Testbericht

Test: Standlautsprecher ASW Genius 310

21.6.2011 von Wolfram Eifert

Viel Wert auf Optik legt ASW bei seiner Genius 310 innen wie außen. Dabei gewinnt auch der Klang.

ca. 2:00 Min
Testbericht
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  1. Test: Standlautsprecher ASW Genius 310
  2. Datenblatt
ASW Genius 310
ASW Genius 310
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Der Trend, dass HiFi-Komponenten immer raffinierter verarbeitet werden, ist nicht neu. Der Vredener Boxenhersteller ASW gilt hier längst als Pionier. Er scheint die Thematik mit seiner ASW Genius 310 jetzt aber noch weiter voranzutreiben, ohne dafür einen Aufschlag zu verlangen.

ASW Genius 310
Das schlanke Magnetsystem lenkt den Blick auf die Zentrierspinne.
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Die nicht ganz einen Meter hohe Säule ist an den Seiten und im Deckelbereich elegant gerundet. Selbst die Chassis sehen aus, als seien sie von einem Designer auf visuelle Attraktivität getrimmt.

ASW spendiert sowohl den beiden 15 Zentimeter großen Tiefmitteltönern als auch der Hochtonkalotte Magnetsysteme aus dem Seltene-Erden-Werkstoff Neodym. Diese Teile beanspruchen weniger Raum für sich und erlauben so eine offene und strömungsgünstige Gestaltung der Schwingsysteme.

ASW Genius 310
Dem Hochtöner der Genius 310 genügt eine sehr kompakte Montageplatte.
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Bemerkbar macht sich dies vor allem bei den Konustreibern, die rückseitig deutlich schlanker geformt sind, als dies mit konventionellen Ferritmagneten möglich wäre. Da zusätzlich offen gestaltete Körbe zum Einsatz kommen, kann die Luft freier als gewohnt zirkulieren. Die Membranen sind mit Holzfasern verstärkt; ein Trick, mit dem auch andere Hersteller beste Ergebnisse erzielen.

Die Hochtonkalotte ist keramikbeschichtet und schwingt in einer ungewöhnlich breiten, stark dämpfenden Sicke. Als akustisch neutraler Schutz dienen zwei formschöne Bügel, die Angriffe durch Kinderhände und Hundepfoten nicht hundertprozentig, aber doch relativ zuverlässig abwehren.

ASW Genius 310
Luftspulen ohne klirrträchtige Ferritkerne sowie hochwertige Folienkondensatoren sichern eine klangtreue Verzweigung. Ein Teil der Bauteile optimiert das Lastverhalten.
© Archiv

Kontrolliert wird das Trio von einer aufwendigen Weiche mit zweigweise unterschiedlichen Flankensteilheiten und einer Linearisierung im Mittelton. Der übliche Impedanzanstieg im Bereich der Übernahmefrequenzen lässt sich hierdurch vermeiden, die Last aus Sicht des Verstärkers gerät deutlich pflegeleichter.

ASW Genius 310
Sehr ausgewogen mit tadellosem Abstrahlverhalten, gutmütiger Impedanzverlauf bei minimal 3,1 Ohm
© stereoplay

Sehr ungewöhnlich nicht nur in dieser Klasse ist die große Farbauswahl, die ASW anbieten kann, weil die Firma aus dem Münsterland die Gehäuse selbst herstellt. Immerhin 16 Lackfarben und Holzoberflächen sind verfügbar, auch solche mit einer zusätzlichen Schicht Klarlack auf dem Furnier.

Sogar Sonderwünsche werden erfüllt. Dank "Made in Germany" muss der Kunde auf diese Varianten nicht mal sonderlich lange warten.

Die gediegene Verarbeitung, die große Farbvielfalt und das haptisch ungemein solide Bi-Wiring-Terminal verhelfen der Genius 310 zu einer sehr hohen Punktezahl im Bereich "Wertigkeit".

ASW Genius 310
Besonders in den Mitten wenig Klirr, keine nennenswerte Kompression
© stereoplay

Bei aller Schönheit ist die ASW aber kein Blender, im Gegenteil. Die Schalldruckkurven verlaufen vorbildlich gerade, es gibt weder Übertreibungen im Bass noch unfeine Peaks in den Höhen. Am unteren Ende des Spektrums werden immerhin 43 Hertz erzielt, ein sehr guter Wert für eine so zierliche Box. Auch das Klirrverhalten kann sich sehen lassen.

Tatsächlich gefällt die Säule mit gut konturiertem sowie lebensechtem Bass und Grundton - was bei einer derart schlanken Box positiv überrascht. Stimmliche Feinheiten, wie sie Mozarts "Zauberflöte" in Hülle und Fülle bietet, werden deutlich herausgearbeitet, ohne dass es zu tonalen Übertreibungen käme oder der Klang ins Lästige kippen würde. Die Abstimmung wirkt gut austariert. Auch sensible Hörer können die rassige Optik ohne Reue genießen.

ASW Genius 310

ASW Genius 310
Hersteller ASW
Preis 2200.00 €
Wertung 54.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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