Vergleichstest Netzwerk-Spieler: Linn Klimax DS Dynamik, Linn Akurate DS Dynamik, Linn Majik DS Dynamik

27.1.2010 von Redaktion connect

Neue Software und Netzteile sollen Linns Netzwerkplayer noch besser klingen lassen. Aber können sich solche peripheren Änderungen überhaupt auswirken?

ca. 2:55 Min
Vergleich
Vergleichstest Netzwerk-Spieler: Linn Klimax DS Dynamik, Linn Akurate DS Dynamik, Linn Majik DS Dynamik
Vergleichstest Netzwerk-Spieler: Linn Klimax DS Dynamik, Linn Akurate DS Dynamik, Linn Majik DS Dynamik
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Upgradeitis - so nennt man in audiophilen Kreisen die Sucht, in immer wiederkehrenden Schüben die heimische Anlage noch besser machen zu wollen. Upgradeologen wären dann logischerweise diejenigen, die dem Upgradeomanen aus mehr oder weniger Eigennutz immer wieder nahe legen: "Da gibt es was noch Besseres...".

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Die offene Software-Architektur erlaubt Zusatzanwendungen.
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Aber es gibt noch eine dritte Spezies: die Upgradeosophen. Menschen, die mit Leib und Seele nach gutem Klang forschen und sich mit dem von ihnen erreichten Stand der Dinge nicht zufrieden geben. Die Ingenieure der schottischen High-End-Schmiede Linn scheinen zu letzteren zu gehören. Kaum war ihnen mit der DS-Serie ein klanglicher Volltreffer gelungen, arbeiteten sie schon daran, diese nochmals zu verbessern. Das Topgerät - der Klimax DS - ist seit anderthalb Jahren unangefochten stereoplay Referenz. Besser geht's nicht.

Von wegen: "Geht nicht, gibt's nicht" muss wohl die Philosophie in Glasgow gewesen sein, denn warum sonst würden die Ingenieure von Linn jetzt mit einem Software-Update und einem Hardware-Upgrade aufwarten, die die Netzwerker klanglich nochmals besser stellen sollen? Schritt 1: die Verbesserung der Geräte-internen Software. Sie bestimmt, wie das digitale Musiksignal verarbeitet wird, bevor es zum Digitalwandler gelangt.

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Die Cara-Software ermöglicht mehr Bedienkomfort & Übersicht
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Schritt 2 war die Entwicklung eines neuen Netzteils namens "Dynamik", das klanglich ebenfalls einen Schub nach vorne bringen sollte. Versprechungen vertraut stereoplay aber grundsätzlich nicht, also war klar: Die Geräte müssen wieder auf den Prüfstand.

Dass eine neue Software klangliche Vorteile bringen kann, war stereoplay schon beim kleinen Sneaky DS aufgefallen. Nach einem Software-Update stuften wir ihn deshalb klanglich um einen Punkt höher ein. Jetzt hat Linn mit "Cara" (Version 2) eine Software für die Player vorgelegt, bei der - so die Linn-Ingenieure Ian Wilson und Keith Robertson - nicht nur in der Bedienungsfreundlichkeit deutliche Fortschritte gemacht wurden.

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Aus alt mach neu: links das neue Dynamik- Netzteil. Wie der Vorgänger ebenfalls ein Schaltnetzteil, bringt es nicht nur mehr Kraft mit ins Spiel, auch die Musikalität profitiert von ihm.
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Auch die sehr komplexe Signalbearbeitung wurde nochmals deutlich überarbeitet. Per Cara programmierte Chips entscheiden, wie das per Netzwerkserver angelieferte Digitalsignal bearbeitet wird. So findet etwa ein Upsampling statt, und die Auflösung wird auf 48 Bit hochgerechnet, damit die integrierten Digitalfilter möglichst verlustlos arbeiten können. Erst direkt vor dem D/A-Wandler wird alles wieder auf 24 Bit zurückgerechnet - das Maximum, das der Wandler versteht. Damit dabei möglichst wenig Verluste entstehen, wird eine besondere Form der Rauschmaskierung (Dithering) eingesetzt. "Wir haben verschiedenste Rechen-Algorithmen entwickelt und ausgiebig im Hörraum getestet", sagt Ian Wilson, "das Ergebnis finden Sie jetzt in der Cara-Software."

Mit dem "Dynamik"-Netzteil gehen die Linn-Ingenieure auch schon seit über zwei Jahren schwanger. Es sei potenter,  weniger anfällig für Störeinflüsse aus dem  Netz, filtere seine Ausgangsspannung noch besser und sei rauschärmer, so Wilson, damit die nachfolgende Elektronik weniger beeinflusst werde. Eine höhere Schaltfrequenz (das Dynamik ist ein Schaltnetzteil) soll durch dynamisches Spreizen (hier darf offiziell gejittert werden) weniger störend wirken.

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Software-Update leichtgemacht: Knopfdruck genügt.
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Für stereoplay heißt all diese Ingenieursarbeit in der Konsequenz: Es gibt viel zu hören. Je ein Majik, Akurate und Klimax DS mit altem und neuem Netzteil (der Sneaky ist damit nicht aufrüstbar) und dazu der Quervergleich von zwei Software-Versionen ("Bute" und "Cara"): Hier war viel Programmier- und Umbauarbeit gefragt. Weil auf höchstem Niveau verglichen werden musste, gab's auch kein Umschalten, sondern nur ein Umstecken, um auch Kabeleinflüsse definitiv auszuschalten.

Fazit

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iPod/iPhone werden immer mehr zur komfortablen Fernbedienung.
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Playersoftware kann also doch "klingen" - wenn man sie richtig einsetzt. Das Schöne: Das Update ist kostenlos. Besserer Klang zum Nulltarif, das lässt sich der Netzwerk-Audiophile gerne gefallen. Die Kombination mit dem neuen Netzteil eröffnet nochmals deutlich mehr klangliche Perspektiven und erfordert eine neue Einstufung: Der Klimax DS ist bei Hochbit 2 Punkte besser - ein Riesensprung auf dem Klang-Olymp, in dem es sonst nur um Nuancen geht. Die relativ geringen Unterschiede bei 44,1-kHz-Material zeigen die Formatgrenzen auf.

Preis/Leistungs-Sieger ist der Majik DS - schon er kann die meisten CD-Player arbeitslos machen. stereoplay-Tipp: Der Majik hat als einziger eine Lautstärkeregelung und spielt damit auch direkt an einer Endstufe. Ein echtes Erlebnis! Das klangliche Überraschungs-Highlight dieses Tests ist der Akurate DS. Er ist in seiner Klasse konkurrenzlos.

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