Top 5 – Smartphones im TestDie Smartphones mit der besten Funkqualität
Internet, Apps, Multimedia, Messaging – moderne Touchscreen-Smartphones erfüllen mittlerweile so viele Funktionen, dass man schnell vergisst, wofür sie eigentlich gebaut worden sind: Zum Telefonieren. Wir zeigen die fünf Smartphones mit der besten Sende- und Empfangsqualität.
Um komfortabel Telefonieren zu können, ist eine gute Sende- und Empfangsleistung unerlässlich. Je besser das Smartphone hier arbeitet, desto seltener leidet die Verständigung und desto seltener brechen Gespräche komplett ab. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit höher, dasss auch in Regionen mit einer schwachen Netzabdeckung die Verbindung gehalten wird.
Die Funkleistung spielt aber nicht nur bei Telefongesprächen eine große Rolle, auch die Ausdauer wird davon zu einem nicht unerheblichen Teil beeinflusst. Denn ein Smartphone mit einer schwachen Antenne muss mehr Energie aufbringen, um mit dem Mobilfunknetz verbunden zu bleiben. Die Folge: Permanent wird mehr mehr davon verbraucht als im Idealfall erforderlich wäre und der Akku macht früher schlapp.
Das Gleiche gilt beim Datenfunk über die UMTS-Verbindung: Stimmt die Sende- und Empfangsqualität nicht, dann schmilzt der Akkubalken beim Abrufen von E-Mails oder beim Surfen im Internet schnell zusammen, weil das Telefon ständig mit voller Leistung funken muss. Im schlimmsten Fall kommt die Verbindung gar nicht zustande oder man ist nur im Schneckentempo über EDGE im mobilen Internet unterwegs.
Simulierte Basisstation CMU200 von Rohde & Schwarz in der Testfactory.
connect misst die Sende- und Empfangsqualität im verlagseigenen Messlabor TESTfactory. Gemessen wird mit einem Rohde & Schwarz TS9970, mit der simulierten Basisstation CMU200 und dem Spektrumsanalysator FSP03 zur Datenerfassung. Damit den in der Praxis unterschiedlichen räumlichen Beziehungen zwischen Mobilfunkzelle und Handy Rechnung getragen wird, ist Letzteres auf einer steuerbaren Drehvorrichtung montiert.
Um reale Bedingungen zu simulieren, wird das Mobiltelefon dabei an der Kopfattrappe SAM 4.5 von Speag montiert. In 216 Positionen werden so jeweils Sendeleistung und Empfindlichkeit in den europäischen Frequenzbändern im GSM- und UMTS-Netz erfasst. Um den nötigen Abstand zwischen dem Handy und der Messantenne zu bekommen, wird in einer 3,5 x 3,5 x 3 Meter großen Kammer gemessen, deren Wände mit absorbierenden Keilen belegt sind; störende Außeneinflüsse hält eine starke Abschirmung fern.
Die Bewertung der GSM- und UMTS-Funktechnik nimmt connect für beide Standards getrennt vor. So können sich Leser, die ein Handy überwiegend für das Telefonieren suchen, an den GSM-Beurteilungen orientieren, denn Gespräche werden überwiegend in diesem Netz geführt. Mobile Surfer sollten hingegen auf das UMTS-Ergebnis achten, denn erst hier kann über den Datenturbo HSDPA echtes DSL-Feeling aufkommen.
Der Torch 9860 ist ein Touchscreen-Smartphone, das seine Wurzeln kennt und trotz Internet, Apps, Multimedia und Messaging nicht vergessen hat, wofür es eigentlich gedacht ist: Zum Telefonieren. Seine Funkeigenschaften markieren sowohl im GSM- als auch im UMTS-Betrieb die Spitze aller bisher von uns gemessenen Smartphones.
Bis HSPA mit 14,4 und 5,76 Mbit/s unterstützt das zweite Windows Phone von Nokia alle gängigen Mobilfunkstandards unterhalb von LTE. Hierbei gelingt es dem Lumia 710 sogar, das in den Funkmessungen schon gute Lumia 800 noch einmal zu übertrumpfen. Messtechnisch repräsentiert es das zur Zeit Machbare und streicht dafür ein seltenes "Sehr gut" ein.
Das XXL-Smartphone setzt nicht nur bei der Ausdauer Maßstäbe, sondern auch bei den Funkeigenschaften. So bietet das Galaxy Note herausragende Sende- und Empfangswerte beim Einsatz in UMTS- und GSM-Netzen. Wobei es sicher nicht jedermanns Sache sein dürfte, sich einen solchen Kaventsmann ans Ohr zu halten. Hier hilft einem ein Headset – ob drahtlos oder kabelgebunden – aus der Bredouille.
Dass Smartphones mit Top-Funkeigenschaften nicht zwangsläufig teuer sein müssen, zeigt das Base Lutea 2, das nur 240 Euro kostet. Der Einsteiger im 4,3-Zoll-Format kann in diesem Bereich locker mit Highend-Boliden wie dem Galaxy Note mithalten.
