Der Handy-Frühling naht! In den kommenden Wochen erneuern die Hersteller ihre Produktlinien und werfen eine ganze Reihe von Top-Handys auf den Markt. Aber lohnt sich der Kauf oder sollte man lieber zum günstigeren Vorgänger greifen? Die wichtigsten Modelle im Check.
Sobald es wärmer wird, kommt auch Bewegung in den Handy-Markt. Die Hersteller rüsten für die neue Saison 2012 und fluten den Markt mit einer Vielzahl von Modellen. Das HTC-Flaggschiff One X steht genauso in den Startlöchern wie das Lumia 900 oder das Xperia S. Auch im unteren Preissegment wird es turbulent. Samsung will etwa mit dem Star 3 an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen und mit dem Ace 2 Smartphone-Einsteiger anlocken.
Bei so vielen Neuvorstellungen stellt sich natürlich die Frage, welches Modell das richtige ist. Denn vor allem die Top-Produkte sind sehr teuer und wer nicht zu denen gehört, die immer die modernste Technik in der Tasche herumtragen müssen, sollte sich genau überlegen, ob es sich lohnt, so viel Geld in ein Smartphone zu investieren. Vor allem weil die Produktzyklen immer kürzer werden und die Hersteller ein Gerät nach dem anderen rauswerfen. Manchmal löst der Nachfolger ein Modell ab, das gerade einmal 5 Monate auf dem Markt ist, technisch noch lange nicht zum Alteisen gehört – und stark im Preis gefallen ist. Vielleicht sollte man lieber den Vorgänger kaufen und ein paar Hundert Euro sparen?
Genau hier setzen wir an. Wir haben uns zusammen mit dem Preisvergleichsportal guenstiger.de die aktuellen Neuvorstellungen angeschaut und sie mit den Vorgängern verglichen. Mit Blick auf den Preis und die gebotene Ausstattung sagen wir Ihnen, ob es sich lohnt, mehr zu investieren oder ob das ältere Modell vielleicht doch die bessere Wahl ist:
Das One X (rechts) ist das neueste Flaggschiff-Modell von HTC. Es tritt in die Fußstapfen des Sensation XE, das erst Ende 2011 in den Handel kam, technisch immer noch up to date ist – und etwa 150 Euro weniger kostet. Man bekommt es momentan für 440 Euro, während man das One X für 600 Euro vorbestellen kann. In den Verkauf gehen soll das Modell in drei bis fünf Wochen.
Hinzu kommt das neue Design. Das One X (unten) steckt in einem glatten und fugenlosen Unibody, der aus einem hochwertigen Kunststoffmaterial gefertigt wurde, das an das Lumia 800 von Nokia erinnert. Das XE-Modell steckt ebenfalls in einem Kunststoff-Unibody, der aber nicht ganz geschlossen wirkt und deshalb weniger elegant daher kommt.
Also lieber zum teuren Modell greifen? Das ist in diesem Fall nicht eindeutig zu beantworten. Klar, die Darstellung ist schärfer und der Prozessor mächtiger. Aber besonders signifikant sind die Verbesserungen nicht. Wer immer die neueste Technik braucht, greift zum One X, wer „nur“ ein Top-Smartphone sucht, wird auch mit dem XE glücklich.
Das Xperia Arc S kam im Oktober 2011 in den Handel, die Wachablösung erfolgt im März 2012 mit dem Xperia S. In diesen 6 Monaten hat Sony (Ericsson) technisch ordentlich was draufgelegt - was sich natürlich auch im Preis niederschlägt. Während der Vorgänger schlappe 305 Euro kostet, zahlt man für den Nachfolger 480 Euro.
Das Design ist bei beiden Modellen gelungen. Während das Arc S (oben) mit einer ultraschlanken Bogenform Punkte sammelt, überzeugt das Xperia S mit einem glatten und schlichten Kunststoff-Mantel, der sehr elegant aussieht.
Lohnt der Griff zum besseren Modell? Ja. Das gesamte technische Innenleben wurde verbessert, an erster Stelle steht hier das superscharfe Display. Der Aufpreis geht in Ordnung.
Das Star 3 wandert gerade in die Verkaufsregale. Es löst das erfolgreiche Einsteigermodell Star 2 ab, das vor etwa einem Jahr präsentiert wurde. Der Neue kostet 85 Euro, der Vorgänger ist mit 55 Euro noch einmal 30 Euro günstiger.
GPS und UMTS fehlen beiden Modellen, die technische Basis ist also identisch. Vielleicht hat der Hersteller den Prozessor beschleunigt – das muss an dieser Stelle offen bleiben, weil dazu keine Angaben gemacht werden.
Fast hätten wir's vergessen: Das Design wurde aufgefrischt. Mit 102 x 58 x 11.5 Millimeter hat Samsung den Nachfolger deutlich gestutzt und gleichzeitig in die Breite gezogen (Star 2: 108 x 54 x 12.4 Millimeter). Aber dafür 30 Euro mehr bezahlen? Wir sagen: nein. Samsung Star 3 bei guenstiger.de
Ganz anders sieht die Sache bei einem anderen Samsung-Produkt aus, dem Galaxy Ace 2. Es beerbt das Galaxy Ace, das vor etwa einem Jahr in den Handel kam. Kostenpunkt: etwa 250 Euro. Für den Vorgänger zahlt man momentan 170 Euro.
Trotz Technik-Upgrade hat Samsung das neue Android-Smartphone (unten) 1 Millimeter schlanker gemacht, es ist nur noch 10,5 Millimeter dick.
Lohnt der Kauf des neuen Modells? Ja. Schon allein die verbesserte Display-Auflösung rechtfertigt den Aufpreis von ca. 70 Euro. Leider ist das Ace 2 noch nicht in Deutschland erhältlich, ein Marktstart im April/Mai aber wahrscheinlich.
Das 900er (links) wird in Kürze das Lumia 800 an der Spitze von Nokias Windows-Phone-Serie ablösen. Weil das Gerät erst im April/Mai in den Handel kommt und noch nicht bei den Händlern gelistet ist, müssen wir uns an der UVP des Herstellers orientieren – und die hat es mit 580 Euro in sich. Den Vorgänger bekommt man bereits für 340 Euro.
Die Verbesserungen halten sich in Grenzen. Nokia hat dem Modell nur ein größeres Display spendiert (4,3 Zoll statt 3,7 Zoll) und den Akku stärker gemacht (1830 mAh statt 1450 mAh). Die Display-Auflösung bleibt bei 800 x 480 Pixel und der Singlecore-Prozessor taktet weiterhin mit 1,4 Gigahertz.
Auch am Aussehen ändert sich nichts. Das Lumia 900 ist zwar aufgrund des Displays höher und breiter, steckt aber weiter in einem hochwertigen Polycarbonat-Gehäuse mit exakt den gleichen Design-Elementen.
Lohnt sich der Aufpreis für das neue Modell? Das kann man erst sagen, wenn die Händler erste Preise veröffentlichen, die sich naturgemäß unterhalb der Hersteller-UVP bewegen werden. Aber schon jetzt kann man sagen: Mehr als 100 Euro werden es in jedem Fall sein und nur wer ganz viel Wert auf eine XXL-Darstellung legt, sollte daher zum 900er greifen.