Ratgeber So nutzen Sie das Smartphone im Auto
© Bury
Es muss nicht immer die große Lösung sein: Haben Sie nicht das neueste Auto oder können Sie kein aktuelles Soundsystem samt Smartphone-kompatiblem Moniceiver in Ihrem Fahrzeug nachrüsten, dann genügt meist schon ein Kabel, um zumindest den Musicplayer Ihres Smartphones im Auto nutzen zu können. Allerdings ist bei den einfachen Optionen selten eine Steuerungsmöglichkeit vorgesehen – in diesem Fall muss die Bedienung weiterhin über das Smartphone vorgenommen werden.
Smartphone verboten?
Oftmals liest man in diesem Zusammenhang, die Bedienung des Smartphones oder Handys sei im Auto komplett verboten. Das stimmt nicht. In der Straßenverkehrsordnung ist nur die Rede davon, dass man das Handy nicht während der Fahrt benutzen darf, sofern man es „dafür aufnehmen oder in der Hand halten“ muss. Sitzt das Smartphone fest verankert in einer passenden Autohalterung, ist die Benutzung im Umkehrschluss also erlaubt.
Kaufberatung: Autoradios mit Smartphone-Anbindung
Vorsicht ist dennoch geboten: Wer bei Tempo 180 eine lange E-Mail schreibt, handelt fahrlässig und verletzt seine Sorgfaltspflicht – was auch den Verlust des Versicherungsschutzes bedeuten kann. Insofern gilt: Mit Vernunft und Augenmaß an die Sache herangehen.
Mehr lesen
- Praxis: Einstellungen fürs Galaxy S3
- Praxis: Einstellungen fürs iPhone 5
App-Modus
Die beste Lösung ist ein vollkompatibles Autoradio mit App-Unterstützung. Dabei greift das Autoradio direkt auf den Bildschirminhalt des Smartphones zu und stellt diesen angepasst auf dem großen Bordmonitor dar. Je nach Modell kann auch die Bedienung der Apps über den Touchscreen des Autoradios erfolgen.
© connect
Manche Autoradios können auf die Apps des Smartphones zugreifen.
© connect
Eine komplette Spiegelung der Oberfläche, wie es manche Modelle über Umwege ermöglichen, ist dagegen nicht im Sinne des Erfinders: Die Apps sollten für die Bedienung während der Fahrt speziell angepasst sein, zum Beispiel mit besonders großen Buttons oder einem Vorlesedienst für Newsmeldungen. Auch Videoclips haben auf dem Monitor des Fahrers nichts verloren – selbst wenn nur der Beifahrer schaut, ist die Ablenkung für den Fahrer viel zu groß.
Wir haben die vier derzeit verfügbare App-Radios getestet.
© connect
Über den FM-Transmitter kommt der Sound vom Smartphone zum AUtoradio - allerdings nur in UKW-Qualität.
© connect
FM-Transmitter
Das geht immer: FM-Transmitter senden den Sound vom Smartphone via UKW zum Autoradio. Hierzu wählt man eine Frequenz, auf der in der aktuellen Umgebung kein normales UKW-Programm sendet. Stellt man das Radio dann manuell auf diese Frequenz ein, hört man den Ton vom Smartphone – zwar nur in UKW-Qualität, aber immerhin.
Test: Die besten Android-Navis
In einigen wenigen Smartphones sind bereits FM-Transmitter integriert, andere lassen sich in die Antennenleitung hinter dem Autoradio einschleifen oder auch in den Zigarettenanzünder stecken, wo das Smartphone dann via Kabel andocken kann. Einziger Nachteil neben der Tonqualität: An der roten Ampel können Nachbarfahrzeuge unter Umständen mithören.
