Mittelklasse-Smartphone von ZTE

ZTE Axon 11 im Test

29.6.2020 von Andreas Seeger

Dass der chinesische Netzausrüster ZTE auch Smartphones produziert, ist vor dem schwelenden Konflikt zwischen den USA und China (und im Speziellen Huawei) etwas in den Hintergrund geraten. Mit Blick auf die neue Serie Axon 11 ist das durchaus bedauerlich, wie der Test des Mittelklasse-Smartphones Axon 11 4G zeigt.

ca. 3:15 Min
Testbericht
VG Wort Pixel
ZTE Axon 11
Das ZTE Axon 11 ist ein solides Mittelklasse-Smartphone für 349 Euro.
© Hersteller
EUR 264,98
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Pro

  • moderne Optik, top Verarbeitung
  • sehr leicht, liegt gut in der Hand
  • exzellentes OLED
  • Kamera mit sehr guter Fotoqualität
  • gute Funkeigenschaften

Contra

  • Kunststoffrückseite
  • SoC nicht up to date

Fazit

Testergebnis: 396 von 500 Punkten (gut)

Das Axon 11 ist in einer 4G- und 5G-Variante erhältlich, die sich grundlegend unterscheiden: Das Axon 11 4G ist ein Mittelklasse-Modell, das 350 Euro kostet, das Axon 11 5G dagegen tendiert mit einer UVP von 599 Euro in Richtung Highend-Smartphones. Wir haben das 4G-Modell getestet.

Design und Haptik

Auffällig ist das niedrige Gewicht, mit 165 Gramm bei 6,5 Zoll Diagonale gehört das Axon 11 zu den Leichtgewichten auf dem Markt. Man spürt es kaum in der Hand, was allerdings eine zweischneidige Empfindung ist. Denn die Leichtbauweise tut der Haptik nicht gut: dass die Rückseite nur aus (nicht sehr kratzfestem) Kunststoff besteht, fühlt man eben auch.

Das Design dagegen ist sehr gelungen, die langen Seiten sind vorne und hinten ergonomisch gerundet, was dafür sorgt, dass das Phone ergonomisch gut in der Hand liegt und dass das Display bis an den Rand reicht. Eine Screen-to-Body-Ratio von 89 Prozent ist in dieser Preisklasse ungewöhnlich und sehr ansehnlich. Die Verarbeitung ist sehr gut, eine IP-Zertifizierung fehlt aber.

Der Lieferumfang gefällt mit einer transparenten Schutzhülle, einem 18-Watt-Netzteil und (mangels Klinkenbuchse) USB-C-Kopfhörern von einfacher Qualität.

Technische Daten des ZTE Axon 11

  • Preis: 349 Euro
  • Display: 6,5 Zoll OLED mit 1080 x 2340 Pixel
  • SoC: Mediatek Helio P70, 2,1 GHz, 6 GB RAM
  • Speicher: 128 GB
  • Dual-SIM oder micro-SD
  • Hauptkamera: 48 MP Weitwinkel + 8 MP Ultra-Weitwinkel + 2 MP (Makro) + 2 MP (Bokeh) 
  • Frontkamera: 20 MP
  • Connectivity: LTE CAT 7, Bluetooth 5.1, WLAN a/b/g/n/ac
  • Akku: 4000 mAh
  • System: Android 10 mit MiFavor UI
  • Biometrie: Fingerabdrucksensor+Gesichtserkennung
  • Maße und Gewicht: 159 x 73 x 8 mm, 165 Gramm

Testergebnisse im Detail

Das Display ist klar eines der Highlights, eine so gute Darstellungsqualität findet man selten in dieser Preisklasse. Die halbkreisförmige Notch für die Frontkamera empfanden wir dagegen als zu aufdringlich und nicht besonders gelungen. Hier die Ergebnisse im Überblick:

