Vergleichstest Kopfhörer AKG, Beyerdynamic, Bose, Creative, Grado, Koss, Panasonic, Philips, Sennheiser, Ultrasone
Per Kopfhörer kann man sich herrlich von der Umwelt isolieren und unverfälscht Musik hören. Oder sich das Gehör ruinieren: Jeder dritte Kandidat schied von vornherein aus.

Kandidaten
Beyerdynamic FX 1 (10 Euro), Beyerdynamic DTX 50 (60 Euro), Creative Zen Aurvana (100 Euro), Grado iGrado (80 Euro), Koss KSC 7 (30 Euro), Panasonic RP HJE 50 (35 Euro), Philips SHE 9600 (35 Euro), AKG K 530 (100 Euro), AKG K 601 (250 Euro), AKG K 701 (400 Euro), Grado GS 1000 (1200 Euro), Koss TD 85 (120 Euro), Panasonic RP HT 360 (30 Euro), Philips SHP 8500 (60 Euro), Philips SHP 8900 (100 Euro), Sennheiser HD 435 (60 Euro), Ultrasone Edition 9 (1500 Euro), Bose Quiet Comfort 2 (300 Euro), Bose Quiet Comfort 3 (400 Euro), Philips SHN 9500 (200 Euro).
Der Siegeszug des Apple iPod und ähnlicher mobiler Musikgeräte hat für Belebung auf dem Kopfhörermarkt gesorgt. Doch nicht nur Outdoor-Ohrstöpsel sind beliebter geworden, auch die klassischen Hörer für daheim erleben eine Renaissance, einerseits durch die multimedialen Möglichkeiten der Computer, andererseits durch das völlig von der Wohnzimmerakustik unabhängige Klangerlebnis.
stereoplay orderte 32 Modelle im Preisbereich zwischen 10 und 1500 Euro, um zu klären, welche Neuheiten empfehlenswert sind. Dass dabei 12 Kandidaten wegen ihres schrillen und unangenehmen, auf Dauer sogar gehörschädigenden Klangs schon nach kurzem Reinhören aussortiert werden mussten, verwunderte, zeigte aber, dass es selbst bei namhaften Herstellern Licht und Schatten gibt.
Bei Ohrstöpseln für Jogging und S-Bahn verändert sich der Klang massiv, je nachdem, wie der Hörer im Gehörgang sitzt. So sollte man auf jeden Fall alle mitgelieferten Passstücke ausprobieren, denn sonst klingt es sehr unausgewogen, bassarm und hell. Auch das Einführen in der Gehörgang will geübt sein, wobei die Regel gilt, dass sanfte Gewalt hilft.
Die Besonderheit dieser Spezies führte auch bei den stereoplay-Messungen zu Unterschieden gegenüber den klanglichen Ergebnissen. Denn offensichtlich kann die direkte Ankopplung im Ohr zu einem anderen Frequenzeindruck als die Messung mit Mikrofon führen.
Da hat man es einfacher mit klassischen HiFi-Muscheln, die für den Heimeinsatz gedacht sind. Hier ist aber der Tragekomfort ein entscheidender Faktor. Gewicht, Anpressdruck und Passform des Hörers fließen bei stereoplay stark in die Praxisnote ein. Ob eine HiFi-Version auch für spannungsarme mobile Player tauglich ist, kennzeichnet stereoplay mit dem Merkmal "Portable-tauglich".
Eine neuere Entwicklung sind die Varianten, die mit Elektronik aktiv Umgebungsgeräusche filtern, indem sie dazu ein phasenverkehrtes Signal erzeugen und so den Außenlärm wenigstens teilweise auslöschen. Wie effektiv dies Bose Quiet Comfort 2 und 3 sowie Philips SHN 9500 machen, überprüfte stereoplay, indem sich die Tester im Hörraum mittels Referenzanlage mit Weißem Rauschen beschallen ließen und so die Filterung beurteilten.
Der Klangtest wurde wie bei allen Probanden dann mit dem Referenz-Kopfhörerverstärker Grado RA 1 (3/02) und einem Apple iPod durchgeführt, natürlich mit unkomprimierter Musik. Ersterer deckte die Über-alles-Qualitäten auf, während der Durchgang mit dem iPod die Kompatibilität mit Geräten mit niedriger Ausgangsspannung zeigte.
Fazit
Es ist schon sehr verwunderlich, wie stark Kopfhörer klanglich streuen, auch bei namhaften Herstellern. So gab es von einigen Marken sowohl sehr gute als auch völlig indiskutable Modelle. Bei den 20 letztendlich ausgewählten Neuheiten und 6 nochmals mit getesteten Klassikern kann man unbesorgt zugreifen. Wobei sich für mobile Geräte der Beyerdynamic DTX 50 als In-Ohr-Stöpsel und der Grado iGrado als offene Nackenbügel-Variante besonders hervortaten und ein stereoplay Highlight errangen.
Was auch den günstigen Panasonic RP HT 360 und Philips SHP 8500 als geschlossenen Hörern und dem AKG K 701 als offener Heimvariante gelang. Der AKG oder gar der offene Grado GS 1000 sowie der geschlossene Ultrasone Edition 9 zeigen dann überdeutlich, wie ihre unmittelbare Musikalität selbst die allerbesten Lautsprecher distanziert.
Eine höchst sinnvolle Alternative, nicht nur für Vielreisende, stellen die mit Umgebungslärm-unterdrückender, aktiver Elektronik gesegneten Bose Quiet Comfort 2 und 3 sowie der Philips SHN 9500 dar. Denn sind sie im Flugzeug für Lärmempfindliche schon unverzichtbar, klingt vor allem der Quiet Comfort 2 höchst überzeugend und bietet auch im Zug eine entspannende Möglichkeit, angenehm Musik zu hören. Auch daheim überzeugt er mit seinem kraftvollen und lebendigen Klang.