© connect
WLAN
Selten, aber praktisch: Vor allem Neuwagen der Marke Audi kommen mit einem eigenen WLAN-Netz, über das auch Musikstreaming möglich ist. Hierzu muss auf dem Smartphone eine UPnP-kompatible Software gestartet werden, die den Medieninhalt für andere Netzwerkteilnehmer freigibt. Wie im Heimnetzwerk werden die gespeicherten Musiktitel, aber auch Videos und Fotos auf diesem Weg vom Smartphone (dem Server) an das Haupt-System (den Client) gestreamt. Dabei kann das Smartphone getrost in der Tasche bleiben, die Bedienung erfolgt komplett über das Bordcomputersystem – in der gewohnten Optik. Qualitätseinbußen gibt es keine.
© connect
Per iPod-Steuerung oder USB-Anschluss kann man Musik wiedergeben.
© connect
iPod/USB
Die klassische iPod-Steuerung oder ein USB-Anschluss ermöglichen Musikwiedergabe – aber nicht mehr. iPhone-Besitzer haben es mit einer klassischen iPod-Steuerung einfach, sind jedoch eingeschränkt: Die in der iPod-App gespeicherte Musik lässt sich direkt auf dem Autoradio durchsuchen und abspielen, für andere Apps oder eine Webradio-Funktion muss das Radio allerdings einen Modus unterstützen, in dem auch Systemtöne und der Ton anderer Apps übertragen werden – wofür jeder Hersteller einen anderen Namen hat. Bei Android-Smartphones fällt die Titelsortierung und -suche meist weg, das Smartphone verhält sich hier wie ein USB-Stick und gibt den Zugriff auf die Dateiebene frei. Einige Radios haben aber auch für das Google OS eigene Sortierfunktionen parat.
© connect
Die Bury Charging Cradle lässt sich an verschiedene Smartphones anpassen.
© connect
Halterung
In jedem Fall eine wichtige Anschaffung: Die passende Halterung fürs Smartphone im Auto. Egal, ob Bluetooth, Kabel oder Appradio: Das Smartphone sollte griffgünstig in einer eigenen Halterung sitzen, idealerweise in einer exakt passenden und in einem Haltearm, der speziell für den Fahrzeugtyp entwickelt wurde. Universalhalterungen sollten das Smartphone fest und ohne Vibrationen umfassen. Denn es gibt immer mal wieder etwas zu bedienen und zu kontrollieren. Im Bild ist die Bury Charging Cradle abgebildet, die sich dank verstellbarer Ecken für alle Smartphones individuell anpassen lässt.
Kabel
Der Klassiker: Ein simples Klinkenkabel reicht in vielen Fällen aus, Musik vom Smartphone auf dem Autoradio zu hören. Dabei braucht man nur einen AUX-in im Fahrzeug, der für herkömmliche MP3-Player gedacht war und bei vielen Fahrzeugen bereits heute Standard ist. Wer trotzdem keinen hat: Auch viele Autoradios ab Werk haben einen ungenutzten Anschluss für einen antiquierten CD-Wechsler, der mit einem einfachen Kabeladapter zum AUX-in umfunktioniert werden kann. Klanglich ist diese Lösung ausreichend, die Bedienung muss übers Smartphone erfolgen.
Bluetooth
Bluetooth ist nicht gleich Bluetooth – aber es funktioniert immer öfter. Wer eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung im Auto hat, der kann nicht automatisch auch Musik via Bluetooth abspielen – auch die Anweisungen einer Navi-App werden normalerweise nicht über die Audioanlage abgespielt, weil der Telefon-Mute-Impuls fehlt.
Ratgeber: Die besten Navi-Apps fürs iPhone
Hierfür braucht man das Profil A2DP, das sowohl Autoradio als auch Smartphone unterstützen müssen. Bluetooth taucht damit als eigene Programmquelle im Audiomenü des Autoradios auf. Unterstützen beide zudem das Profil AVRCP, kann sogar eine einfache Steuerung realisiert werden. Fein raus ist, wer eine nachgerüstete Freisprechanlage mit extra Lautsprecher hat – hier klappen die Naviansagen.