Testbericht

Kompaktlautsprecher Isophon Odessa

6.9.2009 von Redaktion connect und Wolfram Eifert

Die Isophon Odessa (8000 Euro das Paar) gefällt mit einer glockenklaren und neutralen Spielweise, die gut zu dröhngefährdeten Räumen passt. Nur der ihr zugedachte Boxenständer ist klanglich nicht optimal, weil zu wenig stabil.

ca. 1:35 Min
Testbericht
  1. Kompaktlautsprecher Isophon Odessa
  2. Datenblatt
Kompaktlautsprecher Isophon Audessa
Kompaktlautsprecher Isophon Audessa
© Archiv
Kompaktlautsprecher Isophon Audessa
Das neue Keramikchassis zeigt ein riesiges Magnetsystem und eine sehr große Bautiefe. Das fest montierte Schutzgitter ist Teil der klanglichen Abstimmung.
© Julian Bauer

Ein echter Leckerbissen für die Freunde sehr kompakter High-End-Lautsprecher kommt von Isophon: Mit einer Gehäusebreite von gerade mal 19 Zentimeter zählt die Odessa zu den besonders zierlichen Vertretern ihrer Gattung. Optisch und technisch ähnelt sie der als Standbox konzipierten, in allen Dimensionen deutlich größeren Vescova, deren erster Auftritt in stereoplay 8/2008 den Testern noch in bester Erinnerung ist und die sich seither verkauft wie geschnitten Brot.

Wie ihr großes Vorbild nutzt die Odessa zwei aus Sicherheitsgründen gitterbewehrte Konustreiber mit extrem steifen, aber bruchempfindlichen Keramikmembranen und eine aus demselben Material gefertigte Hochtonkalotte mit inverser, sprich nach innen gewölbter Membran.

Kompaktlautsprecher Isophon Audessa
Das zuschaltbare Ortsfilter (Pfeil) korrigiert den Basspegel bei wandnaher Aufstellung.
© Julian Bauer

Der Hochtöner entspricht dem der größeren Schwester, die Konustreiber aber sind jeweils zwei Zentimeter kleiner. Ungleich gravierender ist der Unterschied beim Innenvolumen. Hier macht sich sowohl der fehlende untere Gehäuseteil bemerkbar als auch die geringere Breite und Tiefe. Spürbar wird dies vor allem im Tiefbass, wo die Odessa mit einer Übertragungsgrenze von 64 Hertz (Vescova: 38 Hertz) den kürzeren zieht. Dafür liegen die Lautstärkereserven der Kleinen um rund zwei Dezibel höher...

Diese etwas höhere Pegelausbeute liegt auch am Zusammenspiel der Chassis mit einer branchenunüblich komplexen Frequenzweiche, die die Tieftöner nicht nur obenherum zähmt, sondern auch im Ultratiefbass, um sie vor unsinnigen Frequenzen zu schützen. Mehr dazu im Kasten nebenan.

Kompaktlautsprecher Isophon Audessa
Das in unterschiedlichsten Farben und Furnieren lieferbare Gehäuse verjüngt sich der Stabilität wegen nach hinten. Sockel (aus Granit) und Box lassen die gleiche Grundform erkennen.
© Julian Bauer

Turnvater Jahn hätte am Hörtest der Odessa seine wahre Freude gehabt: Sein viel zitiertes Motto "Frisch, fromm, fröhlich, frei" passt bei der smarten Kleinbox wie die Faust aufs Auge. So kernig und anspringend entfachte die Odessa flirrende Gitarren-Feuerwerke a la Pepe Romeo, so glockenrein klar zauberte sie die Stimme von Anna Netrebko ("La Traviata", DG) in den Hörraum.

Diese glasklare und beseelte Wiedergabe aller Bereiche zieht sich wie ein roter Faden durch das Klangbild der Isophon: Ihre Durchhörbarkeit schneller Bassfolgen, der äußerst exakte Grundton und ihre räumliche Genauigkeit verzückten die Tester nachhaltig.

Natürlich setzt die Physik solch kleinen Schallwandlern Grenzen: Die ganzheitliche Wucht und Würde ihrer größeren Schwester (wie auch der Magico oder der Vienna) erreichte sie nur mit Mühe. Für Freunde impulsiver Präzision und Abbildungsgenauigkeit auf engstem Raum dürfte es jedoch - wenn es nicht ohrenbetäubend laut zugehen muss -  zur Odessa nur ganz wenige Alternativen geben.

Isophon Odessa

Isophon Odessa
Hersteller Isophon
Preis 8000.00 €
Wertung 57.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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