Kinder-Smartwatch mit Telefon, Kamera, GPS und Taschenlampe

So gut ist die Xplora XGO 2 im Praxistest

Die XGO 2 von Xplora bietet besonders viel Ausstattung für einen attraktiven Preis von unter 100 Euro. Wo ist der Haken? Das zeigen wir in unserm Praxistest.

© Hersteller

Die Xplora XGO 2 ist in Pink, Schwarz, Grün und Blau für 99 Euro erhältlich.

Pro

  • robuste Bauform
  • Taschenlampe integriert
  • gute technische Ausstattung
  • intuitive Systemoberfläche mit vielen Funktionen
  • funktionale und übersichtliche App
  • Durchdachtes Management der Kommunikation via App
  • schnelle GPS-Ortung
  • Schrittzähler mit Belohnungssystem

Contra

  • groß und schwer
  • einfaches Kunststoffdesign
  • kein abgestuftes App-Management, Taschenrechner kann nicht deaktiviert werden
  • Überschaubare Anzahl an Watchfaces
  • Trotz Kamera keine Videochats möglich
  • Akkulaufzeit maximal 1 Tag

Fazit

Die Xplora XGO 2 punktet mit einer starken technischen Ausstattung und einer sehr guten Software-Basis. Die Akkulaufzeit könnte aber etwas länger sein und das klotzige Design passt nicht zu jedem Kinderarm.
Gut

Wer auf der Suche nach einer Kinder-Smartwatch ist, wird früher oder später auf den Namen Xplora stoßen. Das 2016 in Norwegen gegründete Unternehmen hat mittlerweile mehr als 400.000 aktive Nutzer und ist einer von Europas führenden Anbietern in diesem Segment, mit eigenen Standorten in sechs Städten, unter anderem Seoul, Hamburg und Toronto. Den Kern des Portfolios bilden die beiden Smartwartches XGO 2 (99 Euro) und X5 Play (149 Euro), in diesem Test soll es um das Einsteigermodell gehen.

XGO2 auf einen Blick

Im Gegensatz zu so manchem China-Modell für 50 Euro handelt es sich bei der XGO2 um ein grundsolides Produkt mit umfassender Funktionalität und einer guten App. Dazu später mehr. Zunächst die technischen Rahmendaten.

  • Preis: 99 Euro
  • Größe und Gewicht (Korpus): 53 x 42 x 16 mm, 60 Gramm
  • Display: 1,4 Zoll, 240 x 240 Pixel
  • SoC: Spreadtrum SC9820E, Quadcore mit 1,2 GHz
  • Connectivity: 4G, 3G, 2G, WiFi 4
  • Ortung: GPS
  • Speicher: 512 MB / 4 GB
  • Akku: 700 mAh

Ziegelstein am Handgelenk

Alle Kinder-Smartwatches verbindet ein grundlegender Widerspruch: Obwohl sie für besonders schmale Handgelenke gedacht sind, sind sie größer und schwerer als die meisten Smartwatches für Erwachsene. Eine Apple Watch der neuesten Generation etwa ist nur 10,7 Millimeter dick und wiegt, abhängig von der Gehäusegröße, entweder 31 Gramm oder 37 Gramm. Das ist vor allem eine Kostenfrage: Man könnte eine XGO 2 auch kompakter bauen, aber dann würde sie mindestens 300 Euro kosten – und wie viele Eltern kaufen ihrem Kind eine so teure Smartwatch?

Kinder-Smartwatches tragen also dick auf, die XGO 2 wirkt aber im Vergleich mit anderen Modellen besonders mächtig. Dafür ist vor allem das einfache Kunststoffdesign mit den breiten Displayrändern verantwortlich, das keine Offenbarung ist. Wir empfehlen daher, die Uhr vor dem Kauf anzuprobieren, um zu schauen, ob das Kind mit dem 16 Millimeter abstehenden Klotz am Arm zurecht kommt. Das große Plastikgehäuse hat immerhin auch Vorteile: Es ist robust und zudem wasserfest, das bedeutet, dass eine Dusche oder kurze Untertaucher in Süßwasser unproblematisch sind.

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Die XGO 2trägt mit knapp 16 Millimeter dick auf. Dafür ist nicht nur eine Kamera, sondern auch eine Taschenlampe integriert.

Display

Kinder sind weniger am Design interessiert und schauen lieber, was sich auf dem Display abspielt. Die XGO 2 bietet hier solide Kost, das 1,4 Zoll große LCD ist blickwinkelstabil und leuchtstark genug, um auch im Freien Inhalte noch gut darstellen zu können, die Auflösung ist mit 240 x 240 Pixel für die Zwecke ausreichend. Wichtig: Im Gegensatz zur X5 ist bei der XGO 2 keine Schutzfolie auf dem Glas aufgeklebt.

