammeln sich alle Grundfarben zu einer wilden Orgie. So findet sich Blau in allen Schattierungen in den Buttons und Infobalken. Ein Element am linken Displayrand gibt Auskunft über Geschwindigkeit, Zeit und Entfernung zum Ziel. Die Buttons zum Zoomen sind etwas klein geraten und reagieren nicht immer auf Anhieb.

Überfrachtete Kartenansicht

Karten-Ansicht
Die 3-D-Kartenansicht ähnelt einem Videospiel aus der 16-Bit-Ära.
© Archiv

Zwei Welten bilden die 2-D- und die 3-D-Ansicht: Bei Ersterer ist die virtuelle Kamera definitiv zu weit vom Fahrzeug entfernt, um eine gute Übersicht zu liefern. Wenigstens wird das Display gut ausgenutzt. Im 3-D-Modus ist dies nicht der Fall: Knapp zwei Zentimeter gehen allein für den "Himmel" drauf - ein breiter lila Balken (siehe Bilder). Die Straßennamen werden derweil in Kleinstschrift an den unteren Bildschirmrand gequetscht. Für die Karte bleibt nur noch ein schmaler Streifen übrig. Dieser wird zugepflastert mit dicken grünen, orangefarbenen, gelben und rosa Straßen sowie überdimensionalen roten Abbiegepfeilen. POIs sollte man, zumindest in Städten, tunlichst ausblenden, sonst regnet es geradezu Symbole - und die Übersichtlichkeit ist komplett dahin.

Durchwachsene Routenführung

Dabei gelingt die Routenwahl in vielen Fällen gut, komplett überzeugen kann sie freilich nicht. So lotste der elektronische Pfadfinder auf einer schnellen Route durch die City. Auf dem Weg von einem Vorort zurück ins Stadtzentrum bekamen die Tester aber für längere Zeit die schwäbische Flora zu Gesicht: Eine etwa fünf Kilometer lange, tempobeschränkte und schmale Straße sollte befahren werden. Das passte absolut nicht zur gewünschten "schnellen" Route.

Turn-by-Turn-Ansicht
Eine Turn-by-Turn-Ansicht ist aufrufbar.
© Archiv

Pluspunkte bringt die akustische Routenführung, auch wenn die Stimmung der Ansagerin irgendwo zwischen genervt, gequält und gelangweilt pendelt. Die Ansagen kommen mit fast perfektem Timing, ausführlich und eindeutig. Inakzeptable Werte bietet das Motivo bei der Rechengeschwindigkeit und beim Re-Routing. 40 Sekunden von Stuttgart nach Hamburg - da ist jeder Konkurrent schneller. Innerstädtische Ziele gehen mit etwa zehn Sekunden Berechnungsdauer noch in Ordnung, aber dafür muss man vorher, etwa bei der POI-Suche, viel Geduld haben, bis eine Liste mit den Zielen in der Umgebung angezeigt wird. Das ist nicht zeitgemäß. Für einen Lichtblick sorgen die Multimedia-Funktionen: So gibt der Videoplayer sogar DivX-Filme im Vollbild-Modus wieder. Auch MP3-Player und Bildbetrachter machen ihren Job gut. Die maue Navi-Leistung können diese netten Extras aber nicht ausgleichen.

Fazit

Hätte es in den 90er-Jahren schon Plug-&-Play-Navis gegeben, das Motivo wäre ein Top-Gerät gewesen. Für heutige Verhältnisse aber ist es zu langsam und zu schlecht bedienbar.

Mehr lesen

Bestenliste

Top 10: Die besten Android-Smartphones 2020

Top 10 Smartphones - Bestenliste

Die besten Smartphones bis 300 Euro

Bestenliste

Top 10 - Die zehn besten Tablets im Test

Weiter zur Startseite  

Mehr zum Thema

Garmin Nüvi 65 LMT

Testbericht

Garmin Nüvi 65 LMT im Test

90,0%

Das Garmin Nüvi 65 LMT aus der Essential-Serie hat es trotz günstigem Preis in sich. Im Test überzeugen vor allem die Premium-TMC-Staumeldungen.

TomTom Start 60 M Europe Traffic

Testbericht

TomTom Start 60 M Europe Traffic im Test

88,0%

Das größte Tomtom aus der kleinsten Start-Serie tut sich im Test gegen die Konkurrenz schwer, da der Staudienst Tomtom Traffic fehlt.

Apple Car Connect

Car Connectivity

Apple Car Play im Hands-on-Test

Ein neuer Apple-Standard soll die Funktionen des iPhones auf das Display des Autoradios bringen. Wir haben das System an dem ersten…

Nüvi 2599 LMT-D

Navi-Testbericht

Garmin Nüvi 2599 LMT-D im Test

95,0%

Garmin Nüvi 2599 LMT-D im Test: Die 9er-Advanced-Serie bietet fast denselben Funktionsumfang wie die Navi-Topmodelle. Gibt es hier Premium-Qualität…

Bosch Nyon E-Bike

E Bike von Bosch

Bosch Nyon E-Bike-Computer im Test

Der Bosch Nyon E-Bike-Computer ist ein vernetzter Bordcomputer mit Navigation und Motor-Tuning für E-Bikes mit Bosch-Antrieb. Wir haben den…