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Hintergrund und Einstellungen: Phono-Amps

Abschluss und Anschluss

FM Acoustics

© FM Acoustics

Mit dem 223 schuf FM Acoustics einen der flexibelsten Phonoverstärker der Welt: vollsymmetrisch und mit variabler RIAA-Entzerrung.

Klanglich entscheidend ist der sogenannte "Abschluss" von Tonabnehmern am Eingang des Phonoverstärkers. Damit ist die Belastung des Generatorsystems mit dem Eingangswiderstand und der Eingangskapazität der Phonostufe gemeint. Für MM-Tonabnehmer hat sich dabei die Quasi-Norm von 47 Kiloohm Widerstand eingebürgert, während die Kapazität allgemein so niedrig wie möglich gehalten werden sollte.

MM-Abtaster sind in puncto Frequenzgang um so unkritischer, je geringer ihre Spuleninduktivität und ihr Widerstand sind. Bei der Eingangskapazität bildet normalerweise schon das Kabel (meist mit einem Kapazitätsbereich von rund 50 bis 150 Picofarad) die kapazitive Last in Parallelschaltung mit der Kapazität des Phonoeingangs, die heutzutage durch die Störfestigkeitsvorschriften ohnehin meist zu hoch ist. Moderne Untersuchungen des Themas (nachzulesen etwa auch bei Walter Fuchs: www.volpe.at) führen zu einer einfachen Faustregel für MMs: Das Phonokabel und der Phono-MM-Eingang sollten an sich eine möglichst geringe Kapazität aufweisen. Bietet der Phono-Amp die Option, diverse Lastkapazitäten einzustellen, so entscheidet ganz subjektiv der Hörtest.

MC-Tonabnehmer werden in Bezug auf Kapazität zwar unkritischer betrachtet, aber das Thema spielt, wie wir gleich sehen werden, durchaus eine Rolle. Die Regeln der üblichen Spannungsanpassung besagen, dass man einen MC-Tonabnehmer mit dem fünf- bis 20-fachen Wert seines Ausgangswiderstands belasten sollte, um einerseits eine gewisse elektrische Bedämpfung des Generatorsystems zu gewährleisten, den Abtaster aber andererseits auch nicht "totzudämpfen".

Octave RIAA Frequenzgang

© Weka/ Archiv

Ein optimaler RIAA-Frequenzgang (hier am Beispiel eines Phonoentzerrers von Octave) kann sinnvollerweise durch ein schaltbares Subsonic-Filter im Tiefsttonbereich ergänzt werden.

Der Innenwiderstand des Tonabnehmers setzt sich aus der Summe des Gleichstromwiderstands der Spule und des Wechselstromwiderstands seiner Spuleninduktivität zusammen; häufig geben die Daten eines Abtasters nur den Gleichstromwiderstand an. Am alten Beispiel des Quasi-Standards DL 103 (Angabe: 40 Ohm) wäre eine Belastung mit 470 Ohm bis zu rund einem KiloOhm korrekt. Subjektiv enden DL-103-Benutzer meist bei einem Kiloohm.

Damit ist der weit verbreitete 100-Ohm-Eingang vieler Phonoverstärker für normale, etwas hochohmigere MCs keine allzu gute Idee, Werte von unter 100 Ohm sind somit eher den "leisen", niederohmigen MC-Tonabnehmern vorbehalten, wobei extrem "tiefe" Abschlüsse von um 30 Ohm höchst diskutabel erscheinen.Inzwischen haben sich deshalb für übliche, nicht allzu niederohmige MC-Tonabnehmer zu Recht allgemein höhere Lastwiderstände zwischen 100 Ohm und einem Kiloohm eingebürgert, zumal lästiges Rauschen des Phonoverstärkers heutzutage kein großes Thema mehr darstellt. Schließt man den Tonabnehmer zu tief ab, geht Spannung verloren (hohe Einfügungsdämpfung), die im Verstärker mühsam aufgeholt werden muss.

Ob das Generatorsystem höhere elektrische Bedämpfung im Tieftonbereich benötigt, zeigen Hörtests ziemlich klar. So wies etwa ein betagtes Koetsu Black (Angabe: fünf Ohm) bei 100 Ohm Abschluss den ihm gerne nachgesagten, extrem "dicken" Bass auf - ein Effekt, der bei 45 Ohm völlig verschwunden war. Mechnisch besser bedämpfte, moderne Systeme sind da deutlich zahmer.

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