System und Software-Features der Uhr

SoC und Speicher liefern ausreichend Leistungsreserven, um das System (ein modifiziertes Android 4.4) verzögerungsfrei abzubilden. Die Bedienung mit Wischgesten ist intuitiv und wird von Kindern sofort verstanden. Mit einem Wischer nach links gelangt man ins Hauptmenü mit Zugriff auf die vier grundlegenden Funktionen Telefon, Chat, Kamera, Foto, blättert man eine Seite weiter (Wischer nach links), dann kommen Alarm, Stoppuhr, Schrittzähler und Taschenlampe, auf der letzten Seite folgen dann der Kalender, Diktiergerät, Einstellungsmenü - und ein Taschenrechner.

Leider lässt sich der Taschenrechner nicht deaktivieren, weil es kein abgestuftes App-Management gibt. Kinder, die gerade die Grundrechenarten lernen, kommen also ständig in Versuchung, einfach den Taschenrechner zu nutzen. Wir halten das für problematisch.

Zu kritisieren ist auch die überschaubare Anzahl an Watchfaces. Es sind nur 7 installiert, und nur 3 davon haben ein analoges Zifferblatt. Das ist viel zu wenig!

Mit der Chatfunktion kann man auch Sprachnachrichten verschicken, die maximale Länge ist aber auf 15 Sekunden begrenzt. Das ist recht kurz, gerade für Kinder, die mitunter etwas länger brauchen, um auf den Punkt zu kommen. Warum Xplora diese Limitierung implementiert, ist für uns nicht nachvollziehbar. Die Kamera knipst zwar für Kinder brauchbare Schnappschüsse, lässt sich aber nicht für Videochats verwenden. Auch hier wäre mehr besser gewesen.

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Die Xplora-App mit Ortung, Sicherheitszone und Schrittzähler.

App: Oberfläche, Ortung und Features

Die App wirkt durchdacht und bildet alle wichtigen Funktionen einer Kinder-Smartwartch übersichtlich ab. Zentral ist hier die Ortungsfunktion, die man mit einem Tipp auf die Adresszeile erreicht. Xplora greift auf die Karten von Google Maps zurück, mit einem Fingertipp hat man Zugriff auf die aktuelle Position, kann sich den Bewegungsverlauf anzeigen lassen und eine Sicherheitszone definieren. Wenn das Kind diese Zone verlässt, wird man auf dem Smartphone benachrichtigt.

Besonders wichtig: Die GPS-Ortung arbeitet schnell und reibungslos. In der Regel genügen einige Sekunden, bis die aktuelle Position auf der Karte angezeigt wird.

Gut gefallen hat uns auch, dass man einen Schulmodus aktivieren kann, der die Uhr für einen definierten Zeitraum stummschaltet.

Als Administrator der Xplora-App kann man Kontakte festlegen, die das Kind mit der Smartwatch anrufen kann. Nur diese Kontakte können über die Smartwatch angerufen werden und - ganz wichtig - nur diese Kontakte werden an die Smartwatch durchgestellt. So hat man die volle Kontrolle über die Kommunikation und Telefonspam ist praktisch ausgeschlossen

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Im Goplay Store kann man gesammelte Coins in reale Produkte umtaschen.

Schrittzähler mit Belohnungssystem

Auch beim Belohnungssystem zeigt Xplora, warum man in Europa zu den führenden Anbietern von Kinder-Smartwatches gehört. Denn der integrierte Schrittzähler zeigt nicht nur die zurückgelegten Schritte an. Diese werden zusätzlich in sogenannte Xplora Coins umgerechnet (1000 Schritte = 1 Xplora Coin), die auf der eigens dafür entwickelten GoPlay-Plattform in Bildschirmzeit, Minispiele, Lerninhalte und sogar reale Produkte eingetauscht werden können. Die Kinder werden so zu mehr Bewegung animiert.

Akkulaufzeit

Die Akkulaufzeit ist so konzipiert, dass die Uhr einen Tag getragen werden kann – bei moderater Nutzung steht die Smartwatch am Abend bei 10 Prozent, bei intensiver Nutzung und mehrfachem Tracking wird es bis zum Abend hin knapp. Hier hätten wir uns etwas mehr gewünscht.

Fazit

Die Xplora XGO 2 punktet mit einer starken technischen Ausstattung für einen günstigen Preis, das Preis-Leistungsverhältnis ist sehr gut. Auch die Software-Basis gefällt, sowohl die Oberfläche auf der Uhr als auch die Verwaltung über die App sind, von wenige Ausnahmen abgesehen (Taschenrechner), gelungen. Abstriche muss man bei der Akkulaufzeit, aber vor allem bei der Optik machen. Das klotzige Design passt nicht zu jedem Kinderarm.

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