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Testbericht

Lautsprecher ASW Genius 510

Bei ASW gibt es richtig viel Lautsprecher fürs Geld. Die Genius 510 (5500 Euro pro Paar) baut auf Top-Chassis und -Materialien. Da kann der Klang nur brillant sein.

Inhalt
  1. Lautsprecher ASW Genius 510
  2. Datenblatt

© Julian Bauer

ASW Genius 510

Mann, ist das ein Kaliber. Mehr als einen Meter über dem Fußboden, wo die meisten Standboxen längst zu Ende sind, prangt bei der Genius 510 einer von zwei Tieftönern mit Holzfasermembranen im wuchtigen 8-Zoll-Format.

© Archiv

Dank großzügigem Einsatz von Neodym sind die Magnetsysteme der Tieftöner deutlich kompakter als gewohnt.

Die Korbdurchmesser sind noch etwas größer, wie überhaupt an der von ASW im westfälischen Ahaus gefertigten Säule viele Elemente großzügiger dimensionert wurden, als es Audiophile in der Klasse um 5000 Euro gewohnt sind. Die betont üppige Bauhöhe ist nur der auffälligste Aspekt.

© Julian Bauer

Das Terminal an der Rückseite verträgt Kabelschuhe und Bananenstecker.

Die lange Schallwand bietet reichlich Platz für Chassis, den der Hersteller vortrefflich zu nutzen weiß. Nicht nur die Bassabteilung ist doppelt besetzt, auch die mittleren Lagen werden von zwei ebenfalls mit Holzfaser-Membranen bestückten Treibern gemanagt, die ihre Kräfte addieren.

So entsteht eine vertikal sehr ausgedehnte Schallquelle, die bei den im Mittenbereich üblichen Wellenlängen zu einer deutlichen Schallbündelung führt. Fußboden und Zimmerdecke werden weniger intensiv beschallt - was auch weniger Reflexionen von diesen Flächen zur Folge hat.

© stereoplay

Frequenzgang & Impedanzverlauf: Hoher Wirkungsgrad, aber nicht ganz ausgewogen mit deutlicher Divergenz vertikal; Impedanzmin. 2,6Ω

Damit steht am Hörplatz mehr Direktschall zur Verfügung. Die Box klingt trockener und kann größere Entfernungen überbrücken, ohne dass der Klang abflacht. Dazwischen sitzt ein Hochtöner mit hochfester Keramikmembran, ziemlich genau auf Ohrhöhe.

© stereoplay

Pegel- & Klirrverlauf: Extrem geringer Klirr in den Mitten; keine Kompression, auch im Bass

Die Chassis stammen aus dem Tymphany-Firmenverbund, zu dem auch Peerless und Scan-Speak zählen. Es handelt sich um sehr moderne Konstruktionen, durchweg ausgestattet mit Magnetsystemen aus dem Seltene-Erden-Werkstoff Neodym, dessen Kompaktheit besonders strömungsgünstige Aufbauten ermöglicht. Bemerkbar macht sich dies bei den Tieftönern, deren Schwingsystem ungewöhnlich weit in die Tiefe ragt und mühelos größte Auslenkungen vollführen kann. Das bleibt nicht folgenlos.Laut, lässig, locker

Bei Bedarf werden gigantische Maximalpegel erreicht, bis zu 116 Dezibel. Kleinere dreistellige Werte, bei denen filigraner gebaute Boxen oftmals bereits husten und quaken, absolviert die Genius fast im Leerlauf. Ein einsames Watt Verstärkerleistung genügt für einen Schallpegel von satten 88 Dezibel. Das sind Verhältnisse fast wie bei Hörnern. Hier deklassiert die ASW viele Wettbewerber, auch solche mit ähnlich üppigen Formen.

© stereoplay

stereoplay Bedarfsprofil: Benötigt für HiFi-gerechte Pegel Verstärker ab 22 Watt an 3 Ohm

Bezüglich Verarbeitung befinden sich die Westfalen in einer Art Pole-Position, weil sie ihre Gehäuse selbst herstellen und so eine gigantische Oberflächenvielfalt anbieten können. Zahlreiche Hölzer und Lacke sind im Programm, die auf Wunsch auch hochglänzend veredelt werden. Sogar Sonderausführungen nach Kundenvorgabe werden hergestellt.

Vom Klangcharakter her verträgt sich die ASW am besten mit tendenziell eher satt und samtig klingenden Verstärkern, denn die Box selbst ist von der agilen und temperamentvollen Sorte, die bei zu hoch gewählter Abhörlautstärke und hell abgemischten Platten durchaus mal kantig tönen kann.

Konzeptionell bedingt klingt die Genius 510 bei kurzen Hörentfernungen etwas kühler, dafür jenseits der Drei-Meter-Marke umso harmonischer. Bereits mit relativ zarten Verstärkern der 500-Euro-Liga gelingen ihr kraftvoll-zupackende Klangbilder. Mit richtig starken Amps und vorzugsweise großorchestraler Musik bringt sie ein Leben in die Hütte, bei dem kein Auge trocken bleibt.

Läuft zum Beispiel das rockig-tragende "Beyond" des schwedischen Gitarristen Peder af Ugglas, dann geht die große ASW mit mörderisch massiven Bässen und unbeirrbarer Transparenz so richtig zur Sache.

Wer gerne öfter mal Gas gibt und keinen zu kleinen Raum nutzt, findet in der Genius 510 den idealen Spielpartner.

ASW Genius 510

ASW Genius 510
Hersteller ASW
Preis 5500.00 €
Wertung 59.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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