Testbericht

Marantz SR-4002

13.3.2008 von Redaktion connect und Bernhard Rietschel

Kann der neue SR-4002 seinen Vorgänger SR-4001 übertrumpfen?

ca. 2:00 Min
Testbericht
  1. Marantz SR-4002
  2. Datenblatt
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© Archiv

Marantz-Fans und Denon-Freunde, die sich Sorgen um die Identität ihrer Lieblingsmarke gemacht haben, können aufatmen: Auch im sechsten Jahr nach der Fusion der beiden Firmen unter dem gemeinsamen Dach D_&_M Holdings muss man schon tief graben, um gemeinsame technische Wurzeln zu entdecken.

Ausstattung

50 Euro ist der Marantz SR-4002 laut Preisliste günstiger als der Denon AVR-1908. Ein eher symbolischer Nachlass angesichts des recht deutlichen Rückstands des Marantz in Sachen Ausstattung. So fehlt dem SR-4002 die Fähigkeit, aus analogen Videosignalen digitale zu machen. In der Praxis wird man vom Marantz daher nicht eines, sondern zwei Videokabel zum Fernseher legen müssen: eine HDMI-Verbindung für High-Definition-Geräte wie Blu-ray, Playstation 3 oder HDTV-Empfänger - und ein Komponentenkabel für alles andere. Schon diese Extra-Leitung, die Denon dank eingebauter Videokonverter nicht verlangt, frisst, je nach Länge und Qualität, den Preisvorteil des Marantz locker wieder auf. 

Während die unvollständige Bild-Konvertierung lediglich Komfort kostet, kann der Verzicht der Marantz-Planer auf ein LipSync-Delay als Genussbremse wirken: Die in Groß-TVs oder Projektoren verwendeten Bildprozessoren können geringe, aber ausgesprochen störende Verzögerungen des Videosignals bewirken. Besitzt der Receiver dann keine Möglichkeit, diesen Bild-Rückstand mit einer einstellbaren Ton-Verzögerung zu kompensieren, muss man damit leben, dass etwa ein Gitarrist auf dem Bildschirm die Saite erst zupft, wenn sie akustisch bereits schwingt - oder dass die Lippenbewegungen der Darsteller nicht mehr synchron zum Film sind.

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Die Videoplatine wandelt normales und S-Video in Komponentensignale, nicht aber ins HDMI-Format.
© Foto: H.Härle

Hörtest Fimton

Die für kompakte Sub-Sat-Systeme entscheidenden Trennfrequenzen zwischen 80 und 180 Hertz bietet freilich der Marantz in feiner Stufung. An solchen Sets leuchtete die Klangabstimmung des SR-4002 auch am meisten ein: Mit betont rundem Hochton schien er schon vorab die Tatsache kompensieren zu wollen, dass gerade preiswerte Surround-Sets obenrum zur Hyperaktivität neigen. An großen Vollbereichslautsprechern wie der AUDIO-Arbeitsbox B_&_W Nautilus 801 verspürten die Tester schnell den Wunsch nach einem größeren Verstärker, da der 4002 nicht nur am oberen, sondern auch am unteren Ende des Frequenzbands etwas zu zurückhaltend spielte.

Hörtest Stereo

Der Marantz gab sich, wie schon im Surround-Hörtest, mit seinem milden, betont unspektakulären und im Bass nicht ganz so tiefreichenden Klang zu erkennen. Eine ausdrückliche Empfehlung für Hörer mit Stereo-Schwerpunkt, wie sie größere Marantz-Modelle schon häufig verdient haben, war der SR-4200 am Ende aber doch nicht.

Wer auf hintere Surround-Boxen verzichtet, kann die ungenutzten Endstufen zum Bi-Amping-Betrieb der Frontlautsprecher heranziehen -  auch beim Marantz, dessen Handbuch diesen wichtigen Punkt merkwürdigerweise verschweigt. Entsprechende Doppel-Terminals an den Lautsprechern vorausgesetzt, klang es dann in Stereo lockerer und dynamischer. Die grundsätzlichen Klang-Charaktere -fast schon zu scheu der Marantz - blieben jedoch auch dann erhalten.

Fazit

Soll es ein Marantz-Receiver sein, dann greifen Sie entweder eine Preisklasse höher zu oder zum Vorgänger SR-4001, der bei identischer Ausstattung etwas mehr Leistung un Klang bot.

Marantz SR-4002

Marantz SR-4002
Hersteller Marantz
Preis 550.00 €
Wertung 47.0 Punkte
Testverfahren 1.0

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