ZTE Axon 11 Blickwinkelstabilität
Das OLED bietet eine exzellente Darstellung, vor allem mit Blick auf den Preis. Die hohe Blickwinkelstabilität sorgt dafür, dass Inhalte auch aus der Schrägperspektive gut ablesbar sind, die hohe Leuchtkraft sorgt für eine gute Darstellung auch in einer hellen Umgebung. Leuchtkraft: 458 Candela (Boost 644 Candela), Kontrast bei 1 Lux: 1:9999, Kontrast bei 500 Lux: 1:1838, Kontrast bei 20 Klux (Tageslicht): 1:32, mittlerer Kontrast bei 500 Lux: 1:873
© connect

Der Fingerabdrucksensor ist im Display integriert, er reagiert schnell und bietet eine gute Erkennungsrate. Abzüge gibt es aber für den Prozessor: Mediateks Helio P70 war vor einem halben Jahr ein zeitgemäßes SoC für die Mittelklasse, wurde mittlerweile aber von moderneren Chips überholt. Das SoC bietet auch nicht die gleiche Leistung wie Qualcomms 720G, das im Redmi Note 9 Pro (300 Euro) werkelt.

Das Axon 11 reagiert dann auch etwas behäbig – die Performance geht für ein Mittelklasse-Smartphone zwar noch in Ordnung, man bekommt für 350 Euro aber bereits leistungsstärkere Phones. Die Speicherausstattung ist mit 6/128 GB dagegen preisgerecht.

Als Betriebssystem ist Android 10 mit dem ZTE-Systemaufsatz Mifavor UI installiert. Die Benutzeroberfläche ist, wie es sich für einen chinesischen Hersteller gehört, sehr umfangreich und vielseitig anpassbar. Im Testzeitraum wurde ein aktuelles Sicherheitspatch geliefert, was für einen guten Software-Support spricht. In der Vergangenheit ist ZTE allerdings nicht damit aufgefallen, also bleibt abzuwarten, ob die Chinesen regelmäßig frische Software liefern.

Die Akkulaufzeit ist mit 9:03 Stunden im guten Mittelfeld angesiedelt. Damit kommen auch Intensivnutzer noch durch den Tag. ZTE bleibt hier also im positiven Sinne unauffällig. Es gibt aber Phones in dieser Preisklasse, die deutlich länger durchhalten (z.B. das Redmi Note 9 Pro).

Die Funkeigenschaften sind in allen Netzen gut, die Sprachqualität beim Telefonieren erreicht dagegen nur die Testnote "befriedigend".

ZTE Axon 11 Kamerasystem
Das Kamerasystem beeindruckt mit vier Optiken, bietet am Ende aber nur zwei Brennweiten.
© Hersteller

Kamerasystem mit 4 Optiken

Auf der Rückseite protzt das Axon 11 mit vier Optiken, die in einem Quadrat angeordnet sind. Dahinter verstecken sich aber nur zwei Brennweiten (Ultra-Weitwinkel und Weitwinkel), ein optischer Zoom fehlt.

Die dritte Optik (2 Megapixel)  ist für Makro-Aufnahmen zuständig, die vierte Optik für Abstandsberechnungen im Bild, also für die Hintergrundunschärfe bei Porträts. Letzteres wird sauber berechnet, Makros und Ultra-Weitwinkel liefern dagegen nur eine preisgerechte Qualität, das bedeutet: Die Fotos taugen nur für Schnappschüsse.

Der Standard-Weitwinkel macht dagegen einen richtig guten Job (Bildqualität hell/dunkel: sehr gut/gut). Auch softwareseitig ist die Kamera gut aufgestellt, man kann die volle Auflösung des 48-Megapixel-Sensors ansteuern, außerdem sind diverse Extras wie Zeitlupe und Zeitraffer mit an Bord.

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Das Axon 11 beeindruckt mit einer modernen Optik und mit einem leuchtstarken OLED, das in dieser Preisklasse Seltenheitswert hat. Die Kamera bietet eine preisgerechte Ausstattung und Fotoqualität.

Das Gesamtpaket leidet aber etwas unter einem nicht mehr ganz frischen SoC, das nur eine mäßige Performance liefert, auch die Haptik leidet aufgrund des niedrigen Gewichtes und der Kunststoffrückseite.

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