Testbericht

Vodafone TV im Test

Das Konzept ist clever - wer noch eine Satellitenschüssel auf dem Dach hat, kann über die Vodafone-Set-Top-Box, das TV Center 1000, auch DVB-S-Signale empfangen; das gilt ebenso für analoges Kabelfernsehen. Je nach zur Verfügung stehender Bandbreite wechselt die Box auf die jeweils optimale Empfangsart. So kommt es, dass Vodafone sein IPTV-Angebot auch für DSL-Anschlüsse ab 6 Mbit/s anbieten kann. Dennoch bleibt für den connect-Test der wohl häufigere Anwendungsfall im Fokus, der dem Gedanken des Triple Play folgend voll und ganz auf IPTV setzt.

Viel inklusive für wenig Geld

Mit Vodafone TV bekommt man von Anfang an ein umfangreiches Senderangebot mit 18 HD-Kanälen. Auf die Bundesliga muss man allerdings verzichten - möglicherweise auch nach 2013, denn Vodafone hat sich bereits aus dem Bieterwettbewerb zurückgezogen. Allerdings will man im Anschluss an die Vergabe mit den Rechte-Inhabern über eine Zusammenarbeit verhandeln. Deutlich einfacher dürfte sich da die Befüllung der Videothek gestalten, bislang ist man allerdings deutlich schmaler ausgestattet als das Videoload-Angebot von Entertain. Im Ausbau befinden sich auch Funktionalitäten über den reinen TV-Konsum hinaus. So arbeitet Vodafone an Zugriffsmöglichkeiten auf Inhalte in der Cloud oder im Heimnetz, die dazu notwendigen Schnittstellen bringt die Box bereits jetzt mit. Apropos Box: Ihre Anschaffung ist mit rund 20 Euro abgegolten, weitere monatliche Kosten für die Hardware entstehen nicht. Da mag man es verschmerzen, dass die integrierte 320-GB-Festplatte eine etwas geringere Aufnahmekapazität als die der Telekom-Box bietet.

Schnelle Hardware, fixer Start

Bewertung

© connect

Telekom Entertain und Vodafone TV: Die Testergebnisse im Überblick.

Ob der schnellere Start von Vodafone TV allein an dem auf Linux basierten Betriebssystem liegt oder auch an den sonstigen Hardware-Komponenten, lässt sich nicht sagen. Fakt ist, dass man im Schnitt nach zwei Sekunden ein Bild hat. Zwar geriet die Schwankung wie beim Zapping größer als bei der Telekom, aber selbst im schlechtesten Fall unterbot Vodafone die Entertain-Startzeit. Für die Schwankung ist wie beim Kanalwechsel zu einem großen Teil das Fehlen von Caching-Servern verantwortlich, die den Content exklusiv übertragen. So zeigte sich auch hier eine deutlich breitere Verteilung der Umschaltzeiten zwischen den Programmen, die lediglich im besten Fall auf Entertain-Niveau liegen.

Unabhängig von der Netzseite ist dagegen der Umstand, dass bei Vodafone nach dem Umschalten zuerst der Ton erklingt, bevor das Bild zu sehen ist. Bei Entertain ist es genau umgekehrt. Da dieser Vorgang in der Box abläuft, geht er nicht in die Messung ein. Anders der Video Quality Score: Er sank bei Datenlast öfter unter den für sichtbare Störungen kritischen Wert von 4, vor allem aufgrund der höheren Paketverluste. Bei bandbreitenkritischeren HD-Signalen verstärkte sich dieser Trend, was darauf hindeutet, dass es in Sachen Priorisierung noch weiteres Optimierungspotenzial gibt. Dennoch bleibt am Ende die Erkenntnis, dass sich Vodafone in Sachen Videoqualität nicht hinter der Telekom verstecken muss.

Fazit

Mit seinem Angebot bietet Vodafone den günstigeren Einstieg in die Welt des Internetfernsehens. In Zeiten, in denen Flachbildschirme mit Full-HD-Auflösung quasi Standard sind, ist es lobenswert, dass viele HD-Sender im Basispaket enthalten sind. Zwar gibt es noch Verbesserungspotenzial auf Netzseite, wer nicht viel zappt, hat dennoch fast keine Nachteile gegenüber dem Telekom-Entertain-Angebot.

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