DECT-Telefon

Gigaset S820 A im Test

9.1.2013 von Hannes Rügheimer

Bei seinem neuen Schnurlostelefon S820 A setzt Gigaset auf die Kombination von Touchscreen und Telefontastatur. Wie gut gelingt diese Verbindung?

ca. 2:30 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
Gigaset S820A
Alles virtuell: Tasten an der Basis fehlen, dafür lassen sich zusätzliche Icons auf dem Ruhe-Display platzieren.
© Gigaset

Pro

  • gute Ausdauer
  • großes Telefonbuch
  • Bluetooth-fähig
  • hohe Klangqualität und Funkleistung

Contra

  • Handgerät ist relativ schwer
  • resistiver Touchscreen ist gewöhnungsbedürftig

Touchscreens sind en vogue, spätestens seit dem Siegeszug von iPhone und Co. Und wer sich unterwegs an ein berührungsempfindliches Display gewöhnt hat, bevorzugt dies vielleicht auch zu Hause. So lautete wohl die Überlegung der Firma Gigaset, deren Topmodell SL910 A smartphonemäßig auf alleinige Touchbedienung setzt.

Doch gibt es Unterschiede zwischen einem Internet-Mediaplayer-Mobiltelefon für unterwegs und einem Schnurlostelefon für die ausschließlich heimische Nutzung. Für Letztere bevorzugen viele Anwender doch eine klassische Zehnertastatur. Dies hörte auch Gigaset von seinen Kunden und versucht nun beim Modell S820 den Spagat - beziehungsweise die Verbindung des Besten aus zwei Welten: Touchscreen plus konventionelle Tastatur.

Modellvarianten für jeden Bedarf

Zum connect-Test ist das Modell S820 A mit integriertem Anrufbeantworter für 140 Euro angetreten. Daneben gibt es die Version S820 ohne A wie Anrufbeantworter (120 Euro) sowie das Mobilteil mit Ladeschale solo (ebenfalls 120 Euro), das sich an anderen Gigaset-Basisstationen anmelden lässt - auch an solchen mit VoIP- und/oder ISDNUnterstützung. In der getesteten Kombination mit eigener Basis fürs Analognetz unterstützt das Gerät keine HD-Telefonie, im Zusammenspiel mit einer entsprechend ausgerüsteten Basis schon.

Testsiegel connect sehr gut
Testsiegel
© WEKA Media Publishing GmbH

Bereits beim ersten Kontakt fällt auf, dass das Handgerät recht voluminös und mit 148 Gramm auch nicht gerade leicht geraten ist. In der etwas wuchtigen Ausbuchtung hinten unten finden zwei Standard- NiMH-Zellen im AA-Format Platz, die zusammen 2600 Milliamperestunden liefern und damit sehr gute 19,5 Stunden Gesprächszeit und mindestens (mit Voll-Eco-Mode) 122,5 Stunden Standby erreichen. Trotz der ausladenden Maße lässt sich das gut ausbalancierte Mobilteil bequem in der Hand halten.

Etwas zäh gestaltet sich aber der Erstkontakt von smartphoneverwöhnten Anwendern (und Testern) mit dem berührungsempfindlichen Display. Aus Kostengründen verbaut Gigaset einen resistiven Touchscreen. Mit anderen Worten: der Bildschirm reagiert auf Druck. Zwar braucht es nicht übermäßig viel davon, aber eben mehr, als man es intuitiv einem Display zumuten möchte. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen.

Touchscreen mit Hindernissen

Das Bedienkonzept verlässt sich voll auf die Touchbedienung. Im Hauptmenü, das man mit einem Druck auf den zwischen Wähl- und Auflegetaste positionierten Menüknopf erreicht, sind alle Funktionen in Form von neun Icons aufgereiht. Aus tieferen Menüebenen zurück führt eine im Touchscreen angezeigte Back- Schaltfläche. Solange sich Funktionen per Fingertipp erreichen lassen, klappt das gut. Muss man - wie im Telefonbuch oder im etwas volleren Einstellungsmenü - scrollen, wird es ungleich schwieriger, den erforderlichen Nachdruck mit dem Finger aufrechtzuerhalten.

Screenshots
Das Gigaset-typische 3x3-Icon-Menü präsentiert sich in einer touch-optimierten Variante. Im Einstellungsmenü warten sogar 14 Icons, was etwas hakeliges Scrollen erfordert.
© Weka/ Archiv

Das ist auch der Hauptkritikpunkt am S820 (A). Sein Funktionsumfang entspricht der Gigaset- Oberklasse und lässt vom bis zu 500 Einträge fassenden Telefonbuch über Bluetooth-Verbindung zu Headsets oder dem Computer bis hin zur CLIP-Funktion mit Anruferfotos kaum etwas vermissen. Auffällig ist nur, dass das Mobilteil bei Anmeldung an eine Basis vom Typ DX800 A mit den von dort angebotenen Internetfunktionen wie Wetteranzeige oder E-Mail nichts anfangen mag - zumindest mit dem getesteten Softwarestand. Ohnehin keine gute Idee wäre es, das Mobilteil an einer fremden DECT-Basis - etwa einer Fritzbox - anzumelden. Denn dann schrumpft das pralle Funktionsangebot auf eine magere Basisausstattung

Im Messlabor lieferte das Gigaset eine überzeugende Vorstellung ab - Klangqualität, Funkleistung und Ausdauer liegen auf hohem Niveau. So setzt sich das S820 A knapp an die Spitze der connect-Bestenliste. Wie viel überzeugender wäre dieses Telefon wohl geworden, hätte es einen kapazitiven, also berührungsempfindlichen Touchscreen an Bord!

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