Testbericht

T-Mobile MDA Compact III

15.2.2007 von Florian Stein und Redaktion connect

Cleveres Konzept: Der Hersteller HTC versorgt alle vier Netzbetreiber mit ähnlichen Smartphones - bei T-Mobile heißt das aktuelle Modell MDA Compact III und entspricht technisch dem Originalprodukt HTC P3300.

ca. 2:50 Min
Testbericht
T-Mobile MDA Compact III
T-Mobile MDA Compact III
© Archiv

Bei T-Mobile heißen sie MDA, bei Vodfone VPA,  E-Plus und O2 verkaufen sie unter wieder anderen Namen - aber die cleveren Windows-Mobile-Smartphones der Netzanbieter unterscheiden sich weniger, als Laien vermuten würden. Denn all die Smartphones kommen von ein und demselben taiwanesischen Hersteller namens HTC.   

Ausstattung

 

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Zum Kugeln: Das erstaunlich gut zu bedienende Kügelchen ersetzt beim MDA den Navi-Key.
© Archiv

Das T-Mobile-Phone hat einen GPS-Empfänger, ein eingebautes Radio und lässt sich mit einem pfiffigem Trackball und zugehörigem Trackwheel steuern. Als Betriebsystem kommt Windows Mobile 5.0 zum Einsatz - damit kommuniziert der MDA via ActivSync perfekt mit Outlook. E-Mails, Kontakte und Notizen werden klaglos synchronisiert, allerdings dauert dieser Vorgang recht lange. Das Testssystem hielt den Probanden mit rund 1000 E-Mails sowie etlichen Kontakten, Notizen und Terminen ordentlich in Atem: Rund elf Minuten dauerte die Synchronisation via USB-Kabel. Das mag auch den mit 200 MHz nicht gerade blitzschnellen OMAP-850-Prozessoren geschuldet sein. >>Kurz mal syncen<< geht also nur bei einer überschaubaren Anzahl von Elementen.

Andererseits ist eben diese problemlose Synchronisation für das Gros der Business-User, das auf dem Bürorechner Windows verwendet, auf jeden Fall ein Argument zugunsten solcher Windows-Mobile-Phones. Mac-Nutzer schauen bei der Ab-Werk-Version in die Röhre, können sich aber mit Programmen wie Missing Sync oder Pocket Mac behelfen. Wie es sich für Microsoft gehört, sind auch Office-Dokumente auf den PDA-Phones lesbar; Word- und Excel-Dateien können zudem auch bearbeitet werden.

Früher keine Selbstverständlichkeit, hat der MDA auch einen PDF-Reader an Bord. Ein weiterer Vorteil ist die praktisch unerschöpfliche Fülle an optionaler Software von Drittanbietern. 

Gebremste Datenübertragng

Das Smartphone verzichtet auf die schnelle Datenübertragung via UMTS/HSDPA; der MDA verlässt sich ganz auf GPRS und EDGE. Da T-Mobile als einziger deutscher Netzbetreiber sein Handynetz zurzeit konsequent mit EDGE-fähigen Basisstationen aufbohrt, ist das durchaus praktikabel, denn EDGE macht im Alltag Datenraten von rund 200 KBit/s möglich. Für den Datenversand auf Kurzstrecken beherrscht der MDA obendrein Bluetooth. 

Navigation eingebaut

Obendrein hat der MDA Compact III einen integrierten GPS-Empfänger, der bestens mit der Windows-Plattform harmoniert: So gut wie jeder Navisoftware-Anbieter hat für Windows Mobile ein Orientierungsprogramm im Angebot, das mittels einsteckbarer Micro-SD-Speicherkarte auf dem MDA genutzt werden kann. Alternativ bietet T-Mobile eine hauseigene Navilösung namens NaviGate an.

Dieses Offboard-Navigationssystem speichert keine Karten im Gerät, sondern holt sich die Routendaten über das T-Mobile-Netz. Pro Route werden dabei 99 Cent inklusive Datenübertragung fällig, eine Routen-Flatrate schlägt mit 9,99 Euro im Monat zu Buche. Allerdings ist der Funktionsumfang bescheiden und die Route wird wegen fehlender Kartendaten nur mit Pfeilen dargestellt. 

Bedienung mal anders

Ein Highlight bietet die Steuerung des MDA: Man kontrolliert ihn über einen von einem Scrollrad umgebenen Trackball. Das bei Benutzung blau leuchtende Kügelchen erlaubt die Navigation in horizontaler wie vertikaler Richtung und lässt sich auch drücken, um eine Funktion zu aktivieren. Ebenfalls ungewöhnlich ist das Scrollrad, das zunächst allerdings ein wenig Eingewöhnung erfordert. Schon nach kurzer Zeit entpuppt sich diese neue  Art der Menü-Navigation aber als außerordentlich flink und treffsicher.

Weniger praktisch ist das Versteck der Speicherkarte, die unter der SIM-Karte sitzt, welche sich wiederum unter dem Akku befindet. Das macht den Wechsel zu einer argen Fummelei, nach der das Gerät zudem neu booten muss, was knapp eine Minute in Anspruch nimmt. Überhaupt kommt der MDA mit seinen Reaktionen nicht immer dem Tipptempo eines versierten Nutzers hinterher, was ungeduldige Naturen bisweilen ärgern dürfte. 

Gemischte Messwerte

Wie viele andere PDA-Phones schneidet auch der MDA im Labortest eher mäßig ab. Hätte Palm mit den Treos 650 und 680 nicht bewiesen, dass es durchaus besser geht, müsste connect wohl an seinem Testverfahren zweifeln. Aber so bleibt wieder einmal nur der Schluss: Die Sende- und Empfangsqualität des GSM-Moduls bietet noch Raum für Optimierungen. Mit seinen Ausdauerwerten kann der MDA dafür aber ähnlich überzeugenund wie mit der genialen Handhabung.

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