Im connect-Labor hat es das Razr richtig krachen lassen. Die Ergebnisse lesen sich wie aus dem Lehrbuch für Smartphones: solide Akkulaufzeit, eine saubere Akustik – und dazu sehr gute Funkeigenschaften. Das Flaggschiff von Motorola gehört damit zu den 5 Smartphones mit der besten Sende- und Empfangsqualität.
Das Gamer-Handy von Sony Ericsson ist ein Nischenprodukt. Während andere Slider eine Schreibtastatur ausfahren, legt das Xperia Play ein von der Playstation her bekanntes Gamepad frei. Aber es ist nicht nur ein Zocker- sondern auch ein Smartphone – und die Sende- und Empfangsqualitäten erreichen vor allem im UMTS-Betrieb Spitzenwerte.
Das Wave II ist schon seit über einem Jahr auf dem Markt – in der Smartphone-Welt eine halbe Ewigkeit. Aber noch immer tummelt es sich ganz oben in der connect-Bestenliste. Zu Recht, denn im Labor zeigt das Bada-Telefon eine beeindruckende Performance ohne echte Schwachpunkte. Neben der hervorragenden Akustik überzeugen auch die starken Empfangseigenschaften im GSM- und UMTS-Betrieb.
Als das Galaxy Nexus Ende 2012 in den Handel kam, war es das allererste Smartphone mit Android 4 und einem scharfen Display jenseits der 1000-Pixel-Marke. Was viele nicht wissen: Auch die Funkeigenschaften des Google-Entwicklerhandys können sich sehen lassen. Sowohl in 2G- als auch in 3G-Netzen erreicht es überdurchschnittliche Ergebnisse, was den Einsatz auch in weniger gut versorgten Gebieten ermöglicht.
Im Gegensatz zu vielen anderen HTC-Modellen steckt das Incredible S in einem einfachen Kunststoffgehäuse, das sich weniger gut anfühlt als Metall, aber Funkwellen besser durchlässt. Das merkt man im Labor: die Sende- und Empfangseigenschaften können sich sehen lassen.
Bei den Messungen der Sende- und Empfangsqualität erreicht das Defy+ im GSM-Betrieb starke Messwerte, sackt im UMTS-Betrieb allerdings etwas ab. Das günstige Outdoor-Smartphone von Motorola schafft es damit aber trotzdem noch in unsere Top-Liste.
Blackberry Torch 9860: Die Referenz für alle Volltouchscreen-Smartphones.
Beim Torch 9860 lässt RIM die Schreibtastatur weg und sucht Anschluss an iPhone & Co. Seine Wurzeln hat das Unternehmen dabei aber nicht vergessen und spendiert dem Volltouchscreen-Smartphone exzellente Funkeigenschaften. Die Sende- und Empfangsleistungen schrammen sowohl im GSM- als auch im UMTS-Netz knapp am Optimum vorbei und markieren die aktuelle Touchphone-Referenz.
Bedient wird das 9860 über ein 3,7 Zoll großes Display mit der Auflösung von 480 x 800 Pixel. Der Prozessor ist mit schnellen 1,2 Gigahertz getaktet, für die Anbindung ans Internet sorgen HSPA und Wlan. Die Kamera schießt Fotos mit fünf Megapixel und zeichnet Videos im HD-Format 720p auf.
Der Gesamteindruck wird von zwei Tatsachen getrübt. Zum einen ist auf dem Torch 9860 das Betriebssystem Blackberry 7 installiert, das nicht mehr weiter entwickelt wird und Ende 2012 durch Blackberry 10 ersetzt wird. Zum anderen ist das Smartphone nur mit einem Mobilfunkvertrag bei einem Netzbetreiber erhältlich. Der unsubventionierte Preis liegt bei ca. 320 Euro.
Der Preistipp: Nokia Lumia 710
Senden und Empfangen GSM: 29/33 Punkte Senden und Empfangen UMTS 15/17 Punkte Gesamt 44/50Punkte
Nokia Lumia 710: Exzellente funkeigenschaften zu einem unschlagbaren Preis.
Mit dem Lumia 710 bringt Nokia das Betriebssystem Windows Phone in preisgünstige Regionen: 200 Euro bezahlt man aktuell für ein Smartphone, das neben einem modernen und zukunftssicheren Betriebssystem auch herausragende Funkeigenschaften zu bieten hat. Die Sende- und Empfangsqualität verdient im Labor das seltene Prädikat "sehr gut" und wird in der Touchscreen-Liga nur noch vom Blackberry Torch 9680 übertroffen. Eine solche Qualität auf diesem Preisniveau ist eine Seltenheit.
Auch die technische Ausstattung überrascht in Anbetracht des Preises: Bedient wird das Smartphone über einen sehr hellen Touchscreen, der 3,7 Zoll groß ist und 800x480 Pixel darstellt. Hinzu kommen ein 1,4 Gigahertz schneller Prozessor, HSPA und eine 5-Megapixel-Kamera.
Abstriche muss der Käufer dafür an anderer Stelle machen. Die Akkuleistung ist unterdurchschnittlich und der interne Speicher fasst nur 5 Gigabyte – ohne die Möglichkeit, mit microSD-Karten nachzurüsten. Doch am Ende bleibt ein exzellentes Telefon zu einem sehr günstigen